Agrarworkshop 2017: Bekenntnis zu kleinstrukturierter Landwirtschaft

Andau, 23. 2. 2017 –

Agrarworkshop 2017: Agrarlandesrätin Dunst und NRAbg Preiner fordern klares Bekenntnis zu kleinstrukturierter Landwirtschaft

Die Weichen für 2020+ müssen jetzt gestellt werden.

Gemeinsam mit Bereichsexperten aus allen Bundesländern trafen sich Agrarlandesrätin Verena Dunst und der Agrarsprecher der SPÖ NRAbg Erwin Preiner trifft sich in den kommenden beiden Tagen am Weingut Scheiblhofer. Es wird vor allem über Strategien jenseits von „Wachsen oder Weichen“ im Landwirtschaftsbereich diskutiert werden. Das wichtigste Thema wird die Definition von Zielen der Stärkung des ländlichen Raums sein.

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Stefan Hauser (Vorsitzender SPÖ Bauern Burgenland), Erwin Preiner (Abgeordneter zum österr. NR), Agrarlandesrätin Verena Dunst, Josef Etzenberger (Vorsitzender SPÖ Bauern Österreich)

Ein ganz klares Bekenntnis für die kleinstrukturierte Landwirtschaft und den ländlichen Raum liefert Preiner bereits zu Beginn: „Die Rahmenbedingungen für die ProduzentInnen und KonsumentInnen müssen passen! Die ist die Herausforderung für die kommenden Jahre.“ Auch die nachfolgende Generation müssten Zukunftsmöglichkeiten für den eigenen Betrieb haben und gesunde Lebensmittel produzieren können – so Preiner weiter. Im Bereich des LE-Programmes sei zu sondieren, wo noch zielgerichteter finanziell unterstützt werden kann. „Bundesminister Rupperechter muss die bäuerlichen Familienbetriebe besonders beachten! Der Schwerpunkt der Agrarpolitik ist für die SPÖ auch weiterhin die biologische Landwirtschaft.
Lebensmittel müssen umweltverträglich sein und nachhaltig produziert sein.
Soziale Dienste im LE-Programm sind wichtig, damit Jungfamilien im ländlichen Raum bleiben können. Kinderbetreuung und Pfelgebetreuung sind Voraussetzung, damit Frauen im ländlichen Raum wohnen und arbeiten bleiben können und wollen“, so Preiner. Im Rahmen der Modifizierung der Gemeinsamen Agrarpolitik für die nächste Förderperiode ab 2020 sei Bundesminister Rupprechter gefordert, sich dafür einzusetzen, damit die österreichische Landwirtschaft finanziell überleben könne, Familienbetriebe weiter gefördert und gestärkt werden könnten – fährt Preiner fort. „Im Rahmen der Preisgestaltung darf es nicht rein die freie Marktwirtschaft sein, die regiert! Unsere bäuerlichen Familienbetriebe kommen so unter Zugzwang. Es gibt unsererseits ein klares Bekenntnis zur Förderung. Die Landwirtschaft leistet viel Arbeit im Berich Tourismus und Landschaftspflege. Die Gentechnik-Freiheit im Bereich des Saatgutes ist nach wie vor wichtig, daher gibt es auch von mir weiterhin ein klares Bekenntnis gegen Freihandelsabkommen wie CETA oder TTIP. Weiters muss der ‚Masterplan für den ländlichen Raum‘, wie er berits 2013 vereinbart wurde, endlich ernsthaft vorangetrieben werden! Auch hier ist der Landwirtschaftsminister gefordert, der eigentlich schon lange tätig hätte werden müssen!“ so Preiner abschließend.

Strategien abseits von „Wachsen oder Weichen“

Für Agrarlandesrätin Verena Dunst stellt sich die Lage im Burgenland im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe ernüchternd dar. „Der Strukturwandel seit Mitte der 90er Jahres hat leider zu einem massiven Wegbrechen der kleinen und mittleren Strukturen in der burgenländischen Landwirtschaft geführt“, so Dunst einleitend. Man müsse dringend von der Philosophie „Wachsen oder Weichen“ abgehen – mahnt LRin Dunst und bestärkt damit die Ausführungen des Agrarsprechers Preiner. Es gelte in den kommenden Jahren und vor allem in der neuen Förderperiode 2020+ neue Wege zu beschreiten und dabei auch wesentlich mehr dezentrale Mittel zur Verfügung zu stellen – so Dunst. „Nur so kann man gezielt Fördermittel im Burgenland einsetzen, um die kleinstrukturierte Landwirtschaft ím Burgenland nicht noch weiter schrumpfen zu lassen, sondern eine Trendumkehr im Bereich der ländlichen Entwicklung zu erreichen. Ich lade dazu alle, sich daran konstruktiv zu beteiligen, um diese hochgesteckten Ziele auch bestmöglich erreichen zu können. Mit der Projekt ‚Zukunft Landwirtschaft‘ wurde ein weiterer Prozess im Burgenland gestartet, wo mit allen Playern gemeinsam Ziele und Strategien erarbeitet werden sollen, die ganz konkret der Landwirtschaft im Burgenland seine im Tourismus und auch bei der eigenen Bevölkerung so geschätzten einzigarte Kleinstrukturiertheit bewahren soll“, so Agrarlandesrätin Verena Dunst abschließend.


Agrarworkshop 2017:

Burgenländische Produkte brauchen neue Vermarktungsstrategien

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LAbg. Walter Temmel, ÖVP

„Die Landwirtschaft braucht neue Ideen, um den Bäuerinnen und Bauern ein faires Einkommen zu sichern. Dazu braucht es neue Marketingstrategien für bäuerliche Produkte. Wir haben große Erwartungen vom Agrarworkshop der SPÖ-Landesrätin Dunst“, sagt Agrarsprecher Walter Temmel als Reaktion auf die heutigen Aussagen von Landesrätin Dunst zum Agrarworkshop 2017.

Die Landwirtschaft im Burgenland, aber auch in Österreich, muss sich dem Wandel der Zeit fügen. „Schlechte Preisentwicklung, schleppender Export und fehlende Strategien haben die Situation der heimischen Landwirtschaft dramatisiert“, mahnt Temmel.

 

„Die Direktvermarktung und die Produktion hochwertiger Produkte, vor allem Nischenprodukte, sind große Chancen, um in der Landwirtschaft im Burgenland ein faires Einkommen zu sichern. Gezieltes Marketing und neue Verkaufsstrategien stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu braucht es seitens der Politik aber die besten Rahmenbedingungen.“, appelliert Agrarsprecher Temmel an SPÖ-Landesrätin Dunst: „Dunst ist gefordert, das beste Programm für unsere Bäuerinnen und Bauern auszuarbeiten. Der Agrarworkshop und die daraus entstehenden Ergebnisse dürfen nicht zu einem Husch-Pfusch-Gesetz werden, wie es beim Jagdgesetz der Fall war. Dunst muss alle Beteiligten einbinden, um das bestmögliche Ergebnis für die heimische Landwirtschaft zu erzielen.“

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