Der letzte Akt: Schließung Bezirksgericht Jennersdorf

Jennersdorf, 29. 12. 2017

Trauerstimmung in Jennersdorf: Die Mitarbeiter haben heute ihren letzten Arbeitstag am Bezirksgericht Jennersdorf. „Nachdem Landeshauptmann Nießl das Bezirksgericht in Jennersdorf durch seine Zustimmung geschlossen hat, wird heute der letzte Akt bearbeitet“, stellt Bezirksparteiobmann Bernhard Hirczy fest.

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Die Menschen in der Region sind enttäuscht, denn es ist wieder eine Benachteiligung für den Bezirk Jennersdorf. Jetzt müssen die Menschen – von Kalch bis Rohrbrunn – nach Güssing zum Grundbuch oder Bezirksgericht fahren. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dies fast nicht machbar und mit einem Aufwand von mehreren Stunden verbunden.

„Mit dieser Schließung wurde dem Bezirk eine wichtige öffentliche Behörde, die Serviceeinrichtung, Anlaufstelle und Arbeitgeber für viele Menschen war, weggenommen“, so Bernhard Hirczy. Die Mitarbeiter laden heute Mittag zum Abschied: Landeshauptmann Nießl wird der Einladung nicht folgen und das Bezirksgericht Jennersdorf somit nicht besuchen. Im kommenden Jahr hätten 90 Jahre Zentralgebäude gefeiert werden können. Da nun das Bezirksgericht geschlossen und mit dem Bezirksgericht Güssing vereinigt wird, wird dieser Anlass bereits mit der Schließung gefeiert.

Nachdem das frühere Deutsch-Westungarn größtenteils als Burgenland im Jahr 1921 zu Österreich gekommen ist, blieb die für die Verwaltung des heutigen Bezirkes Jennersdorf zuständige Stadt St. Gotthard bei Ungarn. Deshalb musste ein neuer Sitz für Verwaltung und Justiz gesucht und gefunden werden. Jennersdorf erlangte somit durch diesen Anschluss des Burgenlandes an Österreich besondere Bedeutung. „Eines der jüngsten Bezirksgerichte Österreichs schließt nun seine Pforten“, bedauert der ÖVP-Bezirksparteiobmann.

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