Ökogütesiegel für Winden am See

Winden am See, 28. 7. 2017 –

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Gemeinde Winden am See ist glyphosatfrei

Umweltschutzlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf will mit Anerkennung als ‚Ökologische Gemeinde‘ Bewusstsein für diese Problematik schaffen

Der Einsatz von auf Glyphosat basierenden Herbiziden, wie beispielsweise das Unkrautbekämpfungsmittel „Round up“, ist in den letzten Jahren weltweit massiv angestiegen. Dies deshalb, weil diese Spritzmittel heutzutage praktisch von jedem Kleingärtner in jedem Garten- oder Baumarkt frei erworben werden können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diesen Wirkstoff als ‚wahrscheinlich krebserregend‘ eingestuft. Die gesundheitlichen Auswirkungen, wie negative Folgen auf das menschliche Hormonsystem, Fehlbildungen und vor allem die Frage einer möglichen Krebsgefahr, sind strittig. „Tatsache ist allerdings, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt beiträgt – und dagegen muss etwas getan werden. Mit einer Initiative, die im Vorjahr gestartet wurde, möchte ich auch an die burgenländischen Gemeinden herantreten und hier verstärkt ein Bewusstsein für diese Problematik schaffen, denn die Pestizide werden vermehrt eingesetzt, um Straßen und Wege frei von Kräutern und Gräsern zu halten. Diese Pestizide gelangen dann oft in Gewässer oder in die Kläranlage. Das muss nicht so sein! Deshalb gilt es, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit wie möglich zu reduzieren“, betonte Umweltschutzlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf am 28. Juli 2017 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister NR Erwin Preiner in Winden am See.

Im Burgenland gibt es auf Grund dieser Initiative bereits zahlreiche Gemeinden, die auf den Einsatz von Glyphosat verzichten und auf alternative Möglichkeiten im Bereich der Grünflächenpflege setzen. Eisenkopf dazu: „Ich darf mich an dieser Stelle bei allen BürgermeisterInnen und GemeinderätInnen für diese Maßnahme im Sinne unserer Umwelt herzlich bedanken. Um dieses Thema auf kommunaler Ebene im Burgenland aber noch mehr verstärkt in den Vordergrund zu rücken, haben wir nun seitens des Landes auf Basis der Gemeindeordnung einen ‚Musterantrag‘ verfasst, der die Gemeinden auf dem Weg zu einer glyphosatfreien bzw. pestizidfreien Gemeinde, zu einer umwelt- und naturbewussten Gemeinde, unterstützen soll.“

Mit dem Beschluss dieses Antrages bekennt sich die jeweilige Gemeinde dazu, auf glyphosathältige Pestizide zu verzichten, alternative Bepflanzungsmaßnahmen durchzuführen und auch bewusstseinsbildende Maßnahmen zu setzen. Die Gemeinde gibt damit ein klares Bekenntnis zum Umwelt- bzw. Naturschutz ab und setzt einen wichtigen Schritt für mehr Lebensqualität in der Gemeinde. Diese ökologische Pflege sichert Gesundheit, Biodiversität und nachhaltigen Arten- und Lebensvielfalt, denn der öffentliche Grünraum ist in den Gemeinden Treffpunkt, Aufenthaltsort und Erholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger. „Sollten sich Gemeinden dazu bekennen, diesen Antrag zu beschließen, wird ihnen seitens des Landes die Anerkennung ‚Ökologische Gemeinde‘, eine Art Auszeichnung für eine umweltbewusste und glyphosatfreie Gemeinde, verliehen. Wir starten damit eine neue, sehr breit angelegte Initiative auf kommunaler Ebene. Umweltbewusste und ökologische Gemeinden für uns und für unsere nächste Generation ist dabei das große Ziel. Dieses Logo wird auch digital den Gemeinden bei Beschluss des Antrages zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde kann dies für ihre Öffentlichkeitsarbeit auf der Homepage bzw. als Kommunikationsinstrument nutzen. Besonders freut es mich, dass jetzt auch die Gemeinde Winden am See dieses Ökogütesiegel verliehen bekommt. Mit dem Verzicht auf Glyphosat geht diese Gemeinde als Vorbild im Umwelt- und Naturschutz voran und zeigt ganz klar auf, dass es auch ohne den Einsatz von giftigen Dünge- und Spritzmitteln geht“, so Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf.

Dazu Bürgermeister NR Erwin Preiner: „Das Winden am See glyphosatfrei ist, kommt nicht von ungefähr. Mitte März 2017 hat nämlich der Gemeinderat einstimmig beschlossen, im öffentlichen Bereich zur Unkrautbekämpfung kein Glyphosat mehr zu verwenden und hinkünftig auf mechanische Behandlungsmethoden zu setzen. Dies wurde für den privaten Bereich auch der Ortsbevölkerung empfohlen. Ergänzend dazu fand dann im Mai dieses Jahres gemeinsam mit dem Landesumweltanwalt und einem Vertreter von Global 2000 eine Info-Veranstaltung statt, um auf die Gefahren für die Umwelt durch Glyphosat hinzuweisen.“

 

 

 

 

 

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