Schülerunion ortet Missstände in der Bildungslandschaft

Eisenstadt, 20. 2. 2017 –

Befehlsausgabe zum Semesterbeginn

Rechtzeitig zu Beginn des Sommersemesters zeigt die Schülerunion Burgenland die Missstände in der burgenländischen Bildungslandschaft auf und appelliert an den Landesschulrat: Tarnen, tricksen und täuschen auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler hat nichts mit einer verantwortungsvollen Politik zu tun. Die Schülerunion Burgenland fordert den Landesschulrat auf, die bestehende Blockadehaltung gegenüber der gesetzlich gewählten Landesschülervertretung aufzuheben.

schülerunion

Harald Zierfuß, Wolf Steinhäusl, Yvonne Wusits

Die Schülerunion Burgenland ist die größte Schülerorganisation des Landes und setzt sich neben ihrer Arbeit direkt an der Schule auch auf Landes- und Bezirksebene für die Interessen der über 32.000 Schüler des Burgenlands ein. Ehrliche und authentischen Vertretung der Schülerinnen und Schülern des Burgenlandes lautet das Credo der Schülerunionen Burgenland. „In einer gelebten Schulpartnerschaft müssen Mitsprache, Mitbestimmung und ein gelebtes Miteinander im Interesse der Bildung das ausgesprochene Ziel aller sein. Irritiert bin ich aber über die Tatsache, dass der Landesschulrat mit zweierlei Maß misst und es der Landesschülervertretung noch immer verwehrt bleibt, Podiumsdiskussionen an Schulen zu organisieren“, so der Landesobmann der Schülerunion Burgenland Wolf Steinhäusl. Viele Jugendliche sind politisch interessiert und möchten sich engagieren. Deswegen fordert die Schülerunion bereits seit Jahren die Einführung des Faches „Politische Bildung“ ab der 7. Schulstufe. In Österreich darf man bereits mit 16 Jahren wählen. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen die Abläufe der Demokratie zu veranschaulichen.  Darüber hinaus ist es der Schülerunion Burgenland wichtig regelmäßige politische Podiumsdiskussionen an den Schulen durchzuführen. „Anlässlich der Landtagswahlen 2015 wurden in 33 von 34 Schulen Podiumsdiskussionen organisiert. Das Interesse war sehr groß. Doch seitdem werden Podiumsdiskussionen an Schulen seitens des Landesschulrates verhindert. Aus unserer Sicht kann Politik für junge Menschen nur dann spürbar sein, wenn sie auch Politikern begegnen können. Im Rahmen von Schuldiskussionen mit allen Parteien ist genau das möglich. Denn wer wählt, muss vor allem wissen wen und warum. Gerade deswegen fordern wird den Landesschulrat auf seine Blockadehaltung zu stoppen“, so der Landesobmann.

Kreidezeit war gestern – Digitalisierungsoffensive ist heute.

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Umso wichtiger ist es, dass das Land Burgenland diese Entwicklung nicht als Zaungast betrachtet und gerade die Jüngsten in unserer Gesellschaft bestens auf diese Herausforderungen vorbereitet. „Alle Schulen im Burgenland müssen einen schnellen Breitbandzugang sowie einen W-LAN Zugang bekommen. Außerdem müssen alle Klassenräume mit der modernsten Soft- und Hardware ausgestattet werden, um die Schülerinnen und Schüler auf die digitalisierte Welt im Berufsleben optimal vorbereiten zu können“, fordert Landesobmann Wolf Steinhäusl. Darüber hinaus soll das Fach „Programmieren“ ab der 3. Klasse Volksschule als Grundkenntnis wie Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt werden.

 

 

Schülerparlament gesetzlich verankern

In vielen Bundesländern  gibt es bereits gesetzlich verankerte SchülerInnenparlamente. Bei diesen SchülerInnenparlamenten bekommen alle Schülervertreterinnen und Schülervertreter die Möglichkeit ihre Anliegen und Probleme direkt anzusprechen. In weiterer Folge können Anträge eingebracht werden, über diese nach einer Diskussionsrunde abgestimmt wird. Wird ein Antrag angenommen, dann wird er an den zuständigen Landtagsausschuss weitergeleitet. „Unser Ziel ist es, dass diese Schülerparlamente auch im Burgenland gesetzlich verankert werden, da sie derzeit ohne jegliche gesetzliche Grundlage, sondern nur auf Initiative der Landesschülervertretung durchgeführt werden“, so Steinhäusl.

 

Größte Schülerumfrage der Bundesschülervertretung

Die Bundesschülervertretung führte eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern in Österreich durch. Über 10600 Teilnehmer zeigen, dass es den Schülerinnen und Schülern nicht egal ist, wie die Schulen aussehen und welche Missstände es in den Schulen gibt. „Ich freue mich über die rege Teilnahme an unserer Umfrage. Es ist schwierig, in ganz Österreich Schüler aus allen Schultypen zu erreichen. Mit dieser Umfrage haben wir das aber geschafft. Das Ergebnis zeigt: Schüler wollen Feedback, sie wollen, dass ihre Stärken gefördert werden und sie wollen spannenden Unterricht“, so der Bundesschulsprecher Harald Zierfuß. Mit knapp 54% gibt es einen großen Aufschrei nach mehr Praxisnähe und Aktualität im Unterricht. Erschreckend hierbei die Antwort auf die Frage, ob Experten aus den verschiedensten Fachbereichen in den Unterricht eingeladen werden, um den Stoff realitätsnäher und abwechslungsreicher vermitteln zu können, denn nur 15% geben an, dass das bereits passiert. Dabei wäre genau das ein wichtiger Schritt in Richtung Bildung des 21.Jahrhunderts. Wichtig ist den Schülern vor allem die Qualität der Lehrpersonen. 64% haben diese als ihr Herzensanliegen angegeben, das heißt, die Schüler sehen den Lehrer als Zentrum eines gelungenen Unterrichts. Stiefkinder im Schulunterricht sind Präsentationstechnik und Projektmanagement. Nur bei 22% findet ein solcher statt und das, obwohl man genau diese Softskills im alltäglichen Leben und vor allem in der Arbeitswelt benötigen würde. In Sachen Digitalisierung wird eine weit verbreitete Meinung bestätigt: Die digitalen Hilfsmittel, wie der allseits bekannte Beamer ziehen mittlerweile in großen Zahlen in die Schulen ein, sie werden aber kaum verwendet. Der Grund: Über 50% der Lehrkräfte kennen sich kaum bis gar nicht mit diesen Geräten aus und können die Möglichkeiten, die geboten werden um den Unterricht spannender zu gestalten, nicht nutzen. Hier braucht es also ganz klar eine bessere Lehrerausbildung und Fortbildungen. „Digitale Medien sind für uns Schüler längst Alltag und sind auch in Zukunft nicht wegzudenken. Wir brauchen eine zeitgemäße und genaue Aufklärung über digitale Medien, insbesondere über deren Nachteile“, so Zierfuß abschließend. Die Bundesschülervertretung (BSV) ist die gesetzlich gewählte Vertretung aller 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler. Sie setzt sich aus 27 Landesschulsprechern und zwei Sprechern der Zentrallehranstalten zusammen. Der derzeitige Bundesschulsprecher Harald Zierfuß kommt aus der Schülerunion.

 

Wusits: „Gelebte Schulpartnerschaft auch im Burgenland notwendig“

Primäres Ziel der Landesschülervertretung ist es, den Kontakt zu den SchülervertreterInnen aufzubauen und einen guten Informationsfluss zu ermöglichen. Leider wird diese oft erschwert und in einzelnen Fällen sogar verwehrt. Es geht soweit, dass Schülervertreterinnen und Schülervertretern nicht gestattet wird an Veranstaltungen der Landesschülervertretung teilzunehmen. Verzögerte Rückmeldungen, wenig Interesse an Zusammenarbeit und in weiterer Folge geringe Wertschätzung gegenüber der Arbeit der gesetzlich gewählten Landesschülervertretung prägen die Einstellung des Landesschulrates. „Während meiner Arbeit in der Bundesschülervertretung sehe, dass in den meisten anderen Bundesländern ein gutes Verhältnis zwischen dem Landesschulrat und der jeweiligen Landesschülervertretung besteht. Umso mehr appelliere ich an den Landesschulrat seine Blockadehaltung aufzulösen und eine gelebte Schulpartnerschaft zu ermöglichen“, so die AHS-Landesschulsprecherin Yvonne Wusits. Trotz allem versucht die Landesschülervertretung den Mitschülerinnen und Mitschülern eine verdiente Stimme zu geben. Damit dies auch in der Praxis gelingt, wird einmal pro Semester ein SchülerInnenparlament organisiert, wo allen Schülervertreterinnen und Schülervertretern die Möglichkeit geboten wird, die Anliegen und Wünsche ihrer Schülerschaft vorzubringen und aktiv bei der Lösung konkreter Probleme mitzuwirken. „Mit dieser Plattform erfahren wir welche Themen unseren burgenländischen Schülerinnen und Schülern wichtig sind. Dies gelingt auch sehr erfolgreich. Gerade deswegen sind wir überzeugt, dass das Schülerinnenparlament, so wie in bereits vielen anderen Bundesländern gehandhabt, einer gesetzlichen Grundlage unterliegen muss, damit gewährleistet wird, dass die Anliegen einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers auch wirklich Gewicht bekommen“ so Wusits abschließend.

 

 

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