Forschung im Burgenland

Eisenstadt, 15. 2. 2017 –

 

ÖVP:

Forschung: Konkretes Maßnahmenpaket und jährlicher Bericht an den Landtag gefordert

Das Land Burgenland hat im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation einen gewaltigen Aufholbedarf. Deshalb wurde im EU-Förderprogramm von 2014 bis 2020 ein Forschungsschwerpunkt gesetzt. „Forschung, Technologie und Innovation (FTI) sind ein wichtiger Schritt, um die Forschungslandschaft im Burgenland zu beleben. Es stärkt dabei den Wirtschaftsstandort Burgenland, schafft Arbeitsplätze und setzt Impulse für neue Innovationen“, stellt Sagartz fest.

Die rot-blaue Regierungsarbeit bestätigt auch im Forschungsbereich ihr Motto: Viele Ankündigungen und keine Umsetzung. Das Land Burgenland gibt viel Geld für die Erarbeitung von Konzepten und Strategien aus. Die Umsetzung wird seitens der rot-blauen Verantwortungsträger in der Politik aber ignoriert. Das beweist auch die FTI Burgenland GmbH. 2014 wurde die FTI-Strategie in der Burgenländischen Landesregierung beschlossen. Ziel der FTI-Strategie war die Erhöhung der burgenländischen Forschungsaktivitäten, um die Zukunftsfähigkeit der Burgenländerinnen und Burgenländer zu sichern. Die Bereiche Energie, Lebensqualität, intelligente Prozesse, Technologien und Produkte standen im Fokus. „Hört sich wunderbar an. Die konkreten Maßnahmen bleiben aber aus. Nießl spricht ständig von Innovationen, Digitalisierung und über die Wichtigkeit dieser Themen, vergisst dabei einmal mehr, konkrete Initiativen zu starten“, kritisiert Sagartz.

 

Ankündigungsriese und Umsetzungszwerg: Forschungsquote im Keller

Die Untätigkeit der burgenländischen Landesregierung spiegelt sich in der Forschungsquote wider. Schon seit Jahren macht die ÖVP auf die nachhinkende Forschungsquote im Burgenland aufmerksam. Das Burgenland ist weit abgeschlagen an letzter Stelle im Bundesländervergleich mit einer Quote von 0,9%. Der Durchschnitt in Österreich liegt hier bei 2,96%. Die Forschungsquote beinhaltet den Anteil der Ausgaben für Forschungsaktivitäten eines Landes am Bruttoinlandsprodukt.

„Landeshauptmann Nießl rühmt sich ständig mit Rekorden in der Bildung und im Tourismus, vergisst dabei aber auf wichtige Themenbereiche wie neue Technologien und Forschung. Es ist schade, dass in diesen Bereichen keine Impulse gesetzt werden. Ohne gezielte Förderungen und den besten Rahmenbedingungen für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer werden sich im Burgenland keine Start-ups ansiedeln“, mahnt Sagartz.

 

FTI Burgenland GmbH wird zum politischen Spielball

Die FTI Burgenland GmbH sollte Strategien entwickeln, um das Burgenland zum Forschungsland Nummer eins in Österreich zu machen. „Es wäre wichtig, dass die Institution nicht zu einer reinen Publicity-Show mit Veranstaltungscharakter verkommt. Leider ist aber genau dies der Fall. Anstatt sich in der Öffentlichkeit zu rühmen, sollten Maßnahmen ausgearbeitet und dem Landtag vorgelegt werden“, meint Sagartz und hält weitere Kritikpunkte fest: „Während die FH Burgenland Bemühungen zur Internationalisierung unternimmt, bleibt das Land einmal mehr untätig. „Dabei braucht gerade das Burgenland wichtige Akzente in der Internationalisierung, die direkt mit der Forschung verknüpft ist. Als Nicht-Industrieland müssen wir auf neue Innovationen und Technologien setzen. Dazu darf das Land Burgenland ihre Versäumnisse aber nicht auf private Unternehmer abwälzen, sondern muss bei sich selbst beginnen.“

Die ÖVP-Forderungen liegen auf dem Tisch: Die FTI Burgenland GmbH soll nicht wie andere ausgelagerte Gesellschaften zu einem rot-blauen Postenschacher werden, sondern Impulse für die Zukunft setzen. Dazu fordern wir ein konkretes Maßnahmenpaket und einen jährlichen Bericht über die Fortschritte der FTI an den Landtag. Auch die Gelder, die an die FTI und alle ausgegliederten Gesellschaften fließen, sollen transparent gemacht werden. Die Förderungen müssen objektiv vergeben werden, nachvollziehbar sein und durch den Landtag kontrolliert werden können.

Innovation stärkt den Wirtschaftsstandort

Der Standort Burgendland braucht Impulse für die Wirtschaft. Diese Impulse können durch neue Innovationen und Technologien geschaffen werden. Innovation ist die wesentliche Voraussetzung für Regionen, wie sie im Burgenland zu finden sind, um im internationalen Standortwettbewerb langfristig erfolgreich zu sein. Das Burgenland sollte sich ein Beispiel an der Steiermark nehmen. Unser Nachbar hat sich vom Industriestandort zum innovationsorientierten „High-Tech-Land“ entwickelt.

Gute strategische Rahmenbedingungen durch die Politik

Forschung, Technologie und Innovation sind in der Öffentlichkeit positiv besetzte Faktoren. „Durch einen positiven Effekt der Politik und der FTI kann eine Dynamik erzeugt werden. „Dazu braucht es insbesondere die Schaffung von entsprechenden Rahmenbedingungen. Dabei stehen die Bereiche nachhaltige Energien, Lebensqualität und neue Technologien und Produkte im Fokus. Die Erreichung dieser Ziele muss eine konsequente Umsetzung der strategischen Schwerpunkte mit sich bringen“, so Sagartz abschließend.


SPÖ:

Kurs Richtung „Industrie 4.0“: Burgenland ist bei Ausbau der Forschungsquote gut unterwegs

Prohaska: „Weichen richtig gestellt – aber ÖVP hat gegen Budget gestimmt“

„Das Burgenland ist auf einem guten Weg, seine historisch bedingten Nachteile als Forschungsstandort abzubauen. 2002 betrug die Forschungsquote noch 0,55 Prozent, zuletzt waren es 0,9 Prozent. Das ist die höchste Steigerungsrate aller Bundesländer“, sagte SPÖ-Bildungssprecherin LAbg. Doris Prohaska heute. Mit der von LH Hans Niessl beauftragten „FTI-Strategie 2025“ stehe ein Kompass für den weiteren Schub bei Forschung, Technologie und Innovation bereit. Das vom Landeshauptmann mit Bundesminister Jörg Leichtfried geschnürte Infrastruktur-Investitionspaket von rund 1 Milliarde Euro setze einen Schwerpunkt auf industrienahe Forschung. „Der SPÖ geht es darum, die Digitalisierung und die Entwicklung in Richtung ‚Industrie 4.0‘ im Burgenland voranzutreiben. Das ist enorm wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Mit ihrem Nein zum Landesbudget setzt die ÖVP leider auch in diesem Zukunftsbereich auf Fundamentalopposition“, so Prohaska.

16Mit der Gründung der FTI Burgenland GmbH. seien moderne Strukturen für die burgenländische Forschungspolitik geschaffen worden, betont Prohaska: „Nicht die Politik, sondern ein Expertenrat erarbeitet Förderprogramme und konkrete Maßnahmen, um die Forschungsquote zu erhöhen. Diese Initiativen greifen, wie auch der Zugriff auf Gelder der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft zeigt – allein 2015 sind 6 Millionen Euro ins Burgenland geflossen.“

Die von der Bundesregierung vereinbarte Erhöhung der Forschungsprämie ab 2018 werde auch im Burgenland zusätzliche Impulse auslösen, ist Prohaska überzeugt. Darüber hinaus habe Landtagspräsident Christian Illedits bereits eine Initiative gestartet, um dem Burgenland nach Ablauf der derzeitigen EU-Förderperiode 2020 weitere Förderoptionen zu sichern: „Es ist klar, dass Forschung, Entwicklung und Innovation dabei einen Schwerpunkt bilden müssen“, so die SPÖ-Bildungssprecherin.

 

 

 

 

 

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