Das Burgenland verstärkt die Forschungsleistung

Eisenstadt, 19. 6. 2017 –

LH Niessl will durch gebündelte Kräfte und Kompetenzen angewandte Forschung forcieren und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen verstärkt in den Vordergrund rücken

„Bündeln und bewegen“ – ganz im Sinne des Leitsatzes der Landesholding Burgenland arbeiten künftig Forschung Burgenland, TOB Technologieoffensive Burgenland und FTI Burgenland unter einem Dach. „Mir ist wichtig, die vorhandenen finanziellen Mittel noch mehr für konkrete Forschungs-, Technologie- und Innovationsprojekte einzusetzen und damit insbesondere burgenländische Unternehmen im Wettbewerb kraftvoll zu unterstützen“, betonte Landeshauptmann Hans Niessl. Die Forschungsbündelung sei eines der wesentlichen Projekte dieser Landesregierung, das damit erfolgreich umgesetzt wird. „Der beachtliche Aufschwung in Forschung und Entwicklung kann damit fortgesetzt und der Aufholprozess des Burgenlandes mit zusätzlichem Schwung vorangebracht werden“, so Niessl. Derzeit arbeiten Forschung Burgenland und Fachhochschule Burgenland an rund 70 Projekten. DI Marcus Keding wurde zum Alleingeschäftsführer bestellt. Das neue Unternehmen, eine 100%ige Tochter der FH Burgenland, setzt künftig über 2 Millionen Euro um.

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Mag. Georg Pehm, Geschäftsführer der Fachhochschule Burgenland, Prof.in Mag.a Dr.in Silvia Ettl-Huber, Vizerektorin für Forschung und Innovation, Landeshauptmann Hans Niessl, DI Marcus Keding, Geschäftsführer der Forschung Burgenland, und Mag. Hans Peter Rucker, Geschäftsführer der Landesholding Burgenland

Seit gut einem Jahr sei intensiv an der Neuordnung und Konzentrierung des Forschungs- und Innovationsbereiches in der Landesholding Burgenland gearbeitet worden, erklärte Niessl: „Herausgekommen ist die Überzeugung: Gemeinsam sind wir noch stärker.“ Konkrete Zielsetzung der Zusammenführung sei es, den Ressourceneinsatz durch die Nutzung von Einspar- und Synergieeffekten zu verbessern, die Wertschöpfungseffekte für das Burgenland durch verstärkte Kooperation mit der Wirtschaft zu erhöhen und mehr Forschungsgeld in das Burgenland zu holen, erläuterte der Landeshauptmann. Das, was sich das Burgenland in und mit seiner FTI-Strategie vorgenommen hat, werde konsequent umgesetzt, unterstrich Niessl: „Auf `Winner-Themen´ wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder Gesundheit zu setzen, war richtig und weitsichtig – jetzt gilt es, diese Palette um Projekte in Megatrends wie Digitalisierung und Industrie 4.0 zu erweitern.“ Die Voraussetzungen, die Forschungsleistung im Burgenland weiter anzuheben, sei besser als je zu vor. „Damit wird ein Innovationsschub ermöglicht, der zu einer weiteren Modernisierung und Stärkung des Wirtschaftsstandorts sowie zu zusätzlichen modernen Arbeitsplätzen führen wird“, sagte Niessl.

Rucker: „Weiteres Etappenziel erreicht“
Für den Geschäftsführer der Landesholding Burgenland, Mag. Hans Peter Rucker, ist damit ein weiteres Etappenziel erreicht. „Die Vernetzung der wesentlichen Forschungsgesellschaften im Konzern macht strategisch Sinn, bringt Synergien und bekräftigt unsere Ausrichtung auf wirtschaftspolitisch wichtige Bereiche“, so Rucker. „Damit bewegen wir Ressourcen zielgerichtet auf einen Weg, der zu einer weiteren Stärkung und Modernisierung des Wirtschaftsstandortes Burgenland führt.“ Man habe sich seit gut einem Jahr intensiv mit der Zusammenführung beschäftigt, die inhaltlichen Felder durch eine klug abgestimmte Vorgangsweise festgelegt und damit den Fokus auf tatsächlich zukunftsträchtige Bereiche gelegt. „Die Ideen von heute sind die Arbeitsplätze von morgen“, sagte Rucker. Die Forschung Burgenland „neu“ beschäftigt rund 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Eisenstadt und Pinkafeld. Die wesentliche Aufgabe der Geschäftsführung und der Führungskräfte sieht Rucker im Ausbau des Netzwerkes und der Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns, mit der burgenländischen Wirtschaft, aber auch darüber hinaus. „Eine globalisierte Wirtschaft kennt keine Grenzen, ebenso wenig die Forschung.“

Pehm: Angewandte Forschung durch Kooperation mit rund 430 Unternehmen
„Eines der Erfolgsrezepte im Bereich von Forschung und Innovation im Burgenland ist die gute Abstimmung und enge Zusammenarbeit von Lehre und Wissenschaft geleitet durch die Forschungsstrategie“, betonte Mag. Georg Pehm, Geschäftsführer der FH Burgenland. „Sie hat ermöglicht, dass das Forschungsvolumen durch FH und Forschung Burgenland in den letzten fünf Jahren um +79% (kompetitive Dritt- und auftragsbezogene Industriemittel) gesteigert werden konnte.“ Zudem sei es gelungen, die forschungsrelevante Infrastruktur auszubauen. Die Investitionen in Labore, Apparaturen und IT-Infrastruktur betrug für die letzten fünf Jahre rund 3,7 Millionen Euro. „Insgesamt sind in diesem Zeitraum rund 12,9 Millionen Euro in die Forschung investiert bzw. in der Forschung umgesetzt worden“, erläuterte Pehm. Die Anzahl an laufenden Projekten sei aktuell zweieinhalb Mal höher, die Anzahl an forschungsaktiven Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verdreifachte sich. „Damit stellen FH Burgenland und Forschung Burgenland die wichtigste Einrichtung öffentlicher, angewandter Forschung im Burgenland dar.“ Dabei sei es auch immer Ziel gewesen, eng mit der Wirtschaft und anderen Forschungszentren zu kooperieren, betonte Pehm: „Unsere Stärke ist die angewandte Forschung – und die versuchen wir voll auszuspielen.“ Aktuell arbeite man mit rund 430 F&E-Partnern zusammen. Thematisch spielen die Themenbereiche Building Technology, Cloud and CPS Security sowie Health und Work Research eine zentrale Rolle.

Keding nun Alleingeschäftsführer
Mit der Zusammenführung der Forschungsgesellschaften wird auch das Management neu aufgestellt. DI Marcus Keding, der bislang schon für den wissenschaftlich-technischen Bereich der Forschung Burgenland verantwortlich zeichnete, übernahm mit 1. Juni 2017 die Alleingeschäftsführung. Er wird damit von der Leitung des Masterstudiengangs Nachhaltige Energiesysteme entbunden und zur Gänze in die Forschung Burgenland wechseln. Der gebürtige Norddeutsche studierte Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Hamburg. Seine beruflichen Stationen führten ihn über das AIT und die FOTEC – Forschungsgesellschaft der FH Wiener Neustadt 2013 an die FH Burgenland. Er war dort zunächst als Studiengangsleiter im Department Energie-Umweltmanagement tätig und später auch Co-Geschäftsführer der Forschung Burgenland. „Es ist für mich persönlich eine unglaubliche Herausforderung aber auch die Chance, noch mehr als bisher die Forschungsarbeit im Burgenland zu unterstützen. Ich kenne das gesamte Forscher-Team seit Jahren und weiß, dass wir im Team Einiges bewegen werden“, so Keding. „Unsere Zielrichtung ist auch weiterhin klar: wir wollen Stärken weiter stärken und unsere wissenschaftliche Energie in neue Produkte und innovative Lösungen einbringen, von denen Unternehmen profitieren.“ Als besonders herausfordernd seien die enormen Umwälzungen zu sehen, die mit der Digitalisierung in der Wirtschaft verbunden sind. Diese durch professionelle Forschungsarbeit zu begleiten, sei eines der wesentlichen Aufträge an die Forschung Burgenland. „Wir wollen Unternehmen dabei unterstützen, an diesen Entwicklungen dran zu bleiben und für sich gute Lösungen zu finden“, so Keding.

Ettl-Huber: „Forschung Burgenland als Partner gefragt“
Prof.in Mag.a Dr.in Silvia Ettl-Huber, seit Herbst 2016 neben der Managementtätigkeit in der Forschung Burgenland auch Vizerektorin für Forschung und Innovation an der Hochschule, wird sich in Zukunft noch stärker für diese Bereiche an der FH Burgenland einsetzen, aber weiterhin eng mit der Forschung Burgenland zusammenarbeiten. Sie blicke auf eine erfolgreiche Zeit als Co-Geschäftsführerin der Forschung Burgenland zurück, sagte die Kommunikationswissenschaftlerin. Das „unglaublich engagierte Team“ habe sich wissenschaftlich einen Namen gemacht. Die Forschung Burgenland werde heute als Projektpartner ernstgenommen und geschätzt. Der Aufbau von Kompetenzzentren, den Marcus Keding und sie gemeinsam mit dem Team vorangetrieben haben, sei eine wesentliche strategische Entwicklung gewesen, erläuterte Ettl-Huber: „Dies hat uns ermöglicht, auch bei Projekten der ´1. Liga`mit im Boot zu sein und an angewandter Spitzenforschung mit namhaften Industrieunternehmen mitzuwirken.“

 

 

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