90 Jahre Landwirtschaftskammer Burgenland

Eisenstadt, 15. 11. 2017 –

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Burgenländische Landwirtschaftskammer 1927 bis 2017

Seit 90 Jahren werden die burgenländischen Bäuerinnen und Bauern von der Landwirtschaftskammer vertreten

 Im Jahr 1927, also vor 90 Jahren, hat die Burgenländische Landwirtschaftskammer im jüngsten Bundesland Österreichs ihre Arbeit als bäuerliche Interessenvertretung begonnen. Dieses Jubiläum wird heute, am 15. November 2017, um 16.00 Uhr, mit einer großen Festveranstaltung im Rittsteuersaal der Burgenländischen Landwirtschaftskammer gefeiert. Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums hat die Landwirtschaftskammer das Buch „Agrarland Burgenland – 90 Jahre Burgenländische Landwirtschaftskammer 1927 – 2017“ herausgegeben. Die redaktionelle Leitung lag in der Hand des bekannten burgenländischen Historikers Prof. Mag. Dr. Herbert Brettl.

 

Der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Ök.-Rat Franz Stefan Hautzinger, betont, dass es für ihn sehr wichtig ist, das Gründungsjubiläum zu feiern, weil in der Öffentlichkeit bewusst gemacht werden soll, welche vielfältigen und großartigen Leistungen die Bäuerinnen und Bauern sowie die bäuerliche Interessenvertretung unseres Heimatlandes in den 90 Jahren erbracht haben.

 

Hautzinger: „Zur Zeit der Kammergründung aber auch in den Vorkriegsjahren, während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit ging es darum, die Menschen in unserem Land ausreichend mit Essen zu versorgen. Bedingt durch die Modernisierung in der Landwirtschaft und durch die umfangreichen Beratungstätigkeiten der Landwirtschaftskammer (Pflanzenbau, Tierzucht, Betriebswirtschaft usw.) ist es gelungen, bis in die 80-erJahre die Produktion zu steigern, ja sogar erste Überschüsse zu produzieren. Zudem führte der Strukturwandel dazu, dass viele Betriebe vom Voll- in den Nebenerwerb wechselten oder die landwirtschaftliche Tätigkeit einstellten. Die Einführung der ökosozialen Marktwirtschaft leitete eine Wende in der heimischen Agrarpolitik ein. Die Berücksichtigung von ökologischen Aspekten gewann zunehmend an Bedeutung. Mit dem EU-Beitritt im Jahr 1995 wurden die lange geltenden nationalen Marktregelungen von der Gemeinsamten Agrarpolitik (GAP) der EU abgelöst. Die Burgenländische Landwirtschaftskammer hat auch maßgeblich dazu beigetragen, dass das Burgenland ab 1995 den Ziel 1-Status der EU erhielt. Die Ziel 1-Fördermaßnahmen stärkten die gesamte Wirtschaft unseres Landes und bewirkten, dass auch viele neue Arbeitsplätze für die Menschen im Ländlichen Raum geschaffen werden konnten. Heute, im Jahr 2017, sind wir bereits 22 Jahre bei der EU und arbeiten als Interessenvertretung schon eifrig an den ersten Vorbereitungen für die nächste Programmplanungsperiode, die von 2021 bis 2027 läuft, damit unsere bäuerlichen Familienbetriebe auch in Zukunft auf eine größtmögliche Planbarkeit setzen können“.

Hautzinger weiter: „Kein Berufsstand ist mehr Heimat verbunden und hängt stärker an Grund und Boden als die Landwirte. Die landwirtschaftlichen Flächen sind ihr Kapital, auf und mit dem sie für die Menschen hochqualitative Lebensmittel erzeugen. Die Bäuerinnen und Bauern denken langfristig und handeln schon seit jeher nachhaltig. Sie achten das, was sie von ihren Eltern bekommen haben und sind sich ihrer Verantwortung bewusst, auch den kommenden Generationen bleibende Werte weiter zu geben. Deshalb hat damals wie heute der Schutz dieses für die Bewirtschaftung notwendigen Eigentums einen hohen Stellenwert für die Landwirtschaftskammer. Ohne bäuerliche Arbeit gäbe es keine Landschaftspflege, was sich auch auf den Tourismus und die Artenvielfalt von Flora und Fauna schlecht auswirken würde“.

 

„Die Burgenländische Landwirtschaftskammer ist, als moderne Service-, Kompetenz- und Bildungseinrichtung, ein verlässlicher Partner für die bäuerlichen Voll- und Nebenerwerbsbetriebe sowie für die Grundeigentümer des Burgenlandes. Die kommenden Jahre bringen für die bäuerliche Interessenvertretung eine Menge von Aufgaben. Die Burgenländische Landwirtschaftskammer wird alles unternehmen, damit es auch in Zukunft im Burgenland eine von Familienbetrieben geführte flächendeckende Land- und Forstwirtschaft gibt, die multifunktionell für die Menschen tätig sein kann,“ so Präsident Hautzinger abschließend.

 

Laut amtlicher Erhebung gab es zur Zeit der Kammergründung im Burgenland rund 43.500 Bauernhöfe. Nach der letzten Agrarstrukturerhebung verzeichnet das Burgenland ca. 9.000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Aktuell vertritt die Burgenländische Landwirtschaftskammer rund 60.000 Bäuerinnen, Bauern sowie land- und forstwirtschaftliche Grundeigentümer.

 

 

 

 

 

 

 

 

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