Erneuerbare Energie – Modell Burgenland

Eisenstadt, 20. 2. 2017 –

Innerhalb von 20 Jahren von der Errichtung der ersten Windkraftanlage zur Vorzeigeregion in Europa

Das Burgenland hat früher als andere die Chancen der Erneuerbaren Energie erkannt, diese Chance auch dementsprechend genutzt und nimmt heute – ganz im Sinne des Leitbildes „Mit der Natur zu neuen Erfolgen“ – im Bereich des Natur- und Umweltschutzes eine Vorreiterrolle ein. „Das Burgenland ist im Laufe der letzten 20 Jahre zu einem europaweiten Modell im Bereich der Erneuerbaren Energie geworden und konnte sich durch zukunftsorientierte Maßnahmen zur ersten stromautarken Region Europas entwickeln. Das ist ein großartiger Erfolg, mit dem wir uns aber nicht zufrieden geben. Wir werden deshalb unsere Rolle als europäisches Vorbild weiter ausbauen, denn das nächste ganz große Ziel lautet, dass wir bis zum Jahr 2050 den gesamten Energieverbrauch aus Erneuerbarer Energie abdecken können und damit einmal mehr einen wesentlichen und nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, betonte Landeshauptmann Hans Niessl am 20. Februar 2017 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mag. Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender Energie Burgenland, und Dr. Alois Ecker, Vorstandsdirektor Energie Burgenland, in der Netzleitstelle der Energie Burgenland in Eisenstadt, wo die Steuerung und Überwachung des 110-, 30- und 20-kV-Netzes stattfindet und die Lastverteileraufgaben gemäß externer bzw. interner Vorgaben durchgeführt werden.

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Vorstandsvorsitzender Mag. Michael Gerbavsits, Landeshauptmann Hans Niessl, und Vorstandsdirektor Dr. Alois Ecker sehen das Burgenland als europäische Modellregion in Sachen Erneuerbare Energie

Vor 20 Jahren – konkret im Dezember 1997 – hat das Burgenland mit der Errichtung von 6 Windkraftanlagen in Zurndorf einen – anfangs noch viel belächelten –   vorausschauenden und innovativen Weg beschritten. 2002 konnte bereits die 50 Millionen Kilowattstunden-Marke überschritten werden. Im Juni 2006 fasste der Burgenländische Landtag ein Beschluss für ein weiteres richtungsweisendes und ambitioniertes Ziel: Bis 2013 sollte das Burgenland eine stromautarke Region werden, dass bei der Stromversorgung unabhängig ist und 100% seines Stroms aus Erneuerbarer Energie gewinnt. 2013 wurde aus dieser Vision Wirklichkeit, denn am 13. September dieses Jahres konnte das Burgenland erstmals mehr Strom aus erneuerbarer Energie – sprich Windkraft, Photovoltaik und Biomasse – erzeugen, als es selbst verbraucht und ist damit bis heute europaweiter Vorreiter in Sachen Ökostrom. Mehr als 3 Jahre sind seit diesem historischen Tag der Energiewende vergangen und das Burgenland hat seine Leistungen im Bereich „sauberer Strom made im Burgenland“ noch weiter steigern können.

„In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Energie Burgenland vom Energieimporteur zum Energieproduzenten entwickelt und damit wichtige Meilensteine erreicht, durch die sowohl die Burgenländerinnen und Burgenländer, als auch die Umwelt profitieren. Uns ist sehr wichtig, dass wir als Leitbetrieb damit einen wesentlichen Beitrag zum ‚grünen‘ Burgenland leisten“, sagte dazu Mag. Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender der Energie Burgenland, die von einem Stromhändler zum Stromproduzenten geworden ist. „Heute sind unsere 224 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 507 Megawatt täglich im Einsatz, um 236.700 burgenländische Haushalte mit sauberem Ökostrom zu versorgen. Aber, wir denken auch an morgen, nehmen die Herausforderungen der Zukunft ernst und investieren deshalb im Geschäftsjahr 2016/17 rund 76 Millionen Euro in die Infrastruktur und in neue Geschäftsmodelle.“

Im Jahr 2016 konnte im Burgenland um ca. 33% mehr Strom erzeugt werden, als tatsächlich verbraucht wurde. Zu mehr als 80% wird Erneuerbare Energie durch Windkraft gewonnen. Mit insgesamt 422 Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von rund 1.020 MW liegt das Burgenland im Bundesländervergleich – nach Niederösterreich mit 654 Windkraftanlagen – auf dem 2. Platz. Windenergie ist ein burgenländisches Erfolgskonzept von der Stromerzeugung bis hin zu den sogenannten „Green Jobs“ – zu den Arbeitsplätzen mit Zukunftsperspektive. Etwa 1.500 „Green Jobs“ gibt es im Land – von Zulieferern, Dienstleistern bis hin zu Betreibern. Durch den Betrieb der Windräder gibt es eine jährliche Wertschöpfung von ca. 56 Millionen Euro. 2016 wurden im Burgenland 5 Windkraftanlagen mit insgesamt 11,8 MW Leistung errichtet, die Strom für ca. 8.000 Haushalte erzeugen. Durch diese 20 Millionen Euro Investition entstanden 70 Arbeitsplätze bei der Errichtung sowie 6 Dauerarbeitsplätze. Durch die Installierung dieser 5 Windkraftanlagen entstand eine Wertschöpfung von 5,5 Millionen Euro sowie 650.000 Euro Wertschöpfung jährlich durch den Betrieb. Mit der Windkraft im Land wird Strom für ca. 630.000 Haushalte erzeugt und eine CO2-Einsparung von 1,4 Millionen Tonnen erreicht – so viel, wie von 620.000 PKWs ausgestoßen wird.

„Aus unserer Vorreiterrolle als Windenergieerzeuger heraus sind wir genauso im Bereich der Photovoltaik und Wärmeerzeugung vorne mit dabei. Mit unseren Produktdienstleistungen können wir Privatkunden, Gewerbebetriebe und Kommunen optimal bei der Realisierung ihrer Energieprojekte unterstützen. Wir bieten daher seit langem eine professionelle Energieberatung verschiedenster Dienstleistungen, wie beispielsweise Licht und Service für Gemeinden und unsere ‚MehrKomfortPakete‘. Jene Menge an Ökostrom, die die Burgenländerinnen und Burgenländer nicht unmittelbar brauchen, wollen wir vernünftig eingesetzt wissen. Daher treiben wir den Ausbau der Infrastruktur für E-Autos und E-Services entschlossen voran. Darin sehen wir die Zukunft“, so Vorstandsdirektor Dr. Alois Ecker.

Seit dem Jahr 1999 wurden insgesamt auch 27.576 Alternativ-Energieanlagen gefördert. Seit Jänner 2009 beträgt die CO2-Einsparung durch diese geförderten Alternativ-Energieanlagen mehr als 351.000 Tonnen, was einer Heizöl-Ersparnis von mehr als 109 Millionen Liter entspricht. Niessl dazu abschließend: „Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Aspekt im Ausbau der Erneuerbaren Energie, die Energiefrage ist eine zentrale Zukunftsfrage. Die Schonung von Ressourcen und die weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern haben deshalb für uns auch weiterhin Priorität. Die Burgenländerinnen und Burgenländer können sauberen Strom – zertifizierte 100% Ökostrom der Energie Burgenland – nutzen, die Ansiedlung neuer Firmen auf dem Sektor der Erneuerbaren Energien floriert und schafft neue Arbeitsplätze. Für die Wertschöpfung ist dieser Ausbau eine enorme Bereicherung, denn wir hatten 2016 das höchste Wirtschaftswachstum, erstmalig mehr als 100.000 Beschäftigte im Jahresschnitt und konnten auch unsere Exportquote überdurchschnittlich steigern.

 

 

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