Schwerpunkte und Neuerungen im Schulbereich

Eisenstadt, 23. 8. 2017 –

Neues Schuljahr bringt mehr Autonomie, Sprachstartgruppen, Schulcluster und digital learning

Für 32.479 SchülerInnen im Burgenland, davon 18.219 im Pflichtschulbereich und 2.741 Erstklässler, beginnt am 4. September das neue Schuljahr. Was sie an Schwerpunkten und Neuerungen im Schulbereich erwartet, darüber informierten Landeshauptmann Hans Niessl, Präsident des Landesschulrats, und der amtsführende Landesschulratspräsident Mag. Heinz Josef Zitz heute, Mittwoch, bei einem Pressegespräch. Zu den Neuerungen zählen die Schuleinschreibung neu, die Ausweitung der täglichen Turnstunde auf nunmehr 188 Schulen, frei wählbare Leistungsbeurteilung, Sprachstartgruppen und die Einführung von Schulclustern im Rahmen des im Juni vom Nationalrat beschlossenen Schul-Autonomiepakets. „Digital learning“ soll noch stärker in den Lehrplan integriert werden.

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Der Präsident des Landesschulrats Landeshauptmann Hans Niessl und der amtsführende Landesschulratspräsident Mag. Heinz Josef Zitz informierten über Neuerungen in Burgenlands Schulen im kommenden Schuljahr.

„Das Burgenland ist ein Musterschüler in der Bildungspolitik“, betonte Niessl. „Wir sind bei der Kinderbetreuung, bei den Angeboten und der Qualität der Bildung, bei den Maturanten top“. Zuletzt sei man auch bei der Zentralmatura mit der insgesamt geringsten Zahl an Nichtgenügend in Deutsch, Englisch und Mathematik an erster Stelle gelegen. „Die Latte liegt hoch, wir wollen sie für die nächsten Jahre noch höher legen. Das Ziel kann nur sein, weiterhin die Nummer Eins im Bildungsbereich in Österreich zu sein“.

Grundschulreform bringt mehr Flexibilität
Mehr Autonomie bringt die Grundschulreform. So soll der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule durch einen Austausch zwischen den beiden Institutionen bessere individuelle Förderung ermöglichen. Schulen können künftig selbst über die Beurteilungsformen entscheiden, ebenso über die Trennung von Klassen nach Schulstufen oder deren jahrgangsübergreifende Bildung. Sprachstartgruppen können, als Ergänzung der bisherigen Sprachförderkurse, parallel zum Unterricht in der Regelklasse geführt werden. „Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Integration“, ist Niessl überzeugt. Er sieht Deutschkenntnisse als die wesentliche Grundlage für Bildungsvermittlung.

Tägliche Turnstunde bereits an 188 Schulen
Die im Vorjahr erstmals im Burgenland als bundesweite Modellregion auf schulautonomer Basis eingeführte tägliche Bewegungs- und Sporteinheit wird an weiteren zehn Schulen eingeführt. Insgesamt nehmen ab dem neuen Schuljahr bereits 188 Schulen am Modell teil, das sind 81 % aller Schulen im Burgenland. Niessl bewertet die tägliche Turnstunde als „ein Erfolgsmodell, das kontinuierlich weiterwächst“.  

Bildungsdirektion so gut wie umgesetzt
„Zu 90 Prozent umgesetzt“ sei die Bildungsdirektion im Burgenland. In der noch unter dem Namen „Landesschulrat“ firmierenden Institution werden bereits jetzt alle dienstrechtlichen Angelegenheiten aller LehrerInnen zentral geregelt – jener der Landes- als auch der BundeslehrerInnen. Ab 1.1.2019 soll, wie vom Gesetz gefordert, die Bildungsdirektion als Amt gänzlich umgesetzt sein.

Schulcluster bereits Realität
Das im Juni 2017 vom Nationalrat beschlossene Autonomiepaket beinhaltet unter anderem die Bildung von Schulclustern. Im Burgenland wurden bereits einige Schulen im Allgemeinen Pflichtschulbereich unter eine gemeinsame Leitung gestellt, so etwa in der ASO Frauenkirchen (VS Frauenkirchen, VS Illmitz, Expositur NMS Illmitz sowie Sport-NMS Frauenkirchen), in der VS Deutsch Jahrndorf (mit VS Gattendorf) oder und in der VS Kleinhöflein (mit VS St. Georgen).

Neues Unterrichtsfach „Coding und Robotik“
„Im Bereich des Einsatzes digitaler Technologien ist das Burgenland die Nummer Eins in Österreich, ja sogar in Europa“, sagte Zitz. 95 % aller burgenländischen Volksschulen nutzten „skooly“, 100 % der burgenländischen Bundesschulen seien im E-Learning-Cluster. Der Bildungsserver sei mit fast 100 %-iger Nutzung das meistgenutzte System in Österreich. Nun soll das neue Unterrichtsfach „Coding und Robotik“ an 12 burgenländischen Schulen eingeführt werden und den SchülerInnen digitale Technologien näherbringen.

SchülerInnenzahlen wieder leicht ansteigend
Im Burgenland gibt es mit dem Schuljahr 2017/2018 18.219 SchülerInnen im Pflichtschulbereich, das bedeutet ein leichtes Plus zum Vorjahr; 2.741 von ihnen sind Taferklässler. Im AHS/BMHS-Bereich sind zum Schulstart 14.260 SchülerInnen gemeldet. Insgesamt sind im Burgenland 4.141 LehrerInnen tätig, davon 2.372 LandeslehrerInnen und 1.769 BundeslehrerInnen (AHS, BMHS). „Besonders freut es mich, dass wir für das kommende Schuljahr 106 zusätzliche LehrerInnen anstellen konnten“, so Niessl.

 

 

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