Erstmals burgenländischer Integrationspreis verliehen

Eisenstadt, 30. 1. 2018

.

LR Darabos: „Integration ist die Basis für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“

Der erste „Burgenländische Integrationspreis“ wurde von Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos heute, Dienstag, verliehen. Mit dem Preis sollen Personen, Initiativen, Institutionen, Vereine oder pädagogische Einrichtungen für besonderes Engagement in integrativen, interkulturellen, sozialen, kulturellen oder künstlerischen Projekten gewürdigt sowie weitere Aktivitäten in diesem Bereich gefördert werden.

„Es entspricht unserer Wertehaltung, dass wir jenen, die Hilfe brauchen, diese auch geben“, betonte Darabos bei der Verleihung. „Wir müssen aber auch darauf achten, dass unser Sozial-, unser Gesundheits- und unser Bildungssystem nicht überfordert werden und es dadurch zu gesellschaftlichen Verwerfungen kommt. Deshalb müssen wir jene Menschen, die bei uns bleiben dürfen, auch ordentlich integrieren. Denn Integrationsmaßnahmen sind die Basis dafür, dass Menschen in Österreich für sich und ihre Familie sorgen sowie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und unserem Land auch etwas zurückgeben“.

Mit der Installierung einer Integrationsbeauftragten, Deutsch- und Wertekursen, vom Burgenland als erstem Burgenland angeboten, einem regelmäßig tagenden Runden Tisch aller am Integrationsprozess beteiligten Personen, NGOs und Behörden, der Unterbringung von Flüchtlingen in kleinen Einheiten und nicht zuletzt mit der Erstellung eines Integrationsleitbildes, mit dem im Vorjahr begonnen wurde, habe das Burgenland „in Österreich eine Vorbildfunktion bei der Integration“. Der nun erstmals verliehene Burgenländische Integrationspreis soll das Thema verstärkt in den Vordergrund rücken; er wird in den drei Kategorien Integration, Interkulturalität sowie Kinder- und Jugendintegrationsarbeit vergeben. Ziel sei es, so Darabos, den Preis jährlich zu vergeben.

Preisträger Integration
Der Preis für Integration zeichnet Maßnahmen zur Förderung der Integration, der Chancengleichheit von Zugewanderten, der Förderung der Teilhabe am kommunalen Leben, des Zusammenlebens und des Verständnisses füreinander aus und ist mit insgesamt 1.500 Euro dotiert. Den Preis erhielten:

·        BIP – Begegnung in Pinkafeld: Pink-Up Help Projekt „Tea to stay“ für eine Teestube als Ort der Begegnung von Einheimischen und neuen BurgenländerInnen – Unterhaltungssprache ist dabei Deutsch (Preishöhe 1.000 Euro) und
·        Das Katholische Bildungswerk der Diözese Eisenstadt für das Projekt „Frauenleben: hier und dort, gestern und heute“, mit dem das im Jahr 2015 entstandene Bild der geflohenen, unterdrückten Frauen aufgebrochen und besser verstanden werden kann (Preishöhe: 500 Euro).

Preisträger Interkulturalität
Der Preis für Interkulturalität, für den 1.000 Euro ausgelobt wurden, wird für künstlerische-kulturelle Projekte und Arbeiten zum Thema Interkulturalität verliehen. Der Preis für Interkulturalität und ein Preisgeld von jeweils 500 Euro gingen an:

·        Die Volksschule Oberpullendorf für das Projekt „Schulbunt“: Durch selbst komponierte Lieder wird die Diversität der Kinder (mit insgesamt 14 verschiedenen Erstsprachen) aufgezeigt. Die Kinder lernen Tänze, Instrumente, Lieder und Rhythmen der unterschiedlichen Kulturen; den Abschluss bildet ein Mitmach-live-Konzert.
·        Die Diakonie Burgenland – Flüchtlingsdienst für das Projekt „Ein anderer Blickwinkel“: Im Rahmen dieses Projektes setzten sich 13 geflüchtete Menschen mit der neuen Umgebung in Form von Fotografien auseinander.

Preis für Kinder- und Jugendintegrationsarbeit
Mit dem Preis für Kinder- und Jugendintegrationsarbeit, ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert, werden Arbeit und Projekte im Bereich Förderung der Integration und Interkulturalität von Kindern und Jugendlichen, insbesondere auch in Bildungseinrichtungen sowie auf Jugendvereinsebene gewürdigt. Den Preis und ein Preisgeld von jeweils 250 Euro durften entgegennehmen:

·        GRSports für das Projekt „Wrestling goes School“, bei dem Ringen zur Gewaltprävention und zu sozialer Integration verwendet wird. Das Projekt findet mittlerweile an acht Volksschulen statt – ungefähr 30 % der Kinder haben Migrationshintergrund.
·        Die Volksschule Mattersburg für das Projekt „Miteinander“, das den Schwerpunkt auf ein friedvolles Miteinander legt; Rücksichtnahme, Akzeptanz und gewaltfreie Kommunikation stellen Kernelemente dar. Integration wird bewusst nicht mit Migration gleichgesetzt.
·        Die Europäische Mittelschule Oberwart für das Projekt „Barrierefreie Kultur“: SchülerInnen aus verschiedenen Nationen haben die Möglichkeit, über gemeinsames Malen eine Beziehung zueinander aufzubauen und so eine Basis für ein Miteinander zu finden.
·        Die Volksschule Oberschützen für das Projekt „Kinder Natur Heimat“: In Integrationsklassen (mit mehrfachbehinderten, lern- und verhaltensbehinderten Kindern) können SchülerInnen in einer Schreibwerkstatt sowie bei Lesungen oder Liedern (Dialekt und Fremdsprache) am kreativen Prozess teilnehmen und dabei Multikulturalität und Sprachenvielfalt erleben. Die dadurch entstandenen Werke fließen gesammelt in eine Zeitung für jedes Kind ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier geht es zum Video auf YouTube

 

Share Button

Schreibe einen Kommentar