Getreide PK der AMA

Wien, 9. 8. 2017 –

Präsident Franz Stefan Hautzinger bei Ernte-PK der Agrarmarkt Austria am 9. August 2017 in Wien

Präsident Franz Stefan Hautzinger hat heute in seiner Funktion als Vorsitzender des AMA-Verwaltungsrates gemeinsam mit dem AMA-Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Günter Griesmayr und dem für Marktordnung und Marktberichte zuständigen AMA-Abteilungsleiter Christian Gessl bei einer Pressekonferenz im Cafe Landtmann in Wien eine Bilanz über die Getreideernte 2017 gezogen.

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AMA-Abteilungsleiter Christian Gessl, AMA-Verwaltungsratsvorsitzender Präsident Franz Stefan Hautzinger, AMA-Vorstandsvorsitzender DI Günter Griesmayr

Die Erträge bei Getreide sind im Erntejahr 2017 um rund 22 % niedriger ausgefallen. Die Getreideproduktion (ohne Mais) wird auf rund 2,8 Mio. Tonnen geschätzt und liegt somit rund 800.000 Tonnen unter dem vorjährigen Rekorderntejahr. Die prognostizierte Gesamtproduktion von 4,7 Mio. Tonnen (mit Mais) beeinflusst die österreichische Getreidebilanz negativ. Bei einem wachsenden Inlandsverbrauch steigert sich der Importnettobedarf von 300.000 Tonnen Getreide auf voraussichtlich 1,4 Mio. Tonnen, vorausgesetzt die Maisernte entspricht den derzeit ohnehin schon mäßigen Erwartungen. Die österreichische Getreideanbaufläche beträgt im Jahr 2017 556.638 ha und schrumpft gegenüber dem Vorjahr (- 22.896 ha) auf ein Rekordtief.

Im Burgenland ergab die Getreideernte 2017 eine Gesamtproduktionsmenge von rund 250.000 Tonnen, die auf etwa 60.000 ha Ackerfläche geerntet wurden. Der Getreideflächenanteil ist im Vergleich zum Vorjahr um 6.000 ha zurückgegangen. Die Raps-, Sojabohnen- und Körnermaisfläche ist in diesem Ausmaß gestiegen.


Getreideernte 2017: Trockenheit schmälert Erträge
Hitze macht Strich durch die Rechnung
Die Erträge bei Getreide sind im Erntejahr 2017 gegenüber dem Erntejahr 2016 um rund 22 % niedriger ausgefallen. Die Getreideproduktion (ohne Mais) wird auf rund 2,8 Mio. t geschätzt und liegt somit rund 800.000 t unter dem vorjährigen Rekorderntejahr.
„Die prognostizierte Gesamtproduktion von 4,7 Mio. t (mit Mais) beeinflusst die österreichische Getreidebilanz negativ. Bei einem wachsenden Inlandsverbrauch steigert sich der Importnettobedarf von 300.000 t Getreide auf voraussichtlich
1,4 Mio. t, vorausgesetzt die Maisernte entspricht den derzeit ohnehin schon mäßigen Erwartungen“ informiert Dipl.-Ing. Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria (AMA).
Getreidefläche auf Rekordtief
Die österreichische Getreideanbaufläche beträgt im Jahr 2017 556.638 ha und schrumpft gegenüber dem Vorjahr (-22.896 ha) auf ein Rekordtief.
Weichweizen, das meistangebaute Getreide, nimmt gegenüber dem Vorjahr aufgrund widriger Anbaubedingungen im Herbst deutlich (-15.831 ha) ab und landet auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2003.
Hartweizen kann die Flächenausweitungen des Vorjahres mit kleinen Verlusten halten
(-337 ha), während Dinkel einen Großteil seiner vorjährigen Zuwächse aufgrund des Bio-Dinkelpreiseinbruchs verliert (-3.916 ha).
Wintergerste wurde gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger kultiviert (-3.104 ha), während Sommergerste leicht zulegt (+1.602 ha) und damit den langjährigen Abwärtstrend durchbricht.
Die Roggenfläche verliert abermals kräftig (-2.930 ha) und liegt mittlerweile rund 30 % unter der Fläche des Jahres 2014.
Die Körnermaisfläche nimmt in Österreich aufgrund der ständig steigenden Inlandsverarbeitung gegenüber dem Vorjahr kräftig zu (+13.678 ha) und kehrt somit den mehrjährigen Abwärtstrend um.
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Sojafläche auf Rekordniveau, Ölkürbisfläche halbiert
Ölsaaten wurden von den Landwirten als wirtschaftlich interessante Alternative zum Getreide im heurigen Jahr vermehrt angebaut. Die Sojabohne erreicht somit mit 14.648 ha die höchste absolute Zunahme aller Feldfrüchte und landet auf einem Rekordniveau von 64.467 ha. Die bisher größte Sojafläche von 2015 wird damit um mehr als 7.000 ha übertroffen.
Sonnenblumen überzeugten im Vorjahr ebenfalls durch Ertrag und Preis. Mit der Flächenzunahme um 3.820 ha wurde der seit 2013 herrschende Trend der Abnahme gestoppt.
Hervorgerufen durch die hohe Produktion im Vorjahr fiel der Erzeugerpreis für Kürbiskerne. Die Anbaufläche von Ölkürbis wurde in diesem Jahr nahezu halbiert und liegt etwa auf dem Niveau von 2014. Fläche in ha 2014 2015 2016 2017
Sojabohne
43.729
56.867
49.819
64.467
Öl- und Speisekürbis
22.491
32.175
39.470
22.867
Getreideversorgungsbilanz – Importbedarf steigt
Österreich hat traditionell hohe Außenhandelsvolumen im Import und im Export von Getreide. Vor allem bei Mais besteht ein hoher Importbedarf, um den konstant wachsenden Verarbeitungssektor entsprechend versorgen zu können.
Im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/2018 werden die Exporte auf 1,4 Mio. t geschätzt, die Importe jedoch steigen deutlich auf 2,8 Mio. t an. Die Exporte erreichten in den letzten Jahren 1,1 bis 1,7 Mio. t, die Importe, je nach inländischer Erntemenge zwischen 2 und 2,3 Mio. t.
Vor allem die Lieferungen von hochwertigem Qualitätsweizen nach Italien mit einer erhöhten Wertschöpfung bilden die Basis für einen wertmäßig positiven Außenhandelssaldo.
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Faktoren für die geringe Ertragsbildung
„Eine geringe Anzahl an ährentragenden Halmen, wenige Körner pro Ähre und das große Niederschlagsdefizit insbesondere in der letzten Phase der Kornfüllung waren die entscheiden Faktoren für das recht mäßige Gesamtergebnis der heurigen Getreideernte“ erklärt der Vorsitzende des Verwaltungsrates der AMA, ÖkR Franz Stefan Hautzinger.
Ährentragende Halme: Bedingt durch einen frühen Kälteeinbruch im Herbst und geringer Bodenfeuchte im Frühjahr bildete das Wintergetreide eine geringe Anzahl an ährentragenden Halmen (schlechte Bestockung).
Körner pro Ähre: In der Phase des Streckungswachstums (Schossphase) wurden mangels Wasser wenig Körner pro Ähre angesetzt. Im Gegensatz zum Weizen profitierte die sich rascher entwickelnde Wintergerste noch mehr von der Feuchtigkeit im Frühjahr.
Korngewicht: In der letzten Phase der Kornfüllung war das Niederschlagsdefizit am gravierendsten. Das drückte die Erträge deutlich. Zusätzlich wirkte es sich negativ auf die Korngrößensiebung der Braugerste aus. Die Niederschlagsdefizite gegenüber dem langjährigen Mittel in der Kornfüllungsphase (Mai und Juni) erreichten in manchen Regionen ein Ausmaß von über 60 %. Niederschlagsdefizit 1. Mai – 30. Juni 2017 in % zum langjährigen Mittel
Horn
-67 %
Gänserndorf
-56 %
Frauenkirchen
-46 %
Quelle: Hagelversicherung
Ernteergebnisse der Hauptkulturen
Die Erntemenge von Weichweizen – als Kultur mit dem höchsten Flächenanteil in Österreich – wird rund 1,4 Mio. t betragen und liegt somit um rund 25 % unter dem Vorjahresergebnis. Sie zeichnet sich jedoch durch gute Qualitätsmerkmale – überdurchschnittlich hohe Proteingehalte (der Proteingehalt konzentrierte sich in der geringen Kornmasse des Erntegutes) und hohe Fallzahlen aus.
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Erste Ergebnisse der Untersuchungen aus der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung in Wien weisen bis dato sehr gute Knet- und Backeigenschaften auf. Bundesweit wird die Qualitätsverteilung derzeit auf rund 70 % Premium- und Qualitätsweizen sowie 25 % Mahlweizen geschätzt und liegt deutlich über dem Vorjahresergebnis. Daher bleiben die Chancen für die Vermarktung an die inländische Mühlenindustrie und den Export, vor allem nach Italien, vielversprechend.
Hartweizen erreicht niedrige Erträge. Die Qualitätseigenschaften für die Teigwarenherstellung profitierten von den trockenen Abreifebedingungen und sind hervorragend (Anteil der glasigen Körner, Proteingehalt).
Winter- und Sommergerste fallen zum ertragsstarken Vorjahr nur leicht ab. Die rasche Entwicklung ermöglichte es der Wintergerste die Trockenheit besser zu überstehen als Weizen. Die Braugerste hat mengenmäßig bei gestiegener Anbaufläche abgenommen (In besonders trockenen Lagen kam es zu Qualitätseinbußen).
Roggen, nach Weizen das zweitwichtigste Brotgetreide in Österreich, liefert auf der bisher geernteten Fläche unterdurchschnittliche Erträge, weist jedoch gute Knet- und Backeigenschaften der daraus gewonnenen Mehle auf. Die Ernte im Waldviertel steht kurz vor dem Abschluss.
Raps konnte überraschenderweise – ähnlich wie Wintergerste – die Trockenheit besser kompensieren als Weizen. Der Spätfrost inklusive drückender Schneemengen Ende April (während der Blüte) verursachte lokale Schäden.
Bio-Anteil der Anbauflächen liegt bereits bei 14 %
In den letzten Jahren wurden die Bio-Anbauflächen nahezu verdoppelt und stellen mit einem Anteil von rund 14 % der Gesamtanbaufläche ein bedeutendes Marktsegment dar.
Bio-Weichweizen wuchs gegenüber dem Vorjahr kräftig um 4.307 ha und ist somit auch auf den biologisch bewirtschafteten Flächen weiterhin das am häufigsten angebaute Getreide. Bio-Körnermais erfuhr mit einer Flächenausdehnung von 4.745 ha die größte absolute Zunahme unter den Bio-Kulturen. Attraktive Bio-Erzeugerpreise sind mit ein Grund für die Flächenzunahmen dieser Kulturen.
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Die Ausweitung von Bio-Dinkel im Vorjahr wurde von den Landwirten heuer großteils zurückgenommen (-2.516 ha). Maßgeblich dafür war der von der hohen Produktionsmenge gedrückte Erzeugerpreis (-36 %). Bio-Sojabohne verzeichnete eine Zunahme um 3.195 ha gegenüber dem Vorjahr.
Bio-Weichweizen lag wie im konventionellen Sektor mangels Niederschlägen unter den Vorjahreserträgen. Die Proteingehalte konnten gegenüber dem Vorjahr zulegen.
Bio-Dinkel wurde auf einer stark reduzierten Fläche mit geringeren Durchschnittserträgen als im Vorjahr geerntet.
Preise – erste Notierungen leicht über Vorjahresniveau
Die ersten Notierungen der neuen Ernte für Premiumweizen an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien liegen bei 190 bis 202 EUR/t, während Qualitätsweizen mit 180 bis 185 EUR/t notiert und Futtergerste mit 127 bis 130 EUR/t notiert wird. Diese Werte liegen zwischen 17-25 EUR/t über dem Preisniveau des Vorjahres. Körnermais aus der alten Ernte notierte an der Welser Fruchtbörse zuletzt mit 160 bis 165 EUR/t über dem Niveau (+20 EUR/t) in der letzten Maisernte (Oktober). Die Grundlage für die weitere Preisbildung geschieht auf den Weltmärkten. Ausschlaggebend für den europäischen Getreidemarkt ist die Leitbörse Euronext in Paris. Zusätzlich wir das Ergebnis der bevorstehenden Maisernte die weitere Entwicklung der Getreidepreise beeinflussen.
Herbsternte – Ausgang noch offen
Die im Herbst zu erntenden Kulturen Mais, Sonnenblume, Sojabohne und Zuckerrübe wurden bisher von der Trockenheit und Hitze regional unterschiedlich stark in Mitleidenschaft gezogen. Im niederösterreichischen Ackerbaugebiet erreichte beispielsweise die Anzahl der Hitzetage per Ende Juli (24) bereits die gesamte Jahressumme des Vorjahres. Die Blühphase bei Mais wurde von teilweise aufgetretenen Niederschlägen im Juli regional positiv unterstützt. Die Bestandeshöhen und die Kolben- bzw. Hülsenansätze von Mais und Soja sind je nach Bodenbonität und Niederschlag sehr unterschiedlich und lassen für die Landwirte eine deutlich geringere Erntemenge als im Vorjahr erwarten. „Die Niederschlagsmengen und Temperaturen der nächsten Wochen werden darüber entscheiden, ob die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern belohnt wird“, so ÖkR Franz Stefan Hautzinger.
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Getreidemarkt EU-28
Unterdurchschnittliche Ernte erwartet
In ihrer jüngsten Schätzung erwartet die Europäische Kommission eine Getreideernte in Höhe von 295,6 Mio. t. Dies entspricht einer Produktionsmenge, die um 7,4 Mio. t unter dem Schnitt der letzten fünf Jahre liegt. Gegenüber der Vorjahresernte, welche ebenfalls bei rund 295 Mio. t lag, wird eine höhere Weizenproduktion jedoch eine geringere Erntemenge bei Gerste und Mais erwartet. Während Frankreich seine Produktionsmengen gegenüber dem schwachen Vorjahr steigern kann, werden deutliche Ertragseinbußen für Spanien und Ungarn prognostiziert.
Flächenverschiebungen sowie Witterungsverhältnisse bilden die Basis für die Ernteprognose
Die EU-weite Getreidefläche verringert sich um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr. Von dieser Flächenreduktion ist vor allem Weizen (-2,6 %) aber auch Mais (-1,2 %) betroffen. In nahezu allen Mitgliedsstaaten wird eine Flächenverringerung beobachtet, wobei diese in Südosteuropa stärker ausfällt.
Wetterextreme beeinflussen Ertragsaussichten
Trockene, kühle Wetterverhältnisse, gefolgt von Hitze und Dürreperioden zu Sommerbeginn bilden die Basis für die neuesten Produktionsschätzungen:
 Trockenheit in Spanien, Mittel- und Osteuropa
 Hitze in Westeuropa
 Starke Regenfälle in Deutschland und Dänemark
Getreidebilanz – weiterer Abbau der Lagerbestände
Eine weitere unterdurchschnittliche Erntemenge reduziert die Getreideendbestände auf 36,6 Mio. t Mit einem Wert in Höhe von 12,9 % des EU-weiten Verbrauches liegen die Vorräte deutlich unter dem Schnitt der letzten Jahre (ca. 40,6 Mio. t). Während der Importbedarf um 12,6 % auf 21,1 Mio. t steigen wird, verbleibt das Exportvolumen auf dem Niveau des Vorjahres (36,8 Mio. t).
Das diesjährige Exportprogramm der EU-28 liegt somit deutlich unter dem Höchstwert aus dem Jahre 2014/2015 mit rund 51,7 Mio. t.
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Mio. t 2014/2015 2015/2016 2016/2017 2017/2018
Produktion
328,0
311,60
294,4
295,6
Lagerbestand
48,5
46,5
39,1
36,6
Ölsaaten – Gute Ernteaussichten
Mit einer Produktionsmenge von 32,7 Mio. t wird heuer eine gute Ernte in der EU-28 erwartet. Flächenzuwächse bei allen wichtigen Ölsaaten auf Kosten der Getreideanbaufläche bringen einen Zuwachs auf 11,8 Mio. ha. Die Produktionsmengen steigen um 2,0 Mio. t, wobei vor allem Raps mit einer Steigerung von 9,6 % zum Vorjahr auf eine Gesamternte in Höhe von 21,6 Mio. t geschätzt wird.
Getreidemarkt weltweit
Getreideproduktion unter dem Rekordwert des Vorjahres
„Die globale Getreideernte wird heuer nach den jüngsten Prognosen des Internationalen Getreiderates (IGC) um 4,1 % geringer ausfallen als im Rekordjahr 2016. Mit prognostizierten 2,038 Mrd. t gehört sie dennoch zu den höchsten Getreideernten der letzten Jahre“, berichtet Christian Gessl, zuständiger Abteilungsleiter der AMA.
Ausschlaggebend für eine um 88 Mio. t reduzierte Produktion sind die aufgetretenen Dürre- und Trockenperioden in wichtigen Getreideanbauregionen (Nordamerika, Australien sowie Teile Europas). Diese Rückgänge betreffen sowohl den Weizen- als auch den Maismarkt.
Weltgetreidebilanz –Bedarf übersteigt Produktion
Vor allem bei Mais (-34 Mio. t) aber auch bei Weizen (-3 Mio. t) kann aufgrund der Produktionseinbußen der weltweite Bedarf nicht zur Gänze gedeckt werden. Mrd. t 2014/2015 2015/2016 2016/2017 2017/2018
Produktion
2,051
2,012
2,126
2,038
Verbrauch
2,010
1,988
2,084
2,083
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Die durch Dürre reduzierten Erntemengen beeinflussen den internationalen Handel in den Hauptexportländern. Bei Weizen werden die USA (-11,3 %) Exportanteile zugunsten von Russland (+9,7 %) sowie der EU-28 (+11,1 %) verlieren. Im weltweiten Maishandel wird Brasilien (+52,3 %) die geringeren US-Exportmargen (-13,6 %) ersetzen.
Versorgungslage weiterhin komfortabel
Die Produktionsüberschüsse der letzten Jahre führten zu einem Aufbau der weltweiten Lagervorräte, welche im Vorjahr einen Höchststand von 523 Mio. t erreicht haben. Das im heurigen Jahr erwartete Bilanzdefizit in der Höhe von 45 Mio. t Getreide führt zu einer Reduktion des weltweiten Lagerbestandes um 8,6 %. Die globale Versorgungslage bleibt dennoch weiterhin gut (stock-use-ratio 22,9 %).
Ölsaaten – Hohe Ernte erwartet
Die globale Ölsaatenernte dürfte 573,9 Mio. t erreichen und somit um 10 % deutlich über den Schnitt der letzten fünf Jahre liegen. Während bei Sojabohne die zweitgrößte Produktionsmenge in Höhe von 345,1 Mio. t erwartet wird, dürften sowohl Raps mit 72,4 Mio. t als auch Sonnenblume mit 46,8 Mio. t Höchstwerte erreichen.
Preise derzeit instabil
Die internationalen Börsenkurse zeigen noch kein stabiles Niveau. Grund dafür sind die noch ausständigen endgültigen Ernteergebnisse in den Hauptanbauregionen sowie die Unsicherheit über die bevorstehenden Maisernten.
Die Notierungen in Paris bewegen sich derzeit deutlich unter den Höchstwerten der letzten 2 Jahre, wobei Weizen und Raps eine leichte Preissteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen. Paris (EUR/t) Weizen Mais Raps
Höchstwerte der
letzten 2 Jahre
185,75
188,25
428,25
KW 31/2017
165,00
146,00
368,00
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Langfristiges Produktionswachstum setzt sich fort
Laut der aktuellen Agrarstudie der OECD/FAO wird die globale Versorgungslage bei Getreide in den nächsten Jahren positiv bleiben. Während der weltweite Bedarf bis 2026 um 10 % steigen wird, dürfte die Produktion mit 10,9 % eine höhere Steigerungsrate verzeichnen.
Noch deutlicher fallen in der Vorausschau die Zuwächse im Ölsaatenbereich aus, die Schätzungen belaufen sich auf eine Produktionssteigerung in Höhe von 16,1 % sowie eine Bedarfssteigerung von 15,4 %.

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