Mattersburg Aktuell: KUZ, SPÖ Informationsangebot, ÖVP Zukunftsprojekte

Mattersburg, 9. 2. 2017 –

Kulturzentrum Mattersburg – Parlamentarische Petition eingebracht

Das Kulturzentrum Mattersburg ist erneut Thema im Nationalrat. Am Donnerstag, den 2. Februar, wurde eine parlamentarische Petition zur Causa Kulturzentrum Mattersburg eingebracht. Ziel der Petition ist eine Gesamtunterschutzstellung des Kulturzentrums Mattersburg und die Einleitung eines Restaurierungs- und Sanierungsprozesses nach Vorbild internationaler best practices.

ma

Bereits im Dezember wurde vom Nationalratsabgeordneten und Kultursprecher der Grünen, Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, eine parlamentarische Anfrage aufgrund des fachlich fragwürdigen Teilunterschutzstellungsbescheides des Bundesdenkmalamtes an Kulturminister Drozda gestellt. Nun ist das Kulturzentrum Mattersburg erneut Thema im Nationalrat: Die Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (Grüne), Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich (ÖVP) und Michael Bernhard (NEOS) haben die von der überparteilichen Plattform initiierte Petition mit dem Titel „Kulturzentrum Mattersburg vor Abriss – Petition zur Rettung eines wichtigen Vertreters des Brutalismus in Österreichgemeinsam eingebracht. Bis zur Behandlung der Causa durch den Fachausschuss kann die Petition auf der Parlamentshomepage online in Form einer Zustimmungserklärung unterzeichnet werden:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/PET/PET_00099/index.shtml#29685200

 

Erhaltung des Baudenkmals

Ziel der Petition ist die Gesamtunterschutzstellung des Kulturzentrums Mattersburg sowie die Einleitung eines Restaurierungs- und Sanierungsprozesses nach Vorbild internationaler best practices zu gewährleisten. Damit würde das Baudenkmal Kulturzentrum Mattersburg, das mittlerweile international Beachtung gefunden hat und auf dessen Bedeutung zahlreiche Experten aus Architektur- und Denkmalpflege hingewiesen haben, für die Zukunft erhalten bleiben.

 

Kostenersparnis und schnelle Wiedereröffnung

Eine Gesamterhaltung und sanfte Sanierung hätte neben den architektonischen und denkmalpflegerischen Aspekten noch zwei nicht zu unterschätzende Nebeneffekte: Einerseits würde eine Sanierung nicht – wie der derzeit geplante Abriss und Neubau – 9,8 Millionen kosten, sondern nur rund 2,6 Millionen, andererseits wäre damit eine schnelle Wiedereröffnung gewährleistet. Denn eine denkmalgerechte Sanierung würde wesentlich kürzer dauern als ein großflächiger Abriss und Neubau, wie ihn Landesrat Bieler derzeit plant.

 

Generelle Missstände in der Denkmalpflege beseitigen

Das denkmalpflegerische und architektonische Desaster, welches das Bundesdenkmalamt beim Kulturzentrum Mattersburg mitverantwortet, ist leider kein Einzelfall. Schon zahlreiche historische Gebäude wurden durch eine solche Vorgehensweise des BDA massiv beeinträchtigt bzw. zur Gänze zerstört. Ein wesentlicher Teil der Petition ist daher auch die Forderung, das BDA möge in Zukunft seinem behördlichen Auftrag nachkommen, sachlich und unabhängig agieren und den eigenen gutachterlichen Erkenntnissen in seinen Bescheiden nicht widersprechen. Teilunterschutzstellungen   sollen vor allem in jenen Fällen beendet werden, wo sie die Integrität von Bauwerken und ihren schützenswürdigen Charakter unterwandern.

 

SPÖ-Altbürgermeister Eduard Sieber unterstützt Petition

Einer der ersten Unterzeichner der Petition ist der langjährige SPÖ-Altbürgermeister von Mattersburg, Eduard Sieber: „Für mich als langjährigen Vertreter der SPÖ ist es natürlich besonders schmerzlich, dass die heutige SPÖ das Kulturzentrum Mattersburg, das wie kein anderes Objekt im Burgenland für die Ära Sinowatz, Kery, Mader steht, einfach entsorgen will, anstatt es für die Zukunft weiterzuentwickeln. Auch in Bezug auf die Kosten sind die Abrissplanungen meiner Ansicht nach unverantwortlich. Anstatt das Gebäude für 2,6 Millionen zu sanieren soll ein Neubau errichtet werden, in welchem einige Fassaden als eine Art potemkinsches Dorf stehengelassen werden sollen: um 9,8 Millionen! Das ist ökonomischer Wahnsinn!“, so Sieber. Der Altbürgermeister ruft dazu auf, die Petition zu unterzeichnen.

 

Plattform appelliert um Unterzeichnung der Petition

Die Plattform appelliert daher an alle, denen die Erhaltung des Kulturzentrums Mattersburg und damit verbunden eine kostengünstige Sanierung und schnelle Wiedereröffnung ein Anliegen ist, diese Petition zu unterzeichnen und sich so gegen die aktuellen Abrissplanungen auszusprechen. Noch ist es nicht zu spät!


Stadtgemeinde baut Informationsangebot aus

Die Stadtgemeinde Mattersburg baut sein Informationsangebot an die Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger weiter aus. Bei Gemeinderatssitzungen werden Interessierte gleich zu Sitzungsbeginn in kompakter Form über die aktuellen, die Stadt betreffenden Themen, informiert. Dies sei attraktives, zusätzliches Informationsangebot an die Bevölkerung, betont Bürgermeisterin LAbg. Ingrid Salamon: „Ich lade die Mattersburgerinnen und Mattersburger herzlich ein, dieses Angebot wahrzunehmen um sich zu informieren.“

spö

Erste Gemeinderatssitzung 2017 begann mit einer Neuerung: Bürgermeisterin Ingrid Salamon informierte über aktuelle Angelegenheiten

Der „Bericht der Bürgermeisterin zu aktuellen Angelegenheiten“ wird ein fester Bestandteil der Gemeinderatssitzungen. Neben dem Ziel, das Informationsangebot an die Bevölkerung weiter zu verstärken, „geht es mir auch darum, die im Gemeinderat vertretenen politischen Parteien auf dem Laufenden zu halten. Natürlich besteht für die Mandatare im Anschluss an den Bericht die Möglichkeit dazu Fragen zu stellen“, so Salamon. Eine gute Gesprächsbasis über die Parteigrenzen hinaus zu pflegen, sei schon immer Teil ihres Verständnisses von Politik. Salamon betont auch, dass es aus diesem Grund bereits bisher selbstverständlich gewesen, dass sie die Vorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen politischen Parteien vor Gemeinderatsitzungen zu Gesprächen eingeladen habe. „Anfangs hat das gut funktioniert, zuletzt aber nicht mehr. Meine Einladungen wurden zum Teil leider ausgeschlagen“, bedauert Salamon. Es liege ihr viel daran, das Gespräch zu suchen. Dies sei auch im Sinne der Mattersburgerinnen und Mattersburger.


Zukunftsprojekte für Mattersburg jetzt anpacken

„Wir entwickeln Mattersburg gemeinsam weiter. Viele unserer Vorschläge wurden im Gemeinderat umgesetzt oder zumindest angestoßen“, zieht Vbgm. Michael Ulrich nach der gestrigen Sitzung Bilanz.

Auf Initiative der ÖVP hat sich der Gemeinderat gestern dafür ausgesprochen, dass der Fahrkartenautomat am Bahnhof Mattersburg wieder aufgestellt werden soll. „Es ist völlig unverständlich, warum der Ticketautomat abgebaut wurde. Das ist eine Verschlechterung für Pendler“, betont Michael Ulrich. „Warum die ÖBB einen erst kürzlich modernisierten Bahnhof scheibchenweise zurückbaut, ergibt keinen Sinn. Wir führen nun Gespräche mit den ÖBB, damit der Fahrkartenautomat wieder aufgestellt wird!“

Zahlreiche Zukunftsprojekte für Mattersburg und Walbersdorf wurden in der Gemeinderatssitzung auf Schiene gebracht: Zwischen Hochstraße und Bergstraße ist ein Aufschließungsgebiet geplant, rund 18.000 Quadratmeter werden parzelliert. „Unsere Stadt braucht dringend diese neuen Bauplätze. Um die Finanzierung zu gewährleisten, möchte die ÖVP Jungfamilien bei den Anschlusskosten finanziell unterstützen!“

Zudem werden noch heuer Lehrlinge am Bauhof und in der Gemeindeverwaltung aufgenommen, die Umrüstung der Straßenlampen auf LED ist im Laufen und in den nächsten Wochen wird Gratis-WLAN für den Ortsteil Walbersdorf umgesetzt. „Wir müssen diese wichtigen Zukunftsprojekte anpacken: Denn nur wenn wir in wichtige Zukunftsbereiche investieren, entwickeln wir unsere Stadt sinnvoll weiter“, sagt Michael Ulrich abschließend.

 

 

Share Button

Schreibe einen Kommentar