Europas erste Teststrecke für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

Wien, 26. 9. 2017 –

Bund, Land und Industrie investieren rund elf Millionen Euro in die Teststrecke Oberwart-Friedberg

In Österreich entsteht auf der Strecke Oberwart-Friedberg Europas erste Teststrecke für selbstfahrende Züge auf offener Strecke. Im sogenannten „Open.Rail.Lab“ erproben Unternehmen und Forschungseinrichtungen neue  Eisenbahntechnologien wie Loks, Eisenbahnkreuzungen oder Hindernisse auf den Schienen automatisch erkennen. „Mit dem ,Open.Rail.Lab‘ entsteht im Burgenland  ein zukunftsweisendes Forschungsvorhaben das Forschungseinrichtungen und Industrie die Möglichkeit bietet, ihre Innovationen und Erfindungen im Zuge der Digitalisierung auf der Schiene im großen Stil zu entwickeln und zu testen. Diese Investition ist für das Burgenland enorm wertvoll. Einerseits wird die Strecke Oberwart-Friedberg aufgewertet und der Wirtschaftsstandort für Betriebe attraktiver, andererseits wird das Burgenland durch die Investition bei Forschung und Innovation einen großen Sprung nach vorne machen. Der Güterverkehr auf der Strecke wird nicht beeinträchtigt“, so Landeshauptmann Hans Niessl, der gemeinsam mit Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit und Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbands Schienenbahnen der Wirtschaftskammer, das Projekt in Wien der Öffentlichkeit präsentierte. Im „Open.Rail.Lab“ kann die gesamte Entwicklung der Technik für selbstfahrende Züge durchlaufen werden – von ersten Simulationen am Computer bis zu Testfahrten im normalen Bahnbetrieb. In die Aufrüstung der Strecke investiert das Infrastrukturministerium gemeinsam mit dem Land Burgenland und der Industrie rund elf Millionen Euro. Darüber hinaus wird das Infrastrukturministerium jährlich rund fünf Millionen Euro für Forschungsprojekte rund um automatisiertes Bahnfahren bereitstellen. Die Inbetriebnahme der Teststrecke erfolgt im Juni 2018.

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Landeshauptmann Hans Niessl, Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit und Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbands Schienenbahnen der Wirtschaftskammer

„Mit dem ,Open.Rail.Lab‘ bekommt Österreich ein Testlabor für die Bahn der Zukunft. Im Burgenland werden künftig selbstfahrende Züge entwickelt und getestet, etwa intelligente Loks, die mit Eisenbahnkreuzungen und Autos kommunizieren und so Unfälle verhindern. Wir fördern gezielt Forschung rund um automatisiertes Bahnfahren. Damit tragen wir dazu bei, dass unsere heimischen Betriebe mit der neuen Technologie weltweit punkten und Arbeitsplätze bei uns im Land schaffen. Und wir machen die Eisenbahn noch sicherer“, betont Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

Die 25,5 Kilometer lange Strecke verläuft von Oberwart über Altpinkafeld, Pinkafeld und Schäffernsteg nach Friedberg und umfasst insgesamt acht Haltestellen, zwölf Eisenbahnkreuzungen und einen 524 Meter langen Tunnel. Die vielfältigen Möglichkeiten, die eine offene Strecke Oberwart-Friedberg zur Erprobung und Evaluierung von neuen Innovationen im Bereich der Schiene mit sich bringe sei einzigartig, so Niessl. Eine Studie der TU Graz habe unter fünf potentiellen Standorten der Strecke Oberwart-Friedberg beste Voraussetzungen attestiert. „Die Dynamik im Bereich der Mobilität 4.0 auf der Schiene ist eine große Chance, die Wertschöpfungs- und die Forschungsquote m Burgenland zu steigern.“

Die Bahn sei das Rückgrat des Transportes. Deshalb seien die österreichische Bahnindustrie und die Unternehmen an der Weiterentwicklung der Bahn der Zukunft interessiert, betont Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbands Schienenbahnen der Wirtschaftskammer. „Die Automatisierung findet wie auf der Straße auch auf der Bahn statt, und die Unternehmen sind bereit, die Bahn zukunftsfit zu machen.“ Open.Rail.Lab ermögliche den Unternehmen neue Entwicklungen und Erfindungen voranzutreiben.

„Wir verstehen die Digitalisierung als Chance. Wir wollen die Modernisierung mit gestalten und nicht nur dabei sein. Sollten selbstfahrende Züge auch abseits der von isolierten Strecken einmal möglich sein, so ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit sicherlich neues Spezialwissen verbunden. Dazu zählen etwa die Überwachung von Systemen, die Beurteilung der Lage in Notfallsituationen oder bei technischen Gebrechen. Gemeinsam mit den Arbeitgebern überarbeiten wir deshalb die Berufsbilder bei den Bahnen und definieren sie neu“, sagt vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit.

 

 

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