ELGA Ombudsstelle startet im Burgenland am 1. Juni 2017

Eisenstadt, 26. 5. 2017 –

Information, Beratung und Unterstützung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA)

Am 1. Juni 2017 nimmt die ELGA-Ombudsstelle –Standort Burgenland die Arbeit auf. Angesiedelt ist sie bei der Patienten- und Behindertenanwaltschaft Burgenland. Über die ELGA-Ombudsstelle können Burgenländerinnen und Burgenländer allgemein auf ihre ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen und Auskünfte erhalten. Sie können ihre Gesundheitsdaten ein- und ausblenden, löschen und Zeiträume für Zugriffsberechtigungen festlegen lassen, erläutert der Burgenländische Patientenanwalt und ELGA-Ombudsstelle Standortleiter Dr. Josef Weiss.

Angesiedelt ist die ELGA-Ombudsstelle Standort Burgenland bei der Patienten- und Behindertenanwaltschaft Burgenland. Sie unterstützt die ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA- Teilnehmer bei der Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer Rechte im Zusammenhang mit ELGA sowie in Angelegenheiten des Datenschutzes.

Zu den Aufgaben der ELGA-Ombudsstelle zählen Information, Beratung und Unterstützung in folgenden Angelegenheiten:

·        Einsichtnahme in  den ELGA-Teilnahmestatus, in die ELGA-Protokolle  und in die ELGA-Gesundheitsdaten

·        Eintragung von individuellen Zugriffsberechtigungen in ihrer ELGA  

·        Unterstützung bei vermuteten Datenschutzverletzungen im Zusammenhang mit ELGA

Anfragen, für die die Bekanntgabe und Verarbeitung von ELGA-Gesundheitsdaten oder anderen personenbezogenen Daten notwendig ist, müssen entweder persönlich nach vorheriger Terminvereinbarung oder schriftlich über die vorgesehenen Formulare gestellt werden.

Kontakt ELGA-Ombudsstelle Standort Burgenland

ELGA-Ombudsstelle Standort Burgenland
Technologiezentrum – EG, Marktstraße 3, 7000 Eisenstadt

Telefon: +43 57/600 – 2600
Montag -Donnerstag  8.30 bis 12.00 und 13.00 bis 15.30 Uhr
Freitag    8.30 bis 12.00 Uhr
E-Mail:  
elga-ombudsstelle@bgld.gv.at

www.elga-ombudsstelle-burgenland.at


Allgemeine Informationen zu ELGA

Welche Gesundheitsdaten werden in ELGA verfügbar gemacht?

Je nach Region bzw. Bundesland sind einerseits Entlassungsbriefe von Krankenanstalten sowie Labor- und Radiologiebefunde („e-Befunde“), und andererseits Informationen über die verschriebenen und abgegebenen Medikamente („e-Medikation“) in ELGA verfügbar.

Will jemand in seine persönliche ELGA einsehen, kann er das online jederzeit mit seiner Handysignatur oder Bürgerkarte unter  https://www.gesundheit.gv.at/elga/inhalt  oder nach Terminvereinbarung in der ELGA-Ombudsstelle tun.

Vorteile von ELGA für Patientinnen und Patienten

Mehr Information bedeutet mehr Qualität.
Wer an ELGA teilnimmt, profitiert in vielerlei Hinsicht von ELGA.
Besonders deutlich zeigt sich das bei Nebenwirkungen von Medikamenten. Je größer die Zahl der eingenommenen Medikamente ist, desto höher ist das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen. Hier hilft die e-Medikation einen besseren Überblick zu bewahren, Wechselwirkungen möglichst hintanzuhalten und trägt somit direkt zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten bei.

ELGA erhöht den Behandlungskomfort.
ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmer müssen sich weder den Kopf zerbrechen noch nach Hause fahren, wenn sie ihre Befunde nicht bei sich haben. Das ist eine unglaubliche Erleichterung vor allem für ältere oder gebrechliche Menschen. Aber auch junge Menschen werden froh sein, wenn sie trotzdem sofort und in gewohnter Qualität behandelt werden können, falls sie einmal doch ihre Befunde vergessen haben sollten.

Die ELGA-Gesundheitsdaten stehen ortsunabhängig zur Verfügung.
So ist beispielsweise auch bei Behandlung durch eine Urlaubsvertretung, d.h. in einer anderen Ordination, sichergestellt, dass die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt auf alle in ELGA verfügbaren Gesundheitsdaten zugreifen kann.

Stärkung der Autonomie der ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmer.
Mit ELGA stehen die aktuellen Gesundheitsdaten auf Knopfdruck, gleichsam auf einen Klick, immer und überall zur Verfügung. ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmer können auch in Echtzeit überprüfen, wer auf ihre ELGA-Gesundheitsdaten zugegriffen hat (Protokollierung).

Vorteile von ELGA für die Ärztinnen und Ärzte?

Nicht nur die ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmer werden im Endausbau von ELGA profitieren, sondern auch Ärztinnen und Ärzte bzw. alle anderen ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter, wie Apotheken oder Krankenanstalten sowie Pflegeeinrichtungen.

Mehr Information bedeutet mehr Qualität
Mehr Information bedeutet mehr Qualität. Das Risiko von Fehlbehandlungen aufgrund fehlender Informationen wird gesenkt. Aktuelle Vorbefunde müssen nicht wiederholt werden, was weniger Arbeit für die ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter und weniger Belastung/Zeitaufwand für die Patientinnen und Patienten bedeutet.

Vereinheitlichung der elektronischen Gesundheitsdaten
Die Vereinheitlichung der elektronischen Gesundheitsdaten durch die so genannten „CDA Implementierungsleitfäden“ wird die Arbeit der ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter
wesentlich vereinfachen. Befunde, die in ELGA gespeichert sind, weisen eine – in ganz Österreich – einheitliche Struktur auf. Egal ob der Befund aus Vorarlberg oder
Wien stammt, die Blutsenkung steht immer an der gleichen Stelle. Das spart nicht nur Zeit, sondern vor allem auch Nerven.

Wie wird der Datenschutz in ELGA gewahrt?

Datenschutz wird in ELGA ganz groß geschrieben. Kaum ein anderes Gesetz sieht so viele Datenschutzmaßnahmen vor, wie das ELGA-Gesetz. Diese sind zum Beispiel:

Umfangreiches Verwendungsverbot:
Wer nicht in die Behandlung oder Betreuung einer ELGA-Teilnehmerin oder eines ELGA-Teilnehmers eingebunden ist, darf nicht auf die ELGA der betreffenden Person zugreifen. So sind insbesondere Chef-und Kontrollärztinnen und -ärzte, Amtsärztinnen und Amtsärzte, Betriebsärztinnen und Betriebsärzte ausdrücklich von der Verwendung von ELGA ausgeschlossen.

Verschärfte gerichtliche Strafbarkeit
Die gerichtliche Strafbarkeit für die missbräuchliche Verwendung von Gesundheitsdaten wurde verschärft.

ELGA-Ombudsstelle Standort Burgenland
Zur Information, Beratung und Unterstützung der ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmer im Zusammenhang mit ELGA, insbesondere bei der Durchsetzung ihrer Rechte in Angelegenheiten des Datenschutzes, wurde ein dezentraler Standort der ELGA-Ombudsstelle in Eisenstadt, am Sitz der Patienten- und Behindertenanwaltschaft Burgenland, eingerichtet.

Identifikation entspricht den höchsten Ansprüchen
Die Identifikation der ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmern hat den höchsten Ansprüchen der österreichischen Rechtsordnung zu entsprechen. Diesbezüglich wird die Qualität der Bürgerkarte als Mindeststandard festgesetzt.
 
Berechtigungssystem für die Verfügbarkeit der Gesundheitsdaten
Das Berechtigungssystem sorgt dafür, dass die ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmer frei über die Verfügbarkeit ihrer ELGA-Gesundheitsdaten bestimmen können. Die Berechtigungen können mittels Bürgerkarte/Handysignatur jederzeit oder ohne Bürgerkarte mit Hilfe der ELGA-Ombudsstelle während deren Öffnungszeiten geändert werden.

Lückenlose Nachvollziehbarkeit der Zugriffe auf ELGA
Das Protokollierungssystem sorgt dafür, dass ELGA-Teilnehmerinnen und ELGA-Teilnehmer jeden Zugriff auf ihre ELGA-Gesundheitsdaten jederzeit lückenlos nachvollziehen können.

 

 

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