LR Darabos: Schwerpunkte 2018 Arbeitsmarkt, Soziales und Gesundheit

Eisenstadt, 18. 1. 2018

LR Darabos: Beibehaltung der Aktion 20.000 und Verbesserungen bei 24 Stunden-Pflege, Ausbau der wohnortnahen Gesundheitsversorgung im Fokus

Die Schwerpunkte für 2018 in den Bereichen Arbeitsmarkt, Soziales und Gesundheit präsentierte Sozial- und Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos heute, Donnerstag, in Eisenstadt. In einem Schulterschluss mit den anderen Bundesländern will sich Darabos für die Fortführung der Aktion 20.000, aber auch für die Beibehaltung des Jobbonus sowie der Notstandshilfe in der bestehenden Form einsetzen. Festhalten will er auch am burgenländischen Weg der Unterbringung von Flüchtlingen in kleinen Einheiten. Im Fokus stehen weiters die Umsetzung des Maßnahmenpakets zur Absicherung des Landarztangebotes und die Schaffung von Akutordinationen in allen Bezirken.

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Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 8,9 % – was Platz 1 in der Ostregion bedeute -, bei der Jugendarbeitslosigkeit sogar um 22 %, und mehr als 102.000 Beschäftigte im Jahresschnitt: 2017 sei im Burgenland von einer besonders positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt geprägt gewesen, so Darabos. „Zu dieser erfreulichen Bilanz haben nicht zuletzt Maßnahmen wie das 50+ Programm beigetragen, die wir im Burgenland gesetzt haben. Hier werden wir in diesem Jahr weitere Akzente setzen und das 50+ Programm 2018 noch verstärken“.
Entgegen den Plänen der neuen Bundesregierung will sich Darabos für die Fortführung der Aktion 20.000 oder des Beschäftigungsbonus einsetzen. Seit ihrem Start im Juli des Vorjahres habe die Aktion 1.500 Langzeitarbeitslosen über 50 Jahre einen neuen Job gebracht, allein im Bezirk Oberwart seien es in der Pilotphase 141 gewesen; durch den Jobbonus sei mit bis zu 160.000 neuen Jobs österreichweit zu rechnen gewesen, im Burgenland im Verein mit der Aktion 20.000 und der Aktion 50+ mit bis zu 700 Jobs. „Daher ist es mir auch so wichtig, dass es auf mein Betreiben hin zu einem Schulterschluss aller Bundesländer gekommen ist und wir uns gemeinsam für eine Fortführung der Aktion 20.000 einsetzen werden“.

Die Pläne zur Ersetzung der Notstandshilfe durch die Mindestsicherung bezeichnet Darabos als schweren Fehler: „Damit driften wir ab in Richtung soziale Kälte“. Ein Thema werde heuer auch das Ende des Pflegeregresses sein – „davon profitieren im Burgenland rund 2.200 Menschen“, so Darabos. „Die Abschaffung des Pflegeregresses verursacht für das Burgenland heuer eine Mehrbelastung von mehr als fünf Millionen Euro“. Darabos fordert deren Rückerstattung durch den Bund. Keinesfalls dürfe es zu einem Rückgriff auf das 13. und 14. Monatsgehalt der HeimbewohnerInnen kommen. „Das wäre die Wiedereinführung des Pflegeregresses durch die Hintertür“. Er sieht sich damit eines Sinnes beispielsweise mit Vorarlbergs Landeshauptmann.
Darabos kündigt als Begleitmaßnahmen im Burgenland Verbesserungen im Bereich der 24 Stunden Pflege an, deren Förderung und Qualität durch das Land erhöht und damit die Betreuung in den eigenen vier Wänden attraktiviert werden sollen. Im Hinblick auf künftige Entwicklungen soll ein neuer Bedarfs- und Entwicklungsplan im Bereich der Altenwohn- und Pflegeheime für das Burgenland bis zum Jahr 2030 erstellt werden.

Im Gesundheitsbereich steht unter anderem die weitere Umsetzung des Maßnahmenpakets zur Absicherung des Landarztangebotes im Fokus. Das Land unterstützt bereits jetzt die Ausbildung burgenländischer Jungärzte durch kostenlose Vorbereitungskurse für die Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium oder durch freiwillige monatliche Zuschüsse für angehende Mediziner in burgenländischen Spitälern während des klinisch praktischen Jahres. Ab heuer soll es auch monatliche Stipendien von 300 Euro für Medizinstudenten geben, die sich im Gegenzug verpflichten, fünf Jahre eine Kassenarztstelle im Burgenland anzutreten. Ergänzend dazu gibt es eine Förderung von 500 Euro pro Monat für Turnusärzte in Ausbildung, wenn sie als Allgemeinmediziner im Land arbeiten, weiters eine Sonderförderung von 50.000 Euro für Praxisumbauten, geknüpft an die Verpflichtung der Ärzte, die Praxis für 10 Jahre zu betreiben.

Wie geplant umgesetzt werden soll die von Darabos auf den Weg gebrachte Schaffung von Akutordinationen in allen Bezirken. Diese sollen in Spitälern, in Bezirken ohne Spitäler mit privaten Trägern errichtet werden. „Eines meiner zentralen Anliegen im Gesundheitsbereich ist diese wohnort- und im wahrsten Sinne des Wortes bürgernahe Gesundheitsversorgung, die damit weiter ausgebaut wird“, so der Gesundheitslandesrat.

Weiterhin festhalten will Darabos am bewährten burgenländischen Weg, Flüchtlinge in kleinen Einheiten unterzubringen. Aktuell seien im Burgenland rund 1.600 Flüchtlinge, auf etwa 240 Quartiere verteilt, in der Grundversorgung. „Wir lehnen Massenquartiere entschieden ab und werden den burgenländischen Weg konsequent weitergehen, weil mit kleinen Einheiten auch die Integration erleichtert wird“.

 

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