WKO fordert die Politik für die Opernfestspiele St. Margarethen, Petschnig kontert

Eisenstadt, 11. 8. 2017 –

Opernfestspiele: Jetzt ist Landesrat Petschnig gefordert!

Die Wirtschaftskammer nimmt Landesrat Petschnig in die Pflicht. Er müsse jetzt Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die Opernfestspiele weitergeführt werden. Ansonsten wäre der Schaden enorm, wie eine Umfrage der Wirtschaftskammer bestätigt.

övp

Eine Blitzumfrage bei burgenländischen Tourismus- und Handelsbetrieben macht es deutlich: Das Ende der Opernfestspiele im Römersteinbruch in St. Margarethen wäre ein enormer Schaden für die heimische Wirtschaft. „Bei uns laufen die Telefone heiß, Hoteliers, Händler und Gastronomiebetriebe befürchten enorme Umsatzeinbußen. Ein Betrieb hat schon jetzt 450 Vorreservierungen für 2018, die er mit einem Schlag verlieren würde. Manche sprechen gar von 50 Prozent Umsatzverlust“, bestätigt Wirtschaftskammerpräsident Ing. Peter Nemeth die Befürchtungen, angesichts des überraschenden Aus der Opernfestspiele St. Margarethen.

Jetzt sei der für Wirtschaft- und Tourismus zuständige Landesrat MMag. Alexander Petschnig gefordert: „Landesrat Petschnig trägt jetzt die Verantwortung, damit es hier nicht zum Fiasko kommt. Er muss jetzt seine Wirtschaftskompetenz beweisen, denn es geht nicht um einen Streit zwischen Land und Veranstalter, sondern um den Tourismus- und Wirtschaftsstandort Burgenland.“

Mit mehr als 150.000 Besuchern jährlich sind die Opernfestspiele im Römersteinbruch ein unverzichtbarer Tourismusmagnet für das Burgenland von dem unzählige Branchen profitieren.  „Neben dem Imageschaden für das Tourismusland Burgenland sind hier auch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen massiv in Gefahr“, warnt Wirtschaftskammerpräsident Nemeth.


Ein Präsident auf Abwegen

WK-Nemeth mit Retro-Sehnsucht nach Geldverschwendungszeiten

Mit großer Betroffenheit nahm Landesrat Alexander Petschnig die Ankündigung der Esterhazy-Gruppe auf, im Jahr 2018 keine Opernproduktion in St.Margarethen anzubieten zu wollen. „Die Oper im Steinbruch ist ein weithin bekannter Magnet für unsere Gäste. Daher ist die Absage der Veranstaltung für 2018 eine äußerst bedauerliche Nachricht für den burgenländischen Tourismus!“, so Petschnig.

Für definitiv unangebracht hält Petschnig hingegen Versuche, auf Basis der Entscheidung eines privaten Investors statt nach Lösungen zu suchen, politisches Kleingeld wechseln zu wollen. Dass ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner reflexartig gleich die ganze Landesregierung adressiert, ist aufgrund der Oppositionsrolle seiner Partei mit etwas Humor noch nachvollziehbar. Dass sich nun aber sogar der Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland, Peter Nemeth, mit einer politisierenden Wortmeldung in die Causa einmischt und das für Wirtschaft und Tourismus zuständige Regierungsmitglied für die Ereignisse rund um die Kulturveranstaltung in St.Margarethen verantwortlich zu machen versucht, verkörpert eine völlig neue Dimension.

„Ich darf den Herrn Präsidenten auf die Verordnung der Landesregierung vom 14.Juli 2015, mit der die Referate auf die Mitglieder der Landesregierung aufgeteilt werden (LGBl Nr 34/2015) hinweisen, aus der eindeutig hervorgeht, wer in der Landesregierung für kulturelle Angelegenheiten zuständig ist. Hinweis: Ich bin es nicht!“, stellt Petschnig klar, um danach erläuternd fortzufahren: „Es ist eine der zentralen Errungenschaften der rot-blauen Landesregierung, mit der nahezu willkürlichen kreuz-und-quer-Förderung vergangener Tage – ohne Rücksichtnahme auf Zuständigkeiten, Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit – rigoros aufgeräumt zu haben. Erst die klare Wahrnehmung der jeweiligen Verantwortlichkeiten unter den Kolleginnen und Kollegen in der Landesregierung trug dazu bei, Bereiche und Finanzierungsquellen zu entflechten und jene Effizienzpotenziale zu heben, die produktive Programme ermöglichen und somit zu den evidenten Rekordzahlen des Burgenlandes in Sachen Wirtschaft, Tourismus und Arbeitsmarkt führten. Daher spricht es Bände, wenn ausgerechnet der Präsident der Wirtschaftskammer einem althergebrachten, aber ebenso verschwenderischen System das Wort redet und sich für die Intransparenz längst vergangener Zeiten einsetzt. Rückschlüsse auf die innere Verfassung der Wirtschaftskammer Burgenland drängen sich regelrecht auf – und unterstützen einmal mehr meine Forderung nach einer Urabstimmung über die Aufrechterhaltung des Zwangsmitgliedschaftssystems“, schloss Petschnig.

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