Strategiekonzept „Landwirtschaft hat Zukunft“ vorgestellt

Eisenstadt, 22. 11. 2017 –

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Strategiekonzept „Landwirtschaft hat Zukunft“ vorgestellt

Agrarlandesrätin Verena Dunst setzt mit Unterstützung von ExpertInnen auf eine gemeinsame Produktions- bzw. Vermarktungsstrategien und will Vernetzung mit kulinarischen und touristischen Angeboten forcieren

Die kleinstrukturierte burgenländische Landwirtschaft sieht sich seit Jahren mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Gleichzeitig haben sich damit die Einkommens- und (Über-) Lebensbedingungen für die meisten in der Landwirtschaft Tätigen verschlechtert. Agrarlandesrätin Verena Dunst hat nun gemeinsam mit den burgenländischen LandwirtInnen und ExpertInnen unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) neue, tragfähige Lösungen entwickelt und damit den burgenländischen Agrarproduzentinnen und -produzenten neue Perspektiven aufgezeigt. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz wurde heute Vormittag in Eisenstadt das Strategiekonzept präsentiert.

„Im Zuge dieses neuen Projektes war es mein erklärtes Ziel, zukunftsträchtige Optionen für die burgenländische Landwirtschaft zu entwickeln. Dies erfordert eine Landwirtschaft, die im Angesicht von Globalisierung und starker internationaler Verflechtungen bestehen kann“, so Agrarlandesrätin Verena Dunst. Im Zuge des Projektes kristallisierten sich sechs strategische Entwicklungsfelder heraus. Das Hauptgewicht der burgenländischen Agrarpolitik wurde dabei in die Forcierung der Qualität der heimischen Produkte, in die gezielten Besetzung von Marktnischen und in die Entwicklung neuer Vertriebswege gelegt, denn die burgenländische Antwort auf Überproduktion kann nicht dauerhaft in Stützungszahlungen liegen, sondern ausschließlich in der Steigerung der Qualität und in der Entwicklung veredelter neuer Produkte. Der aktuelle Trend zu gesunder Ernährung bietet hier zahlreiche Möglichkeiten. Die Kleinstrukturiertheit ist in diesem Zusammenhang keine Schwäche, sondern eröffnet – im Gegenteil – zahlreiche Chancen. Dunst: „Einen Preiswettkampf werden die burgenländischen AgrarproduzentInnen – auch bei noch so hohen Förderungen – verlieren. Eine Qualitätsstrategie aber ermöglicht reelle Chancen für kostendeckende Preise. Hierfür haben wir in den vergangenen Monaten den Hebel angesetzt, insgesamt 60 neue Projektideen entwickelt und 35 davon einer intensiveren Diskussion unterzogen.“

So konnten die Stärken der saisonalen und regionalen Produktion, d.h. die Frische, die kurzen Transportwege, die Regionalität, die durchgängige Kontrolle von Anbau und Produktion, stärker herausgearbeitet und auf dieser Basis gemeinsame Produktions- bzw. Vermarktungsschienen sowie die Vernetzung mit kulinarischen und touristischen Angeboten angedacht werden. Eine derartige Strategie hat auch Anknüpfungspunkte bei urbanen KonsumentInnen in den Großräumen Wien und Graz – Stichwort gesunde Lebensmittel von heimischen ProduzentInnen aus dem Bio-Bundesland Burgenland – zum Inhalt. Agrarlandesrätin Dunst dazu: „Wir haben mit der Entwicklung des burgenländischen Weins eine beispiellosen Erfolgsgeschichte, die uns mit österreichweiter und internationaler Präsenz, mit Ab Hof Vermarktung, mit Orts- und Gebietsvinotheken jeden Tag vor Augen führt, dass eine Qualitätsstrategie trotz scheinbar überragender internationaler Konkurrenz große Chancen bietet.“ Um auch die burgenländischen Agrarproduzentinnen und -produzenten diesem Ziel näher zu bringen sind weitere Schritte notwendig. „Es ist nun wichtig die strategische Umsetzung der Ergebnisse aus dem Projekt „Landwirtschaft hat Zukunft“ voranzutreiben. Es gilt nun, gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Pakete zu schnüren, um die burgenländischen AgrarproduzentInnen auf ihren Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu begleiten. Die Dachmarke Burgenland muss forciert werden und strategisch in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Burgenland verstärkt auf Vermarktung, statt vordergründiger Beratung, gesetzt werden. Auch die Vernetzung mit dem kulinarischen und touristischen Angebot muss ausgebaut werden. Gemeinsam werden wir weiterhin neue Wege finden – im Interesse unserer Agrarproduzentinnen und Agrarproduzenten, der landwirtschaftlichen Produktionsbetriebe und natürlich auch im Interesse der KonsumentInnen, die sich hochqualitative Produkte auf ihren Tellern verdient haben“, so Dunst.

Der Endbericht umfasst 192 Seiten, woraus ein umfassendes Strategiekonzept erstellt wurde. In den kommenden Monaten wird dieses Strategiekonzept in komprimierter Form als Broschüre für alle interessierten BürgerInnen zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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