41. Jahrestag der Eröffnung des KUZ Mattersburg

Mattersburg, 19. 5. 2017 –

Nach 41 Jahren ins 21. Jahrhundert

Der 22. Mai ist der Jahrestag der Eröffnung des ersten burgenländischen Kulturzentrums in Mattersburg. Das Jahr 1976 markierte den Beginn einer neuen Epoche der burgenländischen Kulturpolitik. Das Projekt Kulturzentrum Mattersburg Neu überträgt 41 Jahre später die richtungsweisenden, gesellschaftspolitischen Ideen ins 21. Jahrhundert. Abschlussplanungen, Ausschreibungen und Vorbereitungen laufen, der Baustart erfolgt im Herbst 2017.

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Die Erfolgsgeschichte der Kulturzentren (KUZ) Burgenland begann am 22. Mai vor 41 Jahren. Damals – 1976 – war das Kulturleben im Burgenland davon geprägt, dass es ein Land der Dörfer und ohne größerer Ballungsräume war. Aber der Geist der 1970er wehte auch durchs Burgenland. In diesen Jahren entstand hier eine bemerkenswerte Aufbruchsstimmung innerhalb des Kultur- und Vereinslebens. Aber nach wie vor fehlten adäquate Räume. Das Theatergeschehen ging vor allem in Wirthaussälen über die Bühne. Für den Besuch größerer Bühnen musste man nach Wien oder Graz ausweichen. Und das konnte sich nicht jeder leisten.

Mehr und mehr kam der Wunsch nach adäquaten Kulturbauten auf, die für alle Bereiche des kulturellen Lebens – ob Theater, Konzert oder Ausstellung – einen passenden Rahmen bieten sollten. Das Ziel war: Kultur sollte in den Bezirken des Landes Burgenland für alle Bevölkerungsschichten und lokale, wie regionale Aktivitäten nutzbar und durch örtliche Vereine und heimische Kulturinitiativen ausübbar sein.

Der damalige aus Neufeld stammende Unterrichtsminister und spätere Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz sowie Landesrat Dr. Gerald Mader machten sich ans kulturpolitische Werk. Ihre
Anforderung lautete: „Kultur- und Bildungsarbeit soll durch regionale KUZ auch im ländlichen Raum ein stabiles Fundament erhalten“.

Als Pilotprojekt wurde das Kulturzentrum Mattersburg nach den Plänen des damals 36-jährigen Architekten Herwig Graf erbaut. Das erste KUZ des Burgenlandes wurde zum Sinnbild für eine Neuausrichtung der burgenländischen Kulturpolitik. Es nahm am 22. Mai 1976 mit einem Programm aus Lesungen, Konzerten und Ausstellungen seinen Betrieb auf. Gekostet hat es damals 45 Millionen Schilling inklusive Einrichtung, die Bauzeit betrug zweieinhalb Jahre.

Die burgenländischen Kulturzentren sind bis heute zentrale Kulturstätte wie auch als Schauplatz für Bälle und Feste, Firmenpräsentationen und Sitzungen, Tagungen und Kongresse, Jubiläen und politische Bildung, kurz gesagt für gesellschaftliches Leben in all seinen Facetten. Durch diese vielfältige Nutzbarkeit werden an die Standorte laufend auch neue Ansprüche gestellt.

38 Jahre nach der Eröffnung musste der Veranstaltungsbetrieb des KUZ Mattersburg im September 2014 aufgrund bestehender Mängel geschlossen werden. Die Landespolitik stand vor einer Herausforderung: Diese “große Idee“, die feste Überzeugung ihrer Initiatoren und letztlich die Erfolgsgeschichte des früheren KUZ Mattersburg galt es durch seine Um- bzw. Neugestaltung in zeitgemäßer Form in das 21. Jahrhundert zu überführen. Und man nützt jetzt die Chance, einige Beschränkungen des alten KUZ Mattersburg – etwa die Bühnengröße oder im Eingangsbereich – zu verbessern. So wird der Saal von 500 auf 650 Plätze aufgestockt. Weiters verlangen Kulturproduktionen des 21. Jahrhunderts einen entsprechenden Stand der Technik und der Ausstattung.

Nach einer intensiven Diskussionsphase ab 2014 stellte Landesrat Helmut Bieler am 31. März 2017 schließlich gemeinsam mit den beteiligten Architekten des Wiener Büros Holodeck den endgültigen Entwurf für das Kulturzentrum Neu im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Landesrat Bieler: „Die Einbindung der Menschen, die ein wirkliches Interesse an der regionalen Kultur haben, war uns von Anfang an besonders wichtig. Wir wollten aber auch, dass der Geist des Bestehenden bewahrt wird und die Idee des Neuen ihren Platz finden. Daher werden wir das Kulturzentrum nicht nur sanieren, sondern neu entstehen lassen. Die Burgenländerinnen und Burgenländer haben Anspruch auf Kunst und Kultur in ihrem eigenen Lebensraum.“

Seither laufen nun die Vorbereitungen für den Baustart, der für September 2017 vorgesehen ist. Auch die Ausschreibung für die kommende Gastronomie im Kulturzentrum neu ist bereits begonnen worden. Insgesamt sollen 9,3 Mio. Euro investiert werden.

Damit stellt das Land vier Jahrzehnte nach der historischen Eröffnung erneut unter Beweis, welchen kultur- und letztlich gesellschaftspolitischen Wert der Standort Mattersburg nach wie vor für das Land hat.

 

 

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