Kinder leicht fördern

Eisenstadt, 5. 2. 2018

Mehr Geld für Familien, weniger Zettelwirtschaft

Die Volkspartei Burgenland startet heute eine burgenlandweite Kampagne zur Vereinfachung und Erhöhung der Kinderbetreuungsförderung. Eine Online-Petition auf www.kinder-leicht-foerdern.at wird dem Thema bis zur nächsten Landtagssitzung, in der der Antrag der Volkspartei zum Thema Kinderbetreuungsförderung behandelt wird, noch mehr Bedeutung verleihen.

övp

„Das Land Burgenland ist im Sinne einer familienfreundlichen Politik gefordert, entsprechende Maßnahmen zur Unterstützung und Forcierung von Familien zu setzen. Deswegen haben wir das Thema auch in den Landtag gebracht“, so Landesparteiobmann Thomas Steiner. Doch Rot-Blau hat die Chance vertan, sich dort ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Statt aufrichtig über die politische Verantwortung zur Unterstützung der Familien im Land zu diskutieren, hat Rot-Blau wieder mal nur Schönfärberei betrieben“, so Landesgeschäftsführer Christoph Wolf. „Deswegen wollen wir unser Anliegen mit einer Initiative auf breite Beine stellen“, so Steiner.

Konkret fordert die Volkspartei folgende Maßnahmen für die burgenländischen Familien:

  • Erhöhung der Kinderbetreuungsförderung für Kindergarten und Krippenkinder (Indexanpassung seit 1996, also von 16,1 Prozent)
  • Automatische Erhöhung laut Verbraucherpreisindex
  • Unbürokratische Abwicklung der Kinderbetreuungsförderung

Diese Förderung der Kinderbetreuungskosten für Familien wurde seit dem Jahr 2009 nicht erhöht und die Abwicklung ist mit einem unnötigen Verwaltungsaufwand verbunden.

Die Abwicklung soll künftig direkt über die Träger der Kindergärten erfolgen. Das Land soll die Förderung direkt überweisen und so die Abwicklung vereinfachen. Die Förderung für den Ganztagsplatz in den Kindergärten soll auf 55 Euro und jene für Kinderkrippen soll auf 105 Euro erhöht werden. Mehr Geld für die Familien und mehr Geld für die Gemeinden.

„Ein Blick auf die vielen Wege, die Eltern zu tun haben und die damit verbundene Zettelwirtschaft reicht, um den Wahnsinn dahinter zu sehen“, so Wolf.

„Warum einfach, wenn‘s kompliziert auch geht – besagt eine alte Redewendung, die Rot-Blau offensichtlich verinnerlicht hat. Wir wollen, dass die Eltern ihre Zeit nicht mit den Behördenwegen verschwenden, sondern mehr Zeit für ihre Kinder haben“, so Steiner.


SPÖ:

Familienpolitik: Burgenland kann nicht Fehler der ÖVP-Bundesregierung ausbügeln

Sack: Burgenland hat beste Familienförderung, ÖVP hat dagegen gestimmt

„Das Burgenland hat die beste Familienförderung im Bundesländervergleich. Statt bei uns ‚ungedeckte Schecks‘ zu verteilen, sollte sich die ÖVP für eine gerechtere Gestaltung des geplanten Kinderbonus einsetzen. Denn dass Alleinerziehende und Teilzeitbeschäftigte durch die Finger schauen, ist ein Beweis für die soziale Ignoranz der Volkspartei“, stellt SPÖ-Familiensprecherin Edith Sack zu aktuellen VP-Forderungen fest. Auch der von der Kurz-Partei geplante 12-Stunden-Tag und die Einführung von Studiengebühren gehen voll zu Lasten der Familien. „Diese Fehlentscheidungen kann das Burgenland nicht ausbügeln – da müssen sich Steiner und Co. selbst an der Nase nehmen“, betont Sack: „Wir haben im Burgenland unser Förderbudget für Familien auf Rekordniveau angehoben. Die Volkspartei hat dagegen gestimmt und stellt sich daher gegen jede einzelne Unterstützungsmaßnahme für burgenländische Familien. Auch das Projekt ‚Gratiskindergarten‘ mit einer hohen Förderung des Kindergarten- und Krippenbesuchs wurde gegen harten ÖVP-Widerstand eingeführt. Glaubwürdig ist diese Partei schon lange nicht mehr.“

Das Burgenland habe nicht von ungefähr die höchste Kinderbetreuungsquote bei den Über-3Jährigen und liege bei Kindern unter 3 Jahren an zweiter Stelle hinter Wien. „Das ist nur möglich, weil sowohl das Betreuungsangebot als auch die finanzielle Unterstützung der Eltern passen: ein großartiges Ergebnis langjähriger sozialdemokratischer Familienpolitik in enger Abstimmung mit den Gemeinden“, ergänzt die SPÖ-Familiensprecherin.

Der aktuelle Vorstoß passe in die Strategie der Volkspartei, Mehrausgaben zu fordern, ohne dafür Finanzierungsvorschläge zu machen, und gleichzeitig die finanzielle Lage des Landes krank zu jammern. „In Summe belaufen sich diese ‚Wunschzettel‘ schon auf fast 200 Millionen Euro seit der letzten Landtagswahl. Die ÖVP sagt aber nicht, auf wessen Rücken diese Gelder eingespart werden sollen. Den Weg der Bundesregierung, den Familien aus einem Säckel das Geld zu ziehen, das man ihnen in den anderen reingesteckt hat, gehen wir sicher nicht“, hält Sack fest.


FPÖ:

VP-Steiner will höhere Kinderbetreuungsförderung: In Eisenstadt hat er den Gratis-Kindergarten abgeschafft

Freiheitliche: „Steiner-ÖVP hat bei diesem Thema nicht die geringste Glaubwürdigkeit.“

Ernstgemeinte und seriöse familienpolitische Vorschläge seien immer willkommen, reagiert FP-Klubobmann Géza Molnár auf die Forderung von ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner nach einer Erhöhung der Kinderbetreuungsförderung im Burgenland. Der aktuelle Vorschlag, so Molnár, sei allerdings nicht ernst zu nehmen:

„In Eisenstadt regiert Thomas Steiner mit einer absoluten ÖVP-Mehrheit. Und was hat er dort im Jahr 2013 gemacht? Er hat den Gratis-Kindergarten einfach abgeschafft. So viel zu seiner persönlichen Glaubwürdigkeit. Dass die angebliche ‚Wirtschaftspartei‘ wieder einmal nicht dazusagt, wie sie ihre Forderung finanzieren will, vervollständigt das peinliche Bild.“

 

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