Bewegte Geschichte auf zwei Rädern

Bewegte Geschichte auf zwei Rädern

200 Jahre Fahrrad

von 23. Juni – 12. November 2017 im Projektraum Burgenland (gegenüber Schloß Esterhazy)112

Vor 200 Jahren erfand der Forstbeamte Karl Drais ein einspuriges, von ihm selbst als „Laufmaschine“ bezeichnetes Fortbewegungsmittel. Anlässlich dieses Jubiläums lud das „Radland Burgenland“ den Ruster Sammler Johann Schneeberger ein, seine umfangreiche und einzigartige Sammlung historischer Fahrräder zu zeigen. Seine ausgewählten „Drahtesel“ erlauben einen weit zurückreichenden Blick in die Geschichte des Fahrrads.

fahrrad

Johann Schneeberger widmet sich seit 25 Jahren mit Hingabe der Sammlung von Fahrrädern. In seinen Depots finden sich wahre Schätze an verschiedensten, vor allem historischen Fahrrädern. Aus dieser Sammlung wurden 50 repräsentative Modelle ausgewählt, um die Entwicklung des Fahrrades, beginnend von der Laufmaschine des Karl von Drais bis zum modernsten Straßenrenner, darzustellen.

Die Drais ́sche Konstruktion aus Holz wies zwei Räder, einen Sitz und eine Lenkstange auf. Mit diesem ersten einspurigen Fahrzeug konnte Drais schneller als die Postkutsche seiner Zeit fahren. Drais ́ Zeitgenossen belächelten den Erfinder, ihnen war die Genialität der Erfindung nicht bewusst. Auch als über ein halbes Jahrhundert später Tretkurbeln an der Laufmaschine befestigt wurden, benutzten nur wenige das Velocipéde genannte Gefährt. Die Entwicklung des Fahrrades war dennoch nicht mehr zu stoppen. Das Hochrad, welches zur Beschleunigung der Velocipéden entwickelt worden war, eroberte die Welt. Heute besitzt fast jedermann ein Fahrrad, es ist von unseren Straßen nicht mehr wegzudenken.

Ein Exkurs in die Geschichte des Damen-Fahrrades zeigt, dass Radfahren für Frauen lange Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Und dass die Damenräder gut ausgestattet waren: mit peitsche gegen Hunde, Pistolen gegen Strolche und Fernglas zur Bewunderung der Aussicht. Ein Blick auf Militärräder macht die Bedeutung des Fahrrades für Soldaten im Krieg bewusst. Die Sammlung von Johann Schneeberger weist auch einige äußerst kuriose Fahrrad-Konstruktionen auf, wie z. B. ein Transportrad, ein Einrad oder einen historischen Hometrainer, der die Bezeichnung Velotrab trägt und auch auf Schloss Schönbrunn im Einsatz war.

Besonders reizvoll sind die Kinderräder anzusehen. Zeichnungen, Fahrrad-Klingeldeckel, Fahrrad- Lampen und weitere eindrucksvolle Utensilien, vor allem aber auch zum Teil sehr alte Fotos mit Fahrrädern aus dem burgenländischen Raum runden die Ausstellung ab.

Der Architekt Michael Embacher wurde mit der Umsetzung betraut, der selbst bis vor kurzem eine umfangreiche und weitum bekannte Radsammlung besaß und daher mit der Materie vertraut und auch tief verbunden ist.

Kuratorin: Mag.a Elke Ferderbar, Mag. Michael Weese Ausstellungsgestaltung: Michael EmbacherBewe

 

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