Dorferneuerung macht Dörfer zukunftsfit

Eisenstadt, 30. 6. 2017 –

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Über aktuelle und künftige Projekte der Dorferneuerung informierte Landesrätin Verena Dunst bei einem Pressegespräch mit WHR DI Wolfgang Wallner, Leiter Referat Dorfentwicklung des Landes, heute, Freitag. „Die Dorferneuerung ist eine Erfolgsgeschichte, vergleichbar mit jener des Burgenlandes. Nach fast drei Jahrzehnten ist die Dorferneuerung voll und ganz im Land angekommen, sie hat sich als wichtiges Instrument erwiesen, unsere Dörfer noch lebenswerter zu machen“, so Dunst. In 154 der 171 burgenländischen Gemeinden laufen Dorferneuerungsprojekte; die aktuellen Schwerpunkte sind Mobilität und Open W-LAN.  Für 2018 stehen die Nahversorgung und Dorfküchen im Fokus der Dorferneuerung, für die in der Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 4,2 Mio. Euro zur Verfügung stehen.

Die Ziele der Dorferneuerung sind vielfältig: Sie soll dazu beitragen, die Lebensqualität im Dorf zu steigern, Wohn-, Arbeits-, und Sozialraum zu erhalten, der Abwanderung entgegenzuwirken, die wirtschaftliche Existenz abzusichern und Impulsgeber für innovative Projekte zu sein. „Die Dorferneuerung ist ein wichtiges Planungsinstrument für die Zukunft der burgenländischen Gemeinden. Wesentlich ist dabei immer die Bürgerbeteiligung“, betont Dunst, die die Dorferneuerung als elementaren Bestandteil der ländlichen Entwicklung sieht.

Mobilität im ländlichen Raum
Mit Mikro ÖV-Systemen und E-Car-Sharing soll Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht mobil sind, Möglichkeiten der Mobilität geboten werden. E-Car-Sharing wird derzeit in Pilotgemeinden in Kooperation mit der Energie Burgenland getestet, die die Autos zur Verfügung stellt. Mikro ÖV-Systeme sind ein weiteres Projekt im Bereich der Mobilität; finanziert werden Dorfbusse, Ruf-Sammeltaxis oder andere Lösungen in enger Abstimmung mit der Gesamtverkehrsstrategie. Alle Projekte können über die EU kofinanziert werden, bei Mikro ÖV-Systemen wird derzeit nur die Konzepterstellung gefördert.

Open W-LAN: Angebot an Jugendliche
Vor allem an Jugendliche richtet sich das Projekt Open W-LAN. „Wir müssen auf ihre Bedürfnisse eingehen, um die Jungen im Dorf zu halten. Die Beteiligungsprozesse zeigen, dass ihnen besonders Open W-LAN ein wichtiges Thema ist“, sagt Dunst. Ansuchen auf Förderung können Gemeinden, Gemeindeverbände, Vereine oder juristische Personen mit Gemeindebeteiligung stellen. Voraussetzung: Die Nutzung des Internets muss für Jugendliche kostenlos sein und an Jugendtreffpunkten oder Vereinssitzen  erfolgen.  Die Förderung erfolgt nur in Dorferneuerungsgemeinden und beträgt bis zu 100 %. 50.000 Euro stehen dafür aus einem Sonderbudget zur Verfügung.

Bereits 123 Leitbilder für dörfliche Entwicklung erstellt
123 Gemeinden haben bisher ein umfassendes Leitbild für die dörfliche Entwicklung erstellt, berichtet Wallner, viele haben an Beteiligungsprozessen teilgenommen. Bisher sind 93 Anträge auf Förderung und Maßnahmen eingelangt – darunter die Errichtung von Spielplätzen, Grünräumen, Gebäuden für Veranstaltungen, Freiflächen und andere Vorhaben. Finanzielle Förderungen gibt  es dafür vom Land Burgenland (für kleinere Maßnahmen) und von der EU (ELER-Mittel), die diese Entwicklungen massiv unterstützen. Knapp eine halbe Mio. Euro sind seitens des Landes für 2017 reserviert, derzeit sind 47 Anträge auf Landesförderung eingereicht. Nähere Informationen und einen Überblick über alle Förderungen gibt es auf: www.burgenland.at/buerger-service/buergerservice/dorfentwicklung/.

Nahversorgung und Dorfküchen als Schwerpunkte für 2018
„Die Lebensqualität leidet, wenn die Nahversorgung stirbt“, stellt Dunst fest. Sie hat die Nahversorgung deshalb als einen Schwerpunkt der Dorferneuerung für 2018 definiert. Kinderbetreuung, Eltern-Kind-Zentren, Kaffeehäuser, Wirtshäuser, Greißlereien mit Kaffeeecke zählen beispielsweise zu den Projekten, die gefördert werden können. Derzeit wird der Iststand an solchen Angeboten in den Gemeinden erhoben, bis Herbst sollen die Ergebnisse vorliegen und dann über Lösungen entschieden werden. Dunst. „Wir haben dafür ein Budget von 1,6 Mio. Euro vorgesehen“. Dorfküchen sind der zweite Schwerpunkt für 2018. Dunst sieht darin einen Mehrfachnutzen: Die Förderung der Gemeinschaft und der Kommunikation, die Möglichkeit, regionale Produkte und die Landwirtschaft einzubinden, und die Zusammenarbeit im Dorf. Auch hier werde eine Förderung über die EU möglich sein.

„In Anbetracht der erfolgreich umgesetzten Projekte lässt sich sagen: Die Dorferneuerung ist im Burgenland angekommen“, resümiert Dunst.

 

 

 

 

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