Stopp der Verbauung des Neusiedlersees

Eisenstadt, 21. 4. 2017 –

Die Grünen Neusiedl kritisieren Immobiliengeschäfte unter dem Deckmantel von Tourismusprojekten und fordern die Rückwidmung von bis zu 55.000 m² Bauland, das Teil des Landschaftsschutzgebietes und des Weltkulturerbes ist.

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Viele Menschen sind wegen der fortschreitenden Verbauung des Neusiedlersees auf Kosten von Natur- und Kulturlandschaft besorgt. Das zeigt die Debatte der letzten Wochen rund um die geplanten Seehäuser in Neusiedl am See und die vielen Unterschriften für die Petition „Rettet den Neusiedler See“. Im Zentrum der Kritik stehen dabei vermeintliche Tourismusprojekte, die sich im Nachhinein als reine Immobiliengeschäfte ohne wirtschaftlich nachhaltigen Nutzen für die Region entpuppen.

Besonders in Neusiedl hat die schrittweise Verbauung des Sees in den letzten Jahren überhandgenommen. Die Vorgehensweise dabei hat scheinbar System: unter dem Deckmantel der touristischen Nutzung werden Projekte genehmigt, die sich dann offensichtlich in Immobilien für die rein private Nutzung verwandeln. Das beste Beispiel dafür ist das geplante Seehotel und die angrenzenden Seehäuser. So zeigen die aktuellen Immobilienanzeigen für die geplanten Seehäuser, dass die derzeitigen Pläne mit dem 2008 präsentierten touristischen Projekt nicht mehr viel zu tun haben. „Aus dem angekündigten Tourismusprojekt von damals scheint ein reines Immobiliengeschäft privater Investoren geworden zu sein. Vom versprochenen touristischen Mehrwert ist weit und breit nichts zu sehen – weder für die Gemeinde noch für die Region“, ärgert sich die Grüne Gemeinderätin Alexandra Fischbach. Die Grünen fordern daher einen Stopp der weiterern Verbauung des Sees. Diese geht zu Lasten der Allgemeinheit, indem sie den Zugang zum See und die Nutzung des Seeareals immer weiter einschränkt.

Grüne fordern Rückwidmung von bis zu 55.000 m² Bauland

Derzeit läuft ein Verfahren zur Änderung des Flächenwidmungsplanes von Neusiedl am See, der die Grundlage für die zukünftige Nutzung einzelner Gemeindegebiete darstellt. Um eine weitere Verbauung des Sees und des Seevorgeländes zu verhindern, haben die Grünen beantragt, Flächen im Bereich des Seevorgeländes, die für eine künftige Bebauung vorgesehen sind, wieder in Grünflächen rückzuwidmen.

Die betroffenen Flächen wurden in der Vergangenheit von ÖVP und SPÖ als Bauland gewidmet. Es handelt sich dabei um weitgehend unberührte Kulturlandschaft im Seevorgelände, die Teil des Landschaftsschutzgebietes und des Europaschutzgebietes ist, sowie Teil der Kernzone des Weltkulturerbes. Die Grünen Neusiedl werden sich dafür einsetzen, dass der von ihnen eingebrachte Antrag eine Mehrheit im Gemeinderat findet. Dadurch würde eine Fläche von bis zu 55.000 m² der Natur erhalten bleiben.

Satellitenfoto des Geländes, Quelle: Google

 

 

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