Sonderförderprogramm 50+

Lockenhaus, 22. 3. 2017 –

Maßnahmen für ältere ArbeitnehmerInnen: Jobs im Dorf

Auf Initiative von Landesrat Mag. Norbert Darabos wurde auch für das Jahr 2017 ein Sonderförderprogramm für ältere ArbeitnehmerInnen beschlossen. Das Förderprogramm des Landes enthält ein Maßnahmenpaket, bestehend aus zwei Zielen, welche die Beschäftigungsperspektiven von älteren ArbeitnehmerInnen erhöhen sollen.

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Bgm. Mag. Christian Vlasich und LR Mag. Norbert Darabos

Die Situation am burgenländischen Arbeitsmarkt ist für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor besonders schwierig. Die Anzahl der Arbeitslosen über 50 Jahre ist im Jahr 2016 weiter gestiegen, nach wie vor sind ca. ein Drittel der Arbeitslosen über 50 Jahre. Laut AMS Statistik betrifft dies mit Ende Februar 2017 im Burgenland 4.787 Personen. Angesichts der Wirtschaftsprognosen ist kurz- oder mittelfristig auch nicht mit einer gravierenden Verbesserung der Arbeitsmarktsituation dieser Zielgruppe zu rechnen.

Angesichts der schwierigen Arbeitsmarktlage für Ältere hat das AMS für das Jahr 2017 mit der „Beschäftigungsinitiative 50+“ ein Sonderprogramm für diese Zielgruppe geschaffen. Aufgrund beschränkter budgetärer Mittel musste das AMS jedoch mehrere Einschränkungen hinsichtlich Förderhöhe, -dauer, und auch der Zielgruppe vornehmen. „Die Maßnahme des AMS soll daher durch ein umfassendes Förderprogramm des Landes ausgeweitet und ergänzt werden, um die Beschäftigungsperspektiven von älteren ArbeitnehmerInnen substantiell zu erhöhen“, erklärt Arbeitsmarktlandesrat Norbert Darabos.

Das Land Burgenland unterstützt Personen und Gemeinden durch das folgende Maßnahmenpaket für ältere ArbeitnehmerInnen:

Maßnahmenpaket für ältere ArbeitnehmerInnen:

1. Um die Beschäftigungsperspektiven von älteren Arbeitslosen (über 50 Jahre) zu erhöhen, wird seitens des Landes die längerfristige Beschäftigung bei Gemeinden und gemeindenahen Einrichtungen gefördert. Diese Förderung ist eine Ergänzung und Ausweitung des vom AMS angebotenen Programms „Beschäftigungsinitiative 50+“.

Zielgruppe: männliche Personen im Rahmen der AMS-Beschäftigungsinitiative 50+.

Fördervoraussetzung: Eine Beschäftigungsinitiative von männlichen Arbeitnehmern mit einer Gemeinde oder einem gemeindenahen Betrieb von mindestens 6 Monaten.

Förderhöhe: 50% der Lohn- und Lohnnebenkosten für die anschließende Beschäftigungszeit bei Gemeinden sowie bei gemeinnützigen und öffentlichen Trägern im Umfeld der Gemeinden.

LR Darabos: „Es geht vor allem darum, Personen längerfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Und hier zählt jeder Monat. Für die Gemeinden ist das in meinen Augen ein höchst lukratives Angebot. Sie können Menschen beschäftigen, die sie – über ein Jahr gerechnet – nur drei Monate kosten.“

2: Um für arbeitslose ältere ArbeitnehmerInnen, die keine Förderung seitens des AMS erhalten, Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, sollen seitens des Landes in Kooperation mit den Gemeinden zusätzliche, möglichst längerfristige Arbeitsverhältnisse begründet und finanziert werden.

Fördervoraussetzung: Schaffung eines Beschäftigungsverhältnisses im Ausmaß von 6 Monaten wenn:
– die Person trotz einer Förderung durch das AMS in den vorangegangenen 2 Jahren kein Arbeitsverhältnis begründen konnte
– die Person weniger als 6 Monate als arbeitslos vorgemerkt ist
– die Person nur in geringfügigem Ausmaß beschäftigungsfähig ist
Förderhöhe: 50% der Lohn- und Lohnnebenkosten für die Dauer der Beschäftigung bei Gemeinden sowie bei gemeinnützigen und öffentlichen Trägern im Umfeld der Gemeinden.

„Es ist mir dabei wichtig, dass die Dienstverhältnisse für einen möglichst langen Zeitraum abgeschlossen werden und wir den TeilnehmerInnen nicht nur eine kurzfristige Lösung bieten. Möglichst viele ältere Arbeitslose sollen von dieser Unterstützung profitieren“, so Darabos.

Förderanträge können beim Amt der burgenländischen Landesregierung, in der Abteilung 6 – Förderwesen, ab 1. April 2017 bis 31. Dezember 2017 eingebracht werden.


Aktion 50+ für Gemeinden: Rot-Blau ist gefordert

„Jeder Arbeitslose ist einer zu viel. Es braucht daher dringend konkrete Gegenmaßnahmen, um den Arbeitsmarkt langfristig abzusichern. Besonders Ältere haben es schwer. Wir fordern die Landesregierung auf, ein Sonderförderprogramm für ältere Arbeitnehmer umzusetzen“, erklären Klubobmann Christian Sagartz und LAbg. Markus Ulram, Bürgermeister von Halbturn.

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Klubobmann Christian Sagartz und Landtagsabgeordnetem Markus Ulram

Es gibt noch immer tausende Arbeitslose im Burgenland. SPÖ und FPÖ haben diesen unzähligen Arbeitslosen nichts entgegenzusetzen, besonders ältere Personen haben es schwer. „Wo bleiben die klaren Ansagen und Projekte von Rot-Blau? Wo ist das Förderprogramm, das für mehr Beschäftigung sorgt? Warum setzen sich SPÖ und FPÖ nicht für mehr Unterstützung für Klein- und Mittelbetriebe ein?“, fragt Christian Sagartz.

„Das Burgenland ist österreichweit das Bundesland mit der höchsten Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 50+. Die anhaltend angespannte Lage am Arbeitsmarkt, aber insbesondere die zweifelhafte Spitzenreiterposition unter den älteren Arbeitnehmern, erfordert dringend Handlungsbedarf seitens des Landes“, so der ÖVP-Klubobmann, der vorschlägt: „Aufbauend auf die Beschäftigungsinitiative 50+ des AMS Burgenland soll das Land Burgenland, wie auch bereits in der Vergangenheit, Gemeinden finanziell dabei unterstützen, wenn diese Arbeitskräfte im Rahmen der AMS-Initiative beschäftigten.“

Ulram: Gemeinden und ältere Arbeitssuchende würden profitieren

Die frühere Aktion 50+ hat Markus Ulram als Bürgermeister von Halbturn genutzt und damit älteren Personen einen Arbeitsplatz ermöglicht. „Nun wäre es höchst an der Zeit für ein weiteres Sonderförderprogramm. Burgenlands Gemeinden könnten davon ebenso profitieren wie die älteren Arbeitssuchenden“, betont der ÖVP-Mandatar.

„Mit dem Sonderförderprogramm soll nicht nur die Möglichkeit für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben durch das Sammeln von neuen Berufserfahrungen erleichtert werden, sondern sollen Gemeinden auch die Möglichkeit haben, potenzielle Arbeitskräfte auf diesem Weg für eine mögliche langfristige Anstellung zu gewinnen“, so Markus Ulram.

„Die rot-blaue Landesregierung ist jetzt gefordert“, verlangt der ÖVP-Mandatar. „Wir fordern Rot-Blau dazu auf, noch heuer ein Sonderförderprogramm für ältere Arbeitnehmer umzusetzen. Schwerpunkt dieser Aktion 50+ soll sein, Gemeinden bei der Aufnahme von Arbeitnehmern im Rahmen der AMS-Beschäftigungsinitiative 50+ finanziell dahin zu unterstützen, dass den Gemeinden für ein Beschäftigungsausmaß von sechs Monaten keine Kosten entstehen. Die Gemeinden sollen gleichzeitig verpflichtet werden, diese Arbeitnehmer zusätzlich noch einen weiteren Monat auf eigene Kosten zu beschäftigen. Das wäre eine konkrete Hilfe der Politik, die arbeitslose Personen und Gemeinden gleichermaßen unterstützt.“

Das Geld wäre jedenfalls sinnvoll angelegt, unterstreicht Markus Ulram: „Für die 500.000 Euro, die die Sicherheitspartner kosten, könnte man mit dem Modell 50+ 70 Burgenländer anstellen. So laufen für eine halbe Million Euro rund 20 Personen als selbsternannte Sheriffs herum. Die Aktion 50+ für Gemeinden ist wesentlich kosteneffizienter.“

Frauenarbeitslosigkeit: SPÖ-Marketing-Gags sind unerträglich

Eine weitere Herausforderung ist die steigende Frauenarbeitslosigkeit. „Im Burgenland stieg die Zahl jobsuchender Frauen deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt“, zitiert Christian Sagartz den jüngsten AMS-Bericht. Während die Männer-Arbeitslosigkeit im Burgenland von 2015 auf 2016 leicht gesunken ist, stieg die Frauen-Arbeitslosigkeit um +4,1%.

„In herausfordernden Zeiten geben die AMS-Mitarbeiter ihr Bestes. Die Landesgeschäftsführung und die Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit, ohne politischen Auftrag sind sie aber auf verlorenem Posten. Es fehlen von Rot-Blau konkrete Ideen für die Beschäftigung älterer Personen und Frauen“, bemängelt Christian Sagartz. „Landesrätin Dunst hat auch anlässlich des Frauen-Tages nur mit medialen Nebelgranaten um sich geworfen, konkrete Taten wurden keine gesetzt. Diese SPÖ-Marketing-Gags sind längst unerträglich!“

 

 

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