Zertifikatsverleihung: Frauenprojekt „Triumphieren“ – 50 plus

20. 7. 2017 –

Erfolgreiche Initiative von Landesrätin Verena Dunst zur (Re)Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt im Südburgenland

Ein Drittel der Frauenarbeitslosigkeit im Bezirk Oberwart betrifft Frauen der Generation 50 plus. Ein probates Mittel gegen derartige Probleme am Arbeitsmarkt sind Beschäftigungsprojekte. Auf Initiative von Frauenlandesrätin Verena Dunst startete deshalb Anfang 2017 das BFI Burgenland in enger Kooperation mit dem AMS in Oberwart ein Projekt, das die (Re)Integration von Frauen ins Berufsleben zum Inhalt hatte. Ziel war es, ungelernte Hilfskräfte, arbeitssuchende Frauen, Schulabbrecherinnen, Wiedereinsteigerinnen mit Unterstützungsbedarf bei der beruflichen Wiedereingliederung, sowie Frauen, die Unterstützung vom AMS erhalten, durch individuelle Maßnahmen fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Die Schwerpunkte dieser Initiative wurden in Abstimmung mit den regionalen Bedürfnissen der Wirtschaft gesetzt. Die 15 Teilnehmerinnen konnten nunmehr ihren sechsmonatigen Kurs abschließen. 6 Teilnehmerinnen davon sind sogar schon in Beschäftigung. „Viele Frauen waren nach der Schließung der Firma Triumph Mitte 2015 von Arbeitslosigkeit betroffen. Vor allem für Frauen über 50 war es – trotz Arbeitsstiftung – oftmals schwierig, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Mit dem Projekt ‚Triumphieren 50 plus‘ ist es erfolgreich gelungen, diesen Frauen Mut zu machen und ihnen neue Perspektiven zu offerieren“, so Frauenlandesrätin Verena Dunst am 20. Juli 2017 anlässlich der Zertifikatsverleihung im BFI in Oberwart.

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Astrid Gruber, ASKÖ, Christoph Greiner, Leiter Servicecenter BFI, Projektmanagerin Tanja Garber, Frauenlandesrätin Verena Dunst und Kurskoordinatorin Tamara Taus

Bereits bisherige Projekte haben gezeigt, wie derartige Ziele erreicht werden können. In der Förderperiode 2007 bis 2013 hatte das Frauenreferat 1,75 Millionen Euro an ESF-Mitteln zur Verfügung. 597 Frauen wurden in unterschiedlichsten Projekten betreut. Knapp 46 Prozent davon wurden nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert. Die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen im Burgenland ist zwischen 2005 und 2013 um fast ein Fünftel gestiegen. Dafür verantwortlich sind einerseits die besseren Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen, auf der anderen Seite spielen aber auch EU-Gelder – im Speziellen aus dem Europäischen Sozialfonds – eine wichtige Rolle. Dunst dazu: „Das Frauenreferat erhält auch in der Förderperiode 2014 bis 2020 ESF-Gelder in der Höhe von 2,48 Millionen Euro. Zusätzlich konnte ich dieses Mal 400.000 Euro aus dem Additionalitätsprogramm ausverhandeln.“

Konkret haben nach der Teilnahme von 29 Frauen an einer so genannten Informationsveranstaltung insgesamt 15 Erwerbslose und Arbeitssuchende mit unterschiedlichen Vorkenntnissen den von 9. Jänner bis 20. Juli 2017 dauernden Kurs im BFI in Oberwart besucht. „Vor allem Frauen im Alter von 50 plus, haben es besonders schwer, in der Berufswelt (wieder) Fuß zu fassen. Die Berufsbilder der ausgeübten Berufe oder Hilfstätigkeiten sind womöglich überholt und auch die Technik ist weit fortgeschritten, denn PC, Handy und andere IT-gestützte Arbeitsmittel sind vom heutigen Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Die arbeitsmarktpolitische Situation weist für erwerbslose Frauen in diesem Alter, gerade im dünn besiedelten, ländlichen Raum des Bezirkes Oberwart und den angrenzenden Gemeinden der Bezirke Güssing und Oberpullendorf, auf einen dringlichen Handlungsbedarf, hinsichtlich deren Orientierung, Motivation, Integration und Höherqualifizierung für den (Wieder-) Einstieg in den Arbeitsmarkt hin.“

Mit gezielten Inhalten wurde im Rahmen dieses Projektes versucht, die Frauen da abzuholen, wo sie sich gerade befinden. Alle hatten eine unterschiedliche Geschichte in ihrem Leben, unterschiedliche Sozialisation und andere Bildungswege. Dies galt es in der ersten Phase aufzuarbeiten. In weiterer Folge war es die Aufgabe der Trainerinnen, gemeinsam eine Antwort auf die Frage „Was kann ich und was will ich erreichen?“ zu erarbeiten. Als das geklärt war, wurde ein Weg gesucht, um den gewünschten Job zu erhalten. Dies konnte ein einfaches Bewerbungstraining für diejenigen sein, die eine geeignete Qualifikation hatten, oder auch eine gezielte Aus- und Weiterbildung. Wesentlich war auch ein Gesundheits- und Kompetenzcheck sowie eine gemeinsame Arbeitsmarktanalyse. Inkludiert waren, neben den beiden Schwerpunktrichtungen „Assistentin der Gastronomie (Küche/Service)“ und „Reinigung/Hygiene“ auch eine Grundausbildung in EDV oder Kommunikationstechnik, genauso wie Gastreferenten, die aus der Praxis berichteten, sowie zwei Betriebspraktika, um die Berufe und Betriebe kennen zu lernen.

 

 

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