120 Jahre Neusiedler Seebahn

Aus Anlass des 120-Jahre-Jubiläums der Streckeneröffnung der Neusiedler Seebahn im Jahr 1897 fand am 10. September 2017 eine Sonderzugfahrt auf der Neusiedler Seebahn mit Festakt in Pamhagen statt.

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Die Geschichte
Ende 2017 feiert die Neusiedler Seebahn das 120-jährige Bestandsjubiläum. Die feierliche Eröffnung der Strecke fand am 19. Dezember 1897 statt. Die Strecke war ursprünglich 110 Kilometer lang. Der südliche Endpunkt lag in Celldömölk (Kleinzell), einer ungarischen Kleinstadt auf der Höhe von Szombathely (Steinamanger). Nunmehr liegt der südliche Endpunkt der Strecke bei der Staatsgrenze nächst Pamhagen, die Länge beträgt 39 km. Der verbindende, grenzüberschreitende Charakter der Neusiedler Seebahn blieb jedoch bis heute erhalten, da die Strecke Staatsgrenze nächst Pamhagen – Fertõszentmiklós von der Raaberbahn AG weiter betrieben wird. Heutiger Eigentümer der Strecke Bad Neusiedl am See – Staatsgrenze nächst Pamhagen ist die Neusiedler Seebahn GmbH (NSB).

Aus Anlass des 120-Jahre-Jubiläums der Streckeneröffnung findet am 10. Septem-ber eine Sonderzugfahrt mit Festakt in Pamhagen statt, zu der die Bevölkerung herzlich eingeladen ist. Der Sonderzug steht von 12 bis 13 Uhr im Bahnhof Bad Neusiedl am See zur Abfahrt bereit. Zusteigemöglichkeiten gibt es in allen Bahnhöfen und Haltestellen entlang der Strecke.

Landeshauptmann Hans Niessl: „Dieses Jubiläum steht zum einen für die Tradition einer Bahnstrecke, die untrennbar mit der Geschichte der Region verbunden ist. Gleichzeitig gibt die Neusiedler Seebahn auch ein Beispiel für das moderne Burgenland, das sich durch den Ausbau der Infrastruktur auszeichnet. Der Rekord bei den Fahrgastzahlen zeigt, dass die Investitionen, die gerade in den letzten Jahren getätigt wurden, wirken. Das Investitionsprogramm, die 2014 gestartete Bahnhofsoffensive, der Einsatz moderner Züge und ein verbessertes Angebot sind gerade für unsere Pendlerinnen und Pendler von größter Bedeutung. In meiner Zeit als Landeshauptmann wurden die Gelder für die Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs auf 17 Millionen Euro massiv gesteigert. Und es wird auch in den kommenden Jahren größte Anstrengungen geben, um das Angebot weiter zu verbessern.“

Die Neusiedler Seebahn (NSB) wurde in den letzten Jahren attraktiviert. Seit der Elektrifizierung im Jahr 2004 wurde auf der Strecke der Neusiedler Seebahn ein umfassendes Modernisierungsprogramm gestartet. Alle durchgeführten Maßnahmen waren stets dazu bestimmt, die Verkehrssicherheit und die Qualität im Personenverkehr zu steigern, sowie die Streckengeschwindigkeit anzuheben (z.B. neue Mittelbahnsteige in den Bahnhöfen Gols, Frauenkirchen, St. Andrä/Zicksee, Wallern und Pamhagen; Streckenbegradigungen und Gleisneulage zwischen Pamhagen – Wallern – St. Andrä/Zicksee und Frauenkirchen).

Der Einsatz der neuen Züge der Raaberbahn AG auf der Neusiedler Seebahn be-deutet ebenfalls eine Qualitätssteigerung im Personenverkehr. Diese neuen Desiro ML Zugsgarnituren der Raaberbahn AG mit dem Namen „Ventus“, sind seit Septem-ber 2016 auf der Strecke der Neusiedler Seebahn im Einsatz. Diese bieten den Fahrgästen mehr Komfort (bequemere Fernverkehrssitze, Niederflureinstiege für barrierefreien Zugang, Klimatisierung etc.) und sind mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde und beschleunigungsstarken Antrieben für die Anforderungen, die an modernen öffentlichen Nahverkehr gestellt werden, bestens gerüstet.
Die Verbesserungen der letzten Jahre spiegeln sich auch in den Fahrgastzahlen wider: während im Jahr 2004 ca. 450.000 Fahrgäste gezählt wurden, konnten 2016 bereits 729.000 Fahrgäste gezählt werden (Zuwachs von rd. 62%). Dieser Zuwachs zeigt, dass die Neusiedler Seebahn für die Region und ganz besonders für die Pendlerinnen und Pendler des Seewinkels einen hohen Stellenwert hat.

Land und Bund sind starke Partner
Seit Jahren ist das Land Burgenland gemeinsam mit dem Bund ein verlässlicher Partner der NSB, wenn es um die Attraktivierung des Angebotes auf der Strecke geht. In der Förderperiode 2010 – 2014 – im Zeitraum des sogenannten 7. Mittelfristigen Investitionsprogrammes (7. MIP) – wurden Infrastrukturmaßnahmen im Ausmaß von 22,9 Mio. Euro verwirklicht. Im Rahmen des sogenannten 8. Mittelfristigen Investitionsprogrammes (8. MIP) in der Förderperiode 2015 – 2019, werden weitere Infrastrukturmaßnahmen im Ausmaß von 20 Mio. Euro umgesetzt.

CrossBorder Rail
Ein Teil dieser Investitionen (6,8 Mio. €) wird über das grenzüberschreitende EU-Projekt CrossBorder Rail (INTERREG V-A, Österreich – Ungarn 2014-2020) finan-ziert. Lead Partner des Projektes ist die Raaberbahn (GySEV Zrt.), die Neusiedler Seebahn GmbH und das Regionalmanagement Burgenland sind Projektpartner.

Konkret werden im Rahmen des Projektes folgende Maßnahmen zur der Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit und zur besseren Anbindung der Strecke an das Transeu-ropäische Eisenbahnnetz (TEN-T) umgesetzt:

­        Technische Sicherung von Eisenbahnkreuzungen
­        Beschleunigungsmaßnahmen am sogenannten Bogen Neusiedl/See und im Abschnitt Frauenkirchen – Mönchhof
­        Ausbau und Adaptierung der Park & Ride Anlagen an den Bahnhöfen Frauenkirchen, St. Andrä/Zicksee und Pamhagen
­        Maßnahmen zur Barrierefreiheit an allen Bahnhöfen und Haltestellen der Neusiedler Seebahn
­        Wegweisung und Wegeleitung zu den Stationen und Haltestellen
­        Neue Zugzielanzeigen und Videoüberwachung.

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Region hat für das Burgenland einen hohen Stellenwert, da die Strecke der Neusiedler Seebahn auch durch das Weltkul-turerbe Neusiedler See, einem besonders sensiblen Gebiet, führt.

Der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) bezeichnete die Neusiedler Seebahn bereits 2014 als „attraktive Regionalbahn die hochwertige Mobilität schafft“ und führt sie auch in der Erfolgsbilanz der Regionalbahnen, welche zeigt, dass ein gutes Angebot zu steigenden Fahrgastzahlen führt. Regionalbahnen stärken die Regionen, verbessern das Mobilitätsangebot für die Bevölkerung und sind auch für den Tourismus wichtig.

Die Neusiedler Seebahn
Die Neusiedler Seebahn GmbH (NSB) wurde als Nachfolgergesellschaft der vor 120 Jahren gegründeten Neusiedler Seebahn AG im Jahr 2010 geschaffen. An der Neusiedler Seebahn GmbH sind das Land Burgenland über die Landesholding Burgenland als Mehrheitseigentümer (50,2 %) und die Republik Österreich (49,8 %) beteiligt.

Die NSB ist ein Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen und betreibt die Bahnstrecke zwischen dem Bhf. Bad Neusiedl am See und der Staatsgrenze bei Pamhagen (rd. 39 km). Die Raaberbahn AG erbringt die Dienstleistungen im Bereich Personen-verkehr auf der Strecke der NSB. Das bedeutet, diese fährt die Züge auf der Strecke der NSB mit ihren eigenen neuen „Ventus“-Triebwagen, aber auch mit den Zugsgarnituren, die von den ÖBB gemietet werden. Die Raaberbahn sorgt auch für die Steuerung des Zugsverkehrs auf der Strecke. Im Jahr 2018, in dem die Sicherungsanlagen sowohl auf der Strecke der Neusiedler Seebahn als auch auf der Raaberbahn komplett erneuert sein werden, kann die Steuerung aller Bahnhöfe auf beiden Strecken durch die Raaberbahn von ihrer Zentrale in Wulkaprodersdorf aus erfolgen.

Zu den Aufgaben der Neusiedler Seebahn zählen die Planung und Durchführung von Investitionen, Instandhaltungen und Erneuerungen, die für den sicheren Zustand der Strecke notwendig sind, sowie die periodische Überwachung der Infrastruktur.

Die Neusiedler Seebahn ist eine mit dem Stromsystem 25 kV/50 Hz elektrifizierte Nebenbahn für den Personen- und Güterverkehr, die Spurweite beträgt 1435 mm (Normalspur). Seit April 2004 ist die zuvor von der Einstellung bedrohte Strecke durchgehend elektrifiziert und erzielt seitdem stark gesteigerte Fahrgastzahlen.

 

 

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