Jahreshauptversammlung des Burgenländischen Obstbauverbandes

Neckenmarkt 24. 1. 2017 –

Burgenländische Obstbauern ziehen Resümee zum Jahr 2016 – bedingt durch Frostschäden im ganzen Land geringe Erntemengen und weiterhin angespannte Preissituation

lwk

Geschäftsführer Ing. Tibor Vertes, LK-Vizepräsident Adalbert Resetar, Obstbaupräsident Ing. Johann Plemenschits, Obstbau-Vizepräsident Johann Preisegger und Obstbau-Vizepräsident Adolf Nikles

„Das Jahr 2016 war für die Obstbauern ein sehr schwieriges und wirtschaftlich herausforderndes Jahr. Die extremen Witterungsereignisse Ende April 2016 haben bei allen Obstarten durch Frost die Obstgärten in verschiedenem Ausmaß geschädigt. Dadurch wurden viele Obstbaubetriebe in ihrer Existenz bedroht. Die Landwirtschaftskammer, der Obstbauverband, das Landwirtschaftsministerium sowie die Länder haben den Ernst der Lage erkannt und schnell ein österreichweit geltendes Hilfspaket ausgearbeitet. Dieses kann nicht die gesamten wirtschaftlichen Einbußen abdecken, aber den finanziellen Schaden bei den betroffenen Betrieben doch abfedern“, sagte der Vizepräsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Adalbert Resetar, bei der Jahreshauptversammlung des Burgenländischen Obstbauverbandes am 24. Jänner 2017 im Gasthof zur Traube in Neckenmarkt.

Obstbaupräsident Johann Plemenschits: „Im Jahr 2016, in der letzten Aprilwoche, hat unsere Obstbaubetriebe eine extreme Kältewelle erreicht, die uns in seiner Konsequenz noch lange in Erinnerung bleiben wird. Sofort nach dieser Frostwoche haben wir uns von Seiten des Obstbauverbandes und der Landwirtschaftskammer bemüht, eine Entschädigung aus dem Katastrophenfond zu erreichen. Dies ist uns auch gelungen. Mir ist bewusst, dass damit nicht alle Probleme, die durch den Frost verursacht wurden, gelöst sind, aber eine Hilfe im möglichen Rahmen darstellt.“

Plemenschits weiter: „Daneben haben wir uns bemüht, über die österreichische Hagelversicherung ein größeres Angebot an Versicherungen gegen verschiedene Risiken zu erhalten. Dies ist auch gelungen und zwar in mehrerlei Hinsicht. Es gibt einerseits Verbesserungen bei schon vorhandenen Produkten und andererseits auch eine Ausweitung der angebotenen Produktpalette. Frostversicherungen wird es ab jetzt für Erdbeere, Äpfel, Birne, Kirsche, Weichsel, Pfirsiche, Nektarinen, Zwetschken, Marillen, Aronia, Brombeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, als Großschadensvariante im Anschluss an eine Hagelversicherung geben. Auch eine Dürreversicherung für Äpfel mit Prämienförderung gibt es. Das Wichtigste dabei ist, dass mit der Änderung des Katastrophenfondgesetzes und des Hagelversicherungs-Förderungsgesetzes die Grundlage geschaffen wurde, dass die Prämien für diese Versicherungen mit 50 % von Bund und Ländern gefördert werden. Somit kann jeder Betrieb nach Einschätzung seines Gefährdungspotenziales bessere Versicherungsvarianten planen und auf einem leistbaren Niveau halten. Neben dieser Versicherungslösung, bin ich überzeugt, ist es aber notwendig, den Zugang zu Wasser für die Betriebe zu verbessern und mit allen in diesem Bereich befassten Stellen an einer Lösung zu arbeiten. Wo immer wir als Obstbauverband auftreten, machen wir auf die Probleme und Sorgen, aber auch auf unsere für die Gesellschaft wichtigen Leistungen, aufmerksam; bringen Lösungsvorschläge ein und versuchen die Rahmenbedingungen für die Betriebe machbar zu erhalten“.

„Unsere Obstbauern müssen die Qualität und die Standards ihrer Produkte in Sachen Lebensmittelsicherheit im Vergleich zu importiertem Obst stärker herausstreichen. In diesem Zusammenhang muss die Kommunikation verbessert werden. Gemeinsam mit dem Bundesobstbauverband, der Landwirtschaftskammer, der AMA Marketing und den Erzeugerorganisationen müssen Strategien entwickelt werden, wobei Offenheit und Transparenz eine hohe Priorität einnehmen müssen“, so Vizepräsident Resetar abschließend.

Laut letzter Erwerbsobstanlagen-Erhebung bewirtschafteten im Burgenland 213 Intensivobstbau-Betriebe (Österreich 2.530) 590 ha (Österreich 9.504 ha). Die Hauptobstart des Burgenlandes ist der Apfel mit einer Gesamtfläche von 460 ha Intensivanlagen. Der Burgenländische Obstbauverband hat zurzeit 273 Mitglieder.

Für Rückfragen steht der Obstbauberater der Burgenländischen Landwirtschaftskammer und Geschäftsführer des Burgenländischen Obstbauverbandes, Ing. Tibor Vertes (Telefon: 0664/4102655), gerne zur Verfügung!

 

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