Vollversammlung der bgld. Bienenzuchtvereine 2017

Oberwart, 31. 3. 2017 –

„Wo die Biene ist, dort ist Gesundheit“, mit diesem alten lateinischen Sprichwort zeigte Agrarlandesrätin gleich zu Beginn der diesjährigen gut besuchten Vollversammlung der bgld. Bienenzuchtvereine (Obmann Johann Pilz) die Wichtigkeit der Biene für die Landwirtschaft und ein gesundes Ökosystem auf. Neben interessanten Diskussionen gab es auch viele Ehrungen verdienter Imker.

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Agrarlandesrätin Verena Dunst mit Urkundenträgern

„In den letzten Jahren hat die Imkerei einen großen Aufschwung erlebt. Die Rückbesinnung auf die Wichtigkeit der Honigbiene für die Natur, ihre Leistung in der Bestäubung und die Wertsteigerung regionaler Produkte bei der Bevölkerung verhalfen der Imkerei zu einem großen Ansehen“, so Dunst weiter.

Imkerei als wichtiger Zweig der Landwirtschaft

Rund 600 burgenländische Imkerinnen und Imker mit 8.000-9.000 Bienenvölker tragen dazu bei, die burgenländischen Konsumentinnen und Konsumenten mit verschiedenen Honigen und anderen wertvollen Bienenprodukten wie Propolis oder Wachs zu versorgen. „Die Imkerei ist ein ganz besonders wichtiger Zweig in der Landwirtschaft, ist doch der erfolgreiche Anbau sehr vieler landwirtschaftlicher Kulturen von der Bestäubung durch unsere Bienen abhängig“, meint Agrarlandesrätin Verena Dunst.

Bienen sind auch Indikatoren einer besonders naturnahen Landwirtschaft mit hoher Biodiversität, einem der wichtigsten Parameter einer nachhaltigen Landwirtschaft. Rund 80% der 2.000 – 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Insekten und dabei hauptsächlich auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache. Damit nimmt die Honigbiene den dritten Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.

Anstieg der Bienenvölker im Burgenland

Dass die Zahl der Bienenvölker in den letzten Jahren immer mehr angestiegen ist, ist auch ein Beweis für die Nachhaltigkeit der heimischen Landwirtschaft. „Die Gesundheit der Bienenvölker ist durch die hohe Sensibilität der Bienen gegenüber Krankheitserregern und Umwelteinflüssen vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Dazu sei zum Beispiel auf den Winter 2014/15 hingewiesen, als ungünstige Witterungsbedingungen und eine damit verbundene erschwerte Bekämpfung der Varroamilbe zu Völkerverlusten führten. Überhaupt stellen Bienenseuchen wie die Varroamilbe oder die Amerikanische Faulbrut zurzeit die größte Gefahr für die Bienenvölker dar und unsere burgenländischen Imkerinnen und Imker immer wieder vor große Herausforderungen“, führt LRin Verena Dunst weiter aus. Trotz dieser sei ist das Interesse an der Imkerei im Burgenland erfreulicherweise sehr groß, wie die steigende Anzahl an Imkerinnen und Imkern beweise – so Dunst.

Facharbeiterkurs für Bienenwirtschaft

Zur erstmalige Durchführung und Abhaltung eines Facharbeiterkurses für Bienenwirtschaft im Burgenland kam es 2016. Die Überreichung der Facharbeiterbriefe fand am 7. März 2017 statt und brachte neun Absolventen 2017 hervor. „Jede Form der Nutztierhaltung, so auch die Bienenhaltung, bedarf umfassender Kenntnisse des Tierhalters, um einen tiergerechten Umgang bei der Betreuung von Nutztieren zu gewährleisten. Dazu ist ein umfangreiches Fachwissen, welches die Bereiche Haltungsanforderungen, Fütterung und Tiergesundheit betrifft, notwendig. Um mit der Nutztierhaltung auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sind auch betriebs- und marktwirtschaftliche Überlegungen anzustellen. In den vergangenen Jahren wagten viele Interessenten den Einstieg in die Imkerei. Diese Neueinsteiger haben seither die Bienenhaltung erfolgreich betrieben und auch viel Wissen im Rahmen von Grundkursen und in der eigenen Imker-Praxis erworben. Es wird vermehrt der Wunsch nach einer höheren Qualifizierung geäußert“, so Agrarlandesrätin Verena Dunst weiter.

Österreichische Bienengesundheitsproramm 2016

Für die Bienengesundheit und Krankheitsvorbeugung ist die imkerliche Betreuung der Bienenstöcke durch gezielte Maßnahmen ein entscheidender Faktor. Für diese fachkundige Betreuung wurde mit dem Österreichischen Bienengesundheitsprogramm ein österreichweit einheitlicher Rahmen geschaffen. Mit Hilfe des im diesem Programm festgelegten umfassenden Schulungs- und Beratungspaketes sollen die Imkerinnen und Imker in die Lage versetzt werden, selbst zur Verbesserung der Bienengesundheit entscheidend beizutragen. „Mit dem Aufbau und der Erhaltung gesunder Bienenvölker wird gleichzeitig die wichtige Bestäubungsfunktion der Bienen sichergestellt und die Herstellung von qualitativ hochwertigen und sicheren Lebensmitteln aus der Imkerei gewährleistet. Im Besonderen soll die Überwinterungsfähigkeit der Bienenvölker verbessert werden. Die Erreichung dieses Zieles soll durch eine umfassende Behandlungsstrategie gegen die Varroamilbe, welche auch neue Herausforderungen wie den Klimawandel berücksichtigt, sichergestellt werden“, meint LRin Dunst.

Fördermaßnahmen

Es gibt im Bereich der Imkerei drei wichtige Förderschienen:

1. INVESTITIONSFÖRDERUNG (größere Betriebe)
• Mindestinvest € 2000
• max förderb Investitionssumme € 40.000,–
• Mindestens 50 Bienenstöcke
• Förderung 40%

FÖRDERUNG IMKERLICHER KLEINGERÄTE (Kleinbetriebe)
• Mindestinvest € 400,–
• Bei mehr als 14 Völkern sind €30,– pro Volk förderfähige Investitionssumme
• Bei weniger als 14 Völkern sind max € 400,– förderfähig
• Förderhöhe 40%

PAUSCHALBETRAG FÜR NEUEINSTEIGER
• Ankauf von 3 Magazinbeuten
• Grundkursbesuch
• Ankauf von 3 Kunstschwärmen und Reinzuchtköniginnen
• Förderbarer Pauschalbetrag € 735,–
• 40% Förderung € 294,–
Landwirtschaft Burgenland

„Wie sie bereits alle wissen habe ich mir als Agrarlandesrätin hohe Ziele gesetzt! Ich möchte die Wettbewerbsfähigkeit von Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft unterstützen und dafür sorgen, dass die natürlichen Ressourcen des Landes nachhaltig bewirtschaftet werden. Dabei liegen mir der Erhalt und die Vielfalt unserer burgenländische kleinstrukturiert Landwirtschaft besonders am Herzen. Die Regionalität, hohe Qualität unserer heimischen Produkte und eine sichere Herkunftsbezeichnung fördern dabei die Konsumentensicherheit, steigern somit den Absatz und halten die Wertschöpfung in der Region. Der ländliche Raum ist jedoch bekanntlich weit mehr als der Agrarsektor. So steht die ausgewogene Entwicklung der ländlichen Regionen ebenso in meinem Fokus, wie auch weiterhin meine bekannten Bereiche wie die Dorferneuerung, Familie und Frauen, sowie Konsumentenschutz und Preisüberwachung“, so LRin Dunst.

Symbiose Imkerei und Landwirtschaft

„Bekanntlich war die Wahrnehmung des Spannungsfeldes Pflanzenbau und Imkerei in den letzten Jahren als durchaus sehr turbulent einzustufen. Während die Imker das Verbot von vier Wirkstoffen in Beizanwendungen als Schritt in die richtige Richtung zur Verminderung von immer wiederkehrenden Bienenschäden durch Pestizide sehen, empfinden Pflanzenbauern den Verlust dieser Produkte als Erschwernis bzw. als Bedrohung der pflanzlichen Produktion. Naturgemäß sind die Positionen in solch unterschiedlichen Interessenlagen meist von verengten Blickwinkeln der sich gegenüberstehenden Gruppen gekennzeichnet. Es ist von enormer Bedeutung, das Verständnis der beteiligten landwirtschaftlichen Sektoren für die Probleme des jeweils anderen zu verbessern und zu stärken. Dazu braucht es Toleranz und Verständnis und eine unvoreingenommene, positive Diskussionskultur. Die Bienen danken es dem Landwirt und Gärtner mit vielen schönen Früchten und den Imkern mit köstlichem Honig für die burgenländischen KundenInnen! Denn eines muss beim Honigkauf beachtet werden: Honig kann importiert werden – die Bestäubung unserer Pflanzen nicht“, meint Agrarlandesrätin Verena Dunst abschließend.

 

 

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