Breitband Ausbau im Südburgenland

Güssing, 17. 2. 2017 –

Mehr Bandbreite für das Südburgenland!

4,7 Millionen für 17 Gemeinden vertraglich fixiert – „DerDigitaleDorfplatz“ soll Lücken schließen

15 investierte Millionen, 14.000 mit schnellen Bitraten versorgte Haushalte und eine landesweite Abdeckung mit Highspeed-Internet-Produkten von 40 Prozent – seit der Unterzeichnung des Breitbandpaktes befindet sich die burgenländische Breitband-Infrastruktur im Umbruch! Hinzu kommen nun 4,7 Millionen aus der Breitbandmilliarde des Bundes. Wie gestern Donnerstag bekannt wurde, wurden die Verträge zwischen dem ausführenden Provider und dem zuständigen Bundesministerium fristgerecht unterzeichnet – 17 Gemeinden gehen damit on Air! Zusätzlich möchte Landtagspräsident Christian Illedits die burgenländischen Gemeinden mit einem „digitalen Dorfplatz“ ausstatten und ruft alle BürgermeisterInnen zur Bedarfsanmeldung auf.

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LAbg. Wolfgang Sodl, Landtagspräsident Christian Illedits, Südburgenland-Manager Werner Unger

Eine Milliarde Euro investiert das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) bis zum Jahr 2020 in den bundesweiten Breitbandausbau. Das Burgenland erhält nach Abschluss der ersten Ausschreibungsrunde 4,7 Millionen Euro für diesbezügliche Infrastrukturprojekte – eine Summe, die auch als Richtwert für die zweite reguläre Ausschreibungsrunde herangezogen werden könne, gibt Landtagspräsident Christian Illedits einen Ausblick. Diese soll noch heuer starten. Hinzu kommen weitere 2,1 Millionen aus der noch laufenden Ausschreibung zum „Access ELER“-Sondertopf. Somit darf in einem zweiten Schritt mit weiteren ca. 6 Millionen Fördereuro gerechnet werden. Gemäß dem bisherigen Aufteilungsschlüssel sollen diese zu ca. 75 Prozent in den infrastrukturschwachen Landessüden fließen.

>> Verträge fixiert: 17 Gemeinden gehen on Air!

Wie gestern Donnerstag bekannt wurde, wurde der Zuschlag für Projekte in der Höhe von 4,7 Millionen Euro vertraglich fixiert. Profitieren werden rund 9.500 Haushalte in 17 Gemeinden, 13 davon liegen in den südlichen Bezirken. Der Start der baulichen Maßnahmen wird noch heuer erwartet, die Fertigstellung erfolgt bis 2019.

„Um ländliche Strukturen in Zeiten der Globalisierung nicht zu isolieren, bedarf es leistungsstarker Anbindungen,“ so Südburgenland-Manager Werner Unger, mit Blick auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes. „Der Breitbandausbau bringt wirtschaftliche und soziale Vorteile für die südburgenländischen Gemeinden und gewährleistet damit eine weitere positive Entwicklung der gesamten Region,“ ergänzt der Landtagsabgeordnete Wolfgang Sodl, SP-Bereichssprecher für Innovation und technologische Infrastruktur.

>>> „Der Digitale Dorpflatz“ nimmt Gestalt an

Als Reaktion auf die veränderten gesellschaftlichen Bedürfnisse und im Sinne der Chancengleichheit, möchte Illedits allen burgenländischen Gemeinden die Möglichkeit der kostengünstigen Installation eines Free Access Points eröffnen.

In diesem Zusammenhang verweist er auf „WIFI4EU“, eine Förderaktion der Europäischen Kommission. In Form von Gutscheinen erhalten bis zu 8.000 europäische Gemeinden von 2017 bis 2019 dabei insgesamt 120 Millionen Euro zur Errichtung öffentlicher Hotspots.

Über diese limitierte und nach dem „first come, first served“-Prinzip regulierte Förderaktion hinaus, bietet die Initiative „DerDigitaleDorfplatz“ allen BürgermeisterInnen eine zuverlässige Möglichkeit zur Errichtung eines Hotspots an öffentlich zugänglichen Orten. Diese sollen allen Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürgern freien Zugang zum World Wide Web erlauben. Unter zentraler Koordination des Regional Managements Burgenland (RMB), können bedarfsadäquate WLAN-Pakete erworben werden. Derzeit werden auch Förderoptionen erwogen. „Ich darf alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister einladen, einen etwaigen Bedarf ab sofort bekannt zu geben,“ ruft Illedits zur Interessensbekundung auf.

***INFOBOX***

>> 17 Gemeinden gehen demnächst on Air: Eberau, Güssing, Hannersdorf, Inzenhof, Jabing, Jennersdorf, Loretto, Minihof-Liebau, Mühlgraben, Neufeld an der Leitha, Rudersdorf, Sankt Martin an der Raab, Schandorf, Steinbrunn, Weiden am See, Wiesfleck, Wolfau;

>> WIFI4EU: Die Europäische Kommission unterstützt durch die Initiative „WIFI4EU“ 6.000 bis 8.000 europäische Gemeinden bei der Installation von WLAN-Hotspots, die Ausschreibung erfolgt nach dem „first come, first served“-Prinzip und soll im Mai/Juni starten: https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/news/factsheet-wifi4eu

>> DerDigitaleDorfplatz: Interessensbekundungen werden bis Freitag, den 10. März 2017, beim Regionalmanagement Burgenland (RMB) erbeten. Hierbei handelt es sich um keine definitive Deadline. Das Datum dient lediglich einer internen Ersterhebung.


ÖVP: Breitband-Internet: Umsetzen statt ankündigen!

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LAbg. Walter Temmel, ÖVP

„Breitband-Internet ist die Schlüsselinfrastruktur des 21. Jahrhunderts. Nur mit einer guten Anbindung an das Internet kann man neue Infrastruktur gewinnen und eine Perspektive für die Jugend schaffen“, sagt Bezirksparteiobmann Walter Temmel in einer Reaktion auf die Aussagen von Illedits im Bezirk Güssing.

Noch immer gibt es unzählige Haushalte im Südburgenland, die keinen Zugang zu schnellem Internet haben. Österreichweit liegt die Rate beim Glasfaserausbau bei lediglich 1,6 %. Damit liegen wir im Vergleich zum Nachbarland Slowenien, das eine Ausbaurate von 25 % aufweist, weit zurück. Eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen ist der rot-blauen Landesregierung leider kein wichtiges Anliegen, obwohl das Breitband-Internet die Schlüsselinfrastruktur des 21. Jahrhunderts ist.

„Sowohl auf Bundesebene, als auch auf Landesebene sind SPÖ-Regierungsmitglieder für den Breitband-Ausbau zuständig. Das Motto der SPÖ hat sich auch hier einmal mehr bestätigt: Ankündigungsriese und Umsetzungswerg“, kritisiert Temmel und hält fest: „Die öffentliche Hand muss gezielt eingreifen um ländliche Regionen zu stärken, da dort private Telekommunikationsanbieter untätig bleiben. Als ÖVP wissen wir um die Wichtigkeit des flächendeckenden Ausbaus des Breitband-Internets – vor allem im Sinne des Wirtschafts- und Lebensstandortes Südburgenland. Die Benachteiligung des ländlichen Raumes und des Südburgenlandes muss endlich aufhören!“

Endlich erkennt auch die Landesregierung die Wichtigkeit des Breitbandausbaus im Südburgenland. LAbg. Temmel hofft, dass es nicht nur eine Ankündigungspolitik – wie so oft – für das Südburgenland ist, sondern diese wichtige Infrastruktur tatsächlich umgesetzt wird.

 

 

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