ÖVP fordert Akut Ordination für jeden Bezirk

Eisenstadt, 31. 10. 2017 –

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Die Volkspartei Burgenland setzt sich für eine Akut-Ordination in jedem Bezirk ein. „Bereits jetzt fehlen in einigen Ortschaften Ärzte, bis zum Jahr 2025 gehen immer mehr Ärzte in Pension. Wir wollen die ärztliche Versorgung sichern und kämpfen gegen den Ärztemangel. Daher braucht es nun wie im Bezirk Oberwart eine Akut-Ordination in allen sieben Bezirken“, sagt Klubobmann Christian Sagartz.

In 5 von 7 Bezirken gibt es ein Krankenhaus, nur Jennersdorf und Mattersburg haben keinen Standort. „Es ist daher vor allem in den Bezirken Jennersdorf und Mattersburg notwendig, eine Akut-Ordination einzurichten. Hauptprobleme in der ärztlichen Versorgung gibt es am Wochenende und in der Nacht – diese werden in allen Bezirken schlagend“, so Christian Sagartz. „Die Ärzte teilen sich diese Zeiten in einer Art Bereitschaftsdienst. Dieses System wird nicht mehr lange aufrecht bleiben können: Vor allem junge Ärzte sind immer weniger bereit, diese Stunden zu leisten. Unsere Versorgung mit Hausärzten, die einen Kassenvertrag haben, ist gefährdet.“

Zudem verursacht ein Krankenhaus-Besuch deutlich höhere Kosten, als ein Patient bei einem Hausarzt oder durch eine Akut-Ordination kostet. Eine Akut-Ordination hat daher mehrere Vorteile:

  • Die Patienten haben eine gesicherte Grundversorgung,
  • das Burgenland wird attraktiver für junge Ärzte und
  • gleichzeitig spart das Gesundheitssystem bei besseren Leistungen noch Geld ein.

 

Hausarzt ist zentrale Stelle in der Gesundheitsversorgung vor Ort

Die Bedeutung des Hausarztes wird nicht nur durch ein besonderes Vertrauensverhältnis zum Patienten sichtbar, sondern auch im Pflegebereich. Eine wohnortnahe Versorgung durch einen Hausarzt ist eine Grundvoraussetzung für die Pflege vor Ort und ermöglicht den betroffenen Menschen, zu Hause und bei der Familie zu bleiben.

Damit der Job des Hausarztes am Land wieder attraktiver wird, braucht es ein umfassendes Maßnahmenpaket. Erste Voraussetzung ist die Aufwertung des Hausarztes sowie eine Gleichstellung mit den Fachärzten. „Wir fordern eine eigene Facharzt-Ausbildung für Allgemeinmediziner. Denn der Hausarzt darf nicht das Stiefkind der medizinischen Ausbildung sein“, betont der ÖVP-Klubobmann und zählt weitere Maßnahmen auf: „Die Bezahlung des Hausarztes muss der der Fachärzte angepasst werden. Außerdem müssen vor allem für junge Menschen und für Frauen ideale Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu zählen eine ausgeglichene Work-Life-Balance, ausreichend Kinderbetreuungsangebote und ein ausgewogenes Freizeitangebot.“

Landarzt-Stipendien für künftige Hausärzte

„Insgesamt droht dem Burgenland bereits in wenigen Jahren ein Ärztemangel. Besonders Hausärzte sind vom Aussterben bedroht“, betont der ÖVP-Klubobmann ein drastisches aber realistisches Bild. „Sebastian Kurz möchte mit Landarzt-Stipendien dem drohenden Hausärztemangel entgegenwirken. Damit hat er einen Vorschlag der Volkspartei Burgenland aufgegriffen.“

Die bundesweite Umsetzung der Landarzt-Stipendien wird durch Sebastian Kurz realistisch. „Wir unterstützen ihn dabei, denn für die Volkspartei Burgenland ist klar: Wir wollen die ärztliche Versorgung im Burgenland sichern“, unterstreicht Christian Sagartz. Einziger Wermutstropfen: Landesrat Darabos verschläft wieder einmal die Entwicklung.

„Seit einem Jahr liegt der Vorschlag auf dem Tisch: Pro Jahr sollen 20 Stipendien für Jung-Ärzte seitens des Landes ausgeschrieben werden. An diese Stipendien wäre dann die Verpflichtung verknüpft, im Burgenland fünf oder mehr Jahre als Arzt zu arbeiten“, erklärt Christian Sagartz. „Das Burgenland könnte längst eine Modellregion sein. Wir brauchen dafür ein Stipendiensystem für Medizinstudenten und Akut-Ordinationen für alle Bezirke“, ergänzt Sagartz und vermutet: „Darabos ist schlichtweg mit dem Gesundheitsressort überfordert.“

 

Die ÖVP-Vorschläge im Überblick:

  • Ein Stipendiensystem für Medizinstudenten schaffen.
  • Bessere Kooperationen zwischen Hausärzten ermöglichen.
  • Arzt-Arzt-Anstellungen erleichtern und Förderungen anbieten.
  • Gruppenpraxen erleichtern.
  • Akut-Ordinationen in allen Bezirken aufbauen.

 

Information zur Akut-Ordination:

  • wochentags von 17 bis 22 Uhr haben zwei diensthabende Ärzte (Visite und Ordination) Dienst. Für das Wochenende wird gerade eine Lösung verhandelt.
  • Vorteil für die Patienten: Gesicherte Grundversorgung rund um die Uhr.

Vorteil für die Allgemeinheit: Kostengünstiger als Krankenhaus-Besuch.

 

 

 

 

 

 

 

 

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