95 Jahre Burgenland bei Österreich

Eisenstadt, 5. 12. 2016 –

 

Auf den Tag genau vor 95 Jahren, am 5. Dezember 1921, kam das Burgenland zu Österreich. Als jüngstes österreichisches Bundesland blickt es auf eine kurze aber bewegte Geschichte, eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, zurück. Mit einem Festakt, an dem Landeshauptmann Hans Niessl, Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer, Bundesminister Dr. Wolfgang Brandstetter, der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Landtagspräsident Christian Illedits, Landeshauptmann-Stv. Johann Tschürtz, die weiteren Mitglieder der Burgenländischen Landesregierung sowie zahlreiche Würdenträger aus dem In- und Ausland teilnahmen, wurde am 05. Dezember 2016 im Kultur- und Kongresszentrum in Eisenstadt dieses Jubiläum der 95-jährigen Zugehörigkeit des Burgenlandes zu Österreich gefeiert.

Das Burgenland, das bis 1918 zur ungarischen Reichshälfte Österreich-Ungarns gehörte, kam um die Jahreswende 1921/22 als „selbständiges, gleichberechtigtes Bundesland“ zur Republik Österreich. Die historischen Marksteine der Entwicklungsgeschichte des Burgenlandes sind die Friedensverhandlungen 1919 in St. Germain, die Konferenz in Venedig, die Volksabstimmung über Ödenburg 1921, die Machtergreifung der Nationalsozialisten samt Auflösung des Burgenlands, die Auswirkungen des Ungarnaufstands 1956 und letztlich auch der Fall des Eisernen Vorhangs 1989. „Die Burgenländerinnen und Burgenländer waren immer wieder gefordert. Sie hatte einen mühsamen Start auf einem schwierigen Weg der weiterhin mühsam blieb. Umso eindrucksvoller war und ist diese Aufwärtsentwicklung, wo man die sich bietenden Möglichkeiten im positivsten Sinne genutzt hat. Daraus ersehen wir, dass sich durch ein verantwortungsvolles Handeln die Dinge zum Besseren wenden können. Nehmen wir deshalb auch heute diese Chancen wahr, mit zu gestalten und mit zu bestimmen für eine günstige Weiterentwicklung, denn die Geschichte wird auch heute von Menschen gemacht“, betonte Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer in seiner Festansprache.

Dazu Landeshauptmann Hans Niessl: „Das Burgenland, dass aufgrund seiner Historie sicherlich nicht bevorzugt war, hat in seiner 95-jährigen Geschichte eindrucksvoll bewiesen, dass man mit Leidenschaft, Einsatzwillen und harter Arbeit sehr viel erreichen kann. Wir und unsere Vorfahren sind mit den Gegebenheiten immer ernsthaft, demütig und zukunftsgewandt umgegangen. Daher möchte ich mich bei allen Burgenländerinnen und Burgenländern und den vielen Unterstützern unseres Heimatlandes sehr herzlich bedanken. Das Burgenland ist ein kleines Land mit einem großen Herzen. Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel Positives geschaffen. Wir sind der Bildungsaufsteiger Österreichs, federführend was erneuerbare Energie betrifft, besetzen im Ländervergleich eine Spitzenposition im Wirtschafts- und Beschäftigungsbereich und werden am Ende dieses Jahres 3 Millionen Nächtigungen im Tourismus verbuchen. Wenn wir diesen eingeschlagenen Weg weitergehen und stetig selbstkritisch und offen in die Zukunft blicken, werden wir auch hinkünftig dafür sorgen, dass das Burgenland weiterhin in Österreich und in vielen Bereichen auch innerhalb Europas eine Vorreiterrolle einnimmt“.

Diese 95-jährige Landesgeschichte war nicht nur bis zum Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989, sondern auch bis zum Beitritt zur Europäischen Union im Jahre 1995 von sehr schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Über Jahrzehnte hindurch war man als Paradebeispiel einer Grenzregion, als kleines Land mit vielen Nachbarn, wirtschaftlich, verkehrstechnisch und gesellschaftspolitisch stark benachteiligt. Das Burgenland ist dadurch aber auch ein positives Exempel für das friedliche Zusammenleben. „So sieht sich auch der Burgenländische Landtag einer Politik verpflichtet, die den Mensch in den Mittelpunkt stellt und auf ein aktives, gelebtes Miteinander mit der Bevölkerung setzt. Deshalb war es uns immer ein Anliegen, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden, die das gegenwärtige, moderne Burgenland zu einem lebenswerten Bundesland machen. Mit gezielten Investitionen konnten im Burgenland aber auch nachhaltige Infrastrukturen aufgebaut, neue Standards geschaffen und die Lebensqualität massiv gesteigert werden. All das wäre aber ohne die Mittel der Europäischen Union, die dem Burgenland seit Anerkennung als Ziel 1-Gebiet zugeteilt wurden, nicht möglich gewesen. In vielen Bereichen bewegt sich das Burgenland dadurch nicht nur auf Augenhöhe mit den übrigen österreichischen Bundesländern, sondern hat sich in vielfacher Hinsicht zur absoluten Vorzeige- und Modellregion entwickelt“, so Landtagspräsident Christian Illedits.

 

 

 

 

 

 

 

 

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