Frauen, wehrt euch!

Eisenstadt, 25. 10. 2017 –

Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt

Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen. Sexuelle Übergriffe gibt es nicht nur in Hollywood, auch im Alltag und in der Arbeitswelt. Unter dem Hashtag #meetoo melden sich über 100.000 Frauen im Netz die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind und machen auf das Problem in der Öffentlichkeit aufmerksam. Diese Frauen sind Mutmacherinnen. Landesfrauenvorsitzende LRin Verena Dunst appeliert einmal mehr an die Betroffenen – „Frauen, wehrt euch!“

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LRin Verena Dunst, Mag.a Doris Graser-Kern, Hannelore Binder, Mag.a Gabi Tremmel-Yakali, Dorottya Kickinger, Alexandra Bayer

Der Schutz der sexuellen Integrität ist ein wichtiger Teil selbstbestimmter Körperlichkeit. Bei der Debatte um sexuelle Belästigung geht es auch um die Ausübung von Macht, um Grenzüberschreitung und Selbstbestätigung der Männer auf Kosten von Frauen. Noch immer nehmen sich manche Männer Dinge heraus, die völlig inakzeptabel sind und haben dabei offensichtlich kein Unrechtsbewusstsein. Sie betrachten Frauen als Objekte, nicht als gleichwertige Menschen. Po-Grapschen, unerwünschte Berührungen und unerwünschte Küsse sind ganz klar als sexuelle Belästigung zu beurteilen. „Es gibt Gesetze, die diese Vergehen unter Strafe stellen, in Österreich wurde das Sexualstrafrecht nachgeschärft.“
Seit 2016 ist intensive und entwürdigende sexuelle Belästigung strafbar, in Zukunft genügt ein „Nein“. Der Tatbestand beschränkt sich nicht mehr nur auf die „unmittelbaren zur Geschlechtssphäre gehörige Körperpartien des Opfers“, der Schutz vor sexueller Belästigung wird dadurch ausgeweitet.

Die Gesellschaft ist aufgefordert, ein wachsames Auge zu haben. Sehr wichtig ist die Bewusstseinsbildung, denn es gibt leider Menschen, zu denen noch nicht durchgedrungen ist, dass sexuelle Belästigung egal ob verbal oder non-verbal kein Kavaliersdelikt ist. „Frauenrechte sind Menschenrechte, deshalb muss sexuelle Gewalt gegenüber Frauen immer bestraft werden, denn Frauenkörper sind keine Grapschflächen“, so Dunst zusammenfassend.

Hilfe bei sexueller Belästigung:

Wenn Frauen belästigt werden oder sich bedroht fühlen, sollten sie sich an eine der Gewaltschutzeinrichtungen wenden. Informationen zum Gewaltschutzzentrum Burgenland finden sich unter www.gewaltschutzzentrum.at oder telefonisch unter 03352/31420. Hilfe finden sie auch bei der Arbeiterkammer Burgenland unter www.bgld.arbeiterkammer.at und bei der Frauenhelpline gegen Gewalt unter www.frauenhelpline.at

 

 

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