Gesundheitsbarometer Burgenland

Eisenstadt, 5. 10. 2017 –

Zufriedenheit bleibt auf hohem Niveau – Zwei Klassen Medizin im Fokus

18. Befragung im Rahmen des Gesundheitsbarometers – Schwerpunkte Hausärzte und Zweiklassenmedizin

Das Thema „Zwei-Klassen-Medizin“ stand im Mittelpunkt der 18. Welle des Gesundheitsbarometers, die vom Institut für Strategieanalysen im Auftrag des burgenländischen Gesundheitsfonds (BURGEF) seit dem Jahr 2011 durchgeführt wird. Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos präsentierte heute, Donnerstag, die Ergebnisse. Fazit: Die Zufriedenheit der BurgenländerInnen mit dem Gesundheitssystem im Land ist weiterhin auf hohem Niveau. Das Thema Wartezeiten und Versorgung mit Hausärzten wird aufmerksam verfolgt; die flächendeckende Hausarztversorgung ist für rund ein Drittel der Befragten ein sehr großes Problem. Die Mehrheit der Befragten sieht die Krankenhäuser im Burgenland positiv, 82 % Vertrauen in die Versorgung in den Spitälern. Als problematisch wird die Entwicklung beim Zugang zum System selbst wahrgenommen: Zwei Drittel der Befragten sehen eine Zwei-Klassen-Medizin als gegeben an, weit mehr als die Hälfte haben sogar Angst vor einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in Österreich. „Österreich verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt – das steht außer Frage und ist auf Basis vieler Studien belegbar und nachvollziehbar. Problematisch ist allerdings die Entwicklung beim ,niederschwelligen Zugang‘ zum System selbst. Umso wichtiger ist es für uns kleinste Veränderungen zu erkennen und sie einer internen Analyse zu unterziehen. Nur so können wir schnell reagieren und Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung vornehmen“, stellte Darabos fest.

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Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos

83 Prozent der Bevölkerung (1.400 Personen wurden befragt) sind mit dem Gesundheitssystem im Burgenland zufrieden bis sehr zufrieden – ein Wert auf konstant hohem Niveau. Hoch fallen die positiven Antworten bei den Vorsorgeuntersuchungen (54 % sehr zufrieden) aus. 77 % bewerten die Verfügbarkeit von Spitälern als insgesamt positiv. Aufholbedarf habe man bei Informationen über die Gesundheitsversorgung, so Darabos. Die relative Mehrheit der Befragten (40 %) ist der Meinung, dass sich die Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren verbessert hat. Mehrheitlich werden die Krankenhäuser im Burgenland positiv gesehen, 82 % Vertrauen in die Versorgung in den Spitälern.
49 % sehen zu lange Wartezeiten bei Hausärzten
Generell genießen die Ärzte bei der Bevölkerung hohe Wertschätzung. Besonders hoch fallen die positiven Antworten bei der Hausarztversorgung (64% Zufriedenheit) aus. Allerdings lag die Zufriedenheit mit der Hausarztversorgung im Jahr 2017 noch bei 77 %.
49 % der Befragten sind der Meinung beim eigenen Hausarzt sehr oder lange warten zu müssen; die flächendeckende Hausarztversorgung am Land ist für 31 % ein sehr großes Problem. Hier bestehe Handlungsbedarf, so Darabos: „Wir müssen neue Netzwerke andenken und verbesserte Bedingungen für Allgemeinmediziner erarbeiten.“

Große Mehrheit sieht Zwei-Klassen-Medizin als gegeben an
Eine große Mehrheit, 76 %, sehen eine Zwei-Klassen-Medizin als gegeben, 63 % haben sogar Angst vor einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in Österreich. „Menschen mit geringem Einkommen verlieren bei Diagnosen wie zum Beispiel Krebs wertvolle Zeit, weil die Wartzeiten für CT Untersuchungen und MR Untersuchungen extrem lange sind. Jene die ausreichend finanzielle Möglichkeiten haben zahlen das CT und MR privat und verlieren keine wertvolle Zeit zur Bekämpfung der Krebskrankheit“, so Darabos. Mögliche Maßnahmen um gegenzusteuern seien die Aufstockung der Studienplätze für das Medizinstudium oder die Aufstockung von Spezialuntersuchungsgeräten durch den Hauptverband der SV, so Darabos.

Burgenland hat Maßnahmen gesetzt
Das Burgenland habe bereits Maßnahmen gesetzt um der Zwei-Klassen-Medizin gegenzusteuern, so Darabos. So habe man zwei zusätzliche MR-Geräte für die Krankenhäuser in Güssing und Kittsee mit langen Öffnungszeiten – täglich bis 22 Uhr und Samstagvormittag – angeschafft, die Kooperationen zwischen niedergelassenen Ärzten und den Krankenhäusern auf Basis des Modells der Akutordination Oberwart verstärkt, eine Förderung von Jungärzte sowie ein Landarztstipendium für MedizinstudentInnen die sich dazu verpflichten 5 Jahre im Burgenland zu bleiben eingeführt.

 

 

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