Exporte ohne Freihandel?

Eisenstadt, 18. 1. 2017 –

2016 war ein gutes Jahr für den Außenhandel. Waren aus dem Burgenland erfreuen sich international großer Beliebtheit. Burgenlands Wirtschaft sieht Aussagen seitens der Politik gegen Handelsabkommen allerdings kritisch. 

Für 2016 wird mit 2,1 Mrd. Euro Exporten für das Burgenland ein höheres Exportvolumen als 2015 erwartet. „Das ist ein wichtiges Signal für die gesamte Wirtschaft“, erklärt Wirtschaftskammerpräsident Ing. Peter Nemeth. Jeder zweite Euro der burgenländischen Industrie werde im Ausland verdient. „Exporte schaffen Wachstum und Arbeitsplätze. Die Internationalisierung sollte – neben der Digitalisierung – daher eine wesentliche Säule unserer burgenländischen Wirtschaftsstrategie sein“, so Nemeth.

Mit großer Sorge hört man seitens der burgenländischen Wirtschaft allerdings die Aussagen seitens der Landespolitik gegen Freihandelsabkommen. „Gegen den Freihandel sein heißt, die Exportwirtschaft einzuschränken.“ Und was das bedeute, müsse allen klar sein: „Stimmungsmache ist kontraproduktiv für den Wirtschaftsstandort und kostet auf lange Sicht gesehen Arbeitsplätze“, warnt Nemeth.

Vor vier Monaten erst haben alle Länder der EU für das Handelsabkommen mit Kanada „CETA“ gestimmt, auch der österreichische Bundeskanzler Christian Kern. „Betriebe müssen sich auf die Politik verlassen können, wenn wir unser Ziel ernst nehmen, nämlich den Wirtschaftsstandort Burgenland weiter zu attraktiveren und damit Arbeitsplätze zu sichern!“, so Nemeth abschließend.

Die Zahlen sprechen für sich: Die burgenländische Wirtschaft exportierte 2015 Waren im Wert von etwa 51 Millionen Euro in die USA (11. Platz im Ranking der Exportländer). Exportgüter im Wert von mehr als 5 Millionen Euro gingen nach Kanada (40. Platz im Ranking der Exportländer). Tendenz steigend. Gerade strukturschwache Regionen können von Freihandelsabkommen profitieren.

 

 

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