Gratis-Internat für alle Lehrlinge ab 2018 beschlossen

Eisenstadt, 12. 10. 2017 –

Ein von der SPÖ eingebrachter Antrag, mit dem ab 2018 die Finanzierung der Internatskosten für Lehrlinge während der Berufsschulzeit einheitlich über den Insolvenz-Entgeltfonds erfolgt, wurde heute im Nationalrat beschlossen. Das sei ein „Riesenerfolg für SPÖ und ÖGJ“, erklären Klubobmann Robert Hergovich und ÖGJ-Landessekretär Kevin Sifkovits: „Unser gemeinsamer Einsatz hat sich ausgezahlt. Wir freuen uns sehr über diesen Durchbruch. Er bringt eine deutliche finanzielle Entlastung von Lehrlingen und ihre Gleichstellung in allen Berufsgruppen. Auch im Burgenland werden viele Jugendliche – und ihre Eltern – spürbar profitieren.“ Die ÖGJ hatte zur Unterstützung des Gratis-Internats eine Unterschriftenaktion gestartet. „Auch der burgenländische Jugendlandtag hat mehrfach eine Entlastung der Lehrlinge bei den Berufsschulkosten gefordert. Das wurde aber jahrelang von der ÖVP blockiert, die auch diesmal dagegen gestimmt hat und den betroffenen Lehrlingen in den Rücken gefallen ist. Einmal mehr zeigt sich, dass nur eine starke SPÖ darauf schaut, dass die Interessen arbeitender Menschen nicht unter die Räder kommen“, so Hergovich.

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SPÖ-Klubchef Hergovich bei der Unterzeichnung der ÖGJ-Unterschriftenaktion „Internatskosten weg“ mit ÖGJ-Landessekretär Kevin Sifkovits

„Solange junge Menschen in Ausbildung sind, müssen finanzielle Hürden für sie und ihre Familien so niedrig wie möglich gehalten werden – deshalb ist auch die von der ÖVP geplante generelle Wiedereinführung von Studiengebühren mit uns nicht zu machen“, bekräftigt Hergovich. ÖGJ-Landessekretär Sifkovits verweist darauf, dass mit dem heutigen Beschluss eine Ungleichbehandlung unter den Lehrlingen beseitigt wird: „Derzeit werden in einigen Branchen die Internatskosten zur Gänze, in anderen teilweise von den Betrieben bezahlt. Knapp die Hälfte der Lehrlinge bleibt aber ganz auf den Internatskosten sitzen. Diese machen zwischen 600 und 800 Euro pro Turnus aus. Es ist erfreulich, dass diese versteckten Ausbildungskosten jetzt für alle vom Tisch sind.“

Die von der SPÖ durchgesetzte Lösung einer Kostenübernahme durch den Insolvenz-Entgeltfonds sei fair, ist Klubchef Hergovich überzeugt: „Damit werden nicht nur die Lehrlinge und ihre Eltern, sondern auch die Ausbildungsbetriebe entlastet: eine wichtige Weichenstellung, um die Lehre noch attraktiver zu machen!“ Die Übernahme der Internatskosten sei eine langjährige Forderung der Gewerkschaftsjugend, so Sifkovits: „Bei unserer österreichweiten Unterschriftenaktion haben wir über 10.000 Unterschriften gesammelt, im Burgenland knapp 1.000.“

Auch das Land Burgenland unternehme eine große Kraftanstrengung, um gute Rahmenbedingungen für Lehrlinge zu garantierten, ergänzt Hergovich. So habe das Land in den letzten beiden Jahren rund 10 Millionen Euro in die Modernisierung der Landesberufsschulen Pinkafeld und Eisenstadt investiert und finanziere auch ein dichtes Netz von überbetrieblichen Lehrwerkstätten mit. „Finanziell stärken wir Lehrlingen mit dem Lehrlingsförderungszuschuss, dem Wohnkostenzuschuss und dem Fahrtkostenzuschuss den Rücken“, so der SPÖ-Klubobmann.

 

 

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