Mattersburg Aktuell: Kulturzentrum

Mattersburg, 2. 12. 2016 –

Dem Umbau des KUZ Mattersburg steht nichts mehr im Wege

Bundesdenkmalamt-Bescheid – Teilunterschutzstellung des KUZ Mattersburg

Dem Umbau des KUZ Mattersburg steht nichts mehr im Wege. Mit Bescheid hat das Bundesdenkmalamt festgestellt, dass die Nordfassade des 1976 im Stil des Brutalismus erbauten Kulturzentrums schützenswert. „Natürlich berücksichtigen wir die Teilunterschutzstellung des KUZ Mattersburg. Der ursprüngliche Siegerplan muss entsprechend den Auflagen des Bundesdenkmalamtes geringfügig adaptieren werden, dass ist bereits geschehen. Im Frühjahr starten wir mit den bauvorbereitenden Maßnahmen“, so Kulturlandesrat Helmut Bieler, der in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landtagspräsident Christian Illedits und LAbg. Bürgermeisterin Ingrid Salamon über den aktuellen Stand informierte.

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Präsentierten den Bescheid es Bundesdenkmalamtes und den geringfügig adaptierten Plan zum Umbau des KUZ Mattersburg: Kulturlandesrat Helmut Bieler mit LT-Präsident Christian Illedits und Mattersburgs Bürgermeisterin LAbg. Ingrid Salamon

Er sei sehr froh darüber, dass die Diskussionen rund um dieses Vorhaben nun abgeschlossen seien und „dass wir jetzt mit einer zeitlichen Verzögerung die Pläne für ein modernes Kulturzentrum umsetzen können“, so Bieler.
In diese Kerbe schlagen auch Landtagspräsident Christian Illedits und die LAbg. Bürgermeisterin Ingrid Salamon. „Das Kulturzentrum ist für die Stadt ein Kulturhaus, das, am bestehenden Standort, eng mit der Stadt verbunden ist und als Kommunikationszentrum für Mattersburg und die Region große Bedeutung hat. Deshalb ist es wichtig, dass die Gastronomie im KUZ Mattersburg nach wie vor erhalten bleibt“, so Salamon. Die Zeitverzögerung schmerze zwar, aber sie sei froh darüber, dass die Umsetzung nun starten könne. Mit bis zu 46.000 Besucher pro Jahr erfreue sich das KUZ Mattersburg großer Beliebtheit, betont Illedits. Zudem sei es „ein Stück Kunstgeschichte, eng mit der Sozialdemokratie verbunden.“ Die Diskussionen zum Umbau hätten lange gedauert und viele Meinungen seinen berücksichtigt worden, so Illedits weiter: „Um diesem Projekt gerecht zu werden, mussten wir Sorgfalt walten lassen.“

Teilunterschutzstellung des KUZ Mattersburg
Laut Bundesdenkmalamt liegt die Erhaltung der „Außenerscheinung des Nordtraktes (Festsaaltrakt) inklusive Brunnen an dessen Südseite und der Steinblock mit dieser Inschrift … im öffentlichen Interesse.“ Somit ist das KUZ Mattersburg ist „im Sinne einer Teilunterschutzstellung gemäß §1 Abs. 8 Denkmalschutzgesetz und unter Denkmalschutz zu stellen“. Insgesamt sei das Kulturzentrum „als ein geschichtlich, künstlerisch und kulturell bedeutendes Denkmal mit Dokumentationsfunktion anzusehen“, so das Bundesdenkmalamt in seinem Bescheid.

Um die Auflagen des Bundesdenkmalamtes zu erfüllen, werde der ursprüngliche Plan nun geringfügig adaptiert, so Bieler. In Summe würde die Umsetzung der notwendigen Änderungen Mehrkosten in der Höhe von rund 1,5 Millionen Euro verursachen.

Der Bescheid sei rechtsgültig, Einsprüche wurden keine erhoben, so Bieler.


SPÖ scheitert an rascher Sanierung des Kulturzentrums

„Seit mehr als zwei Jahren ist das Kulturzentrum Mattersburg geschlossen. Und nach den heutigen Aussagen von Bieler und Salamon steht fest: Die SPÖ scheitert an einer raschen Sanierung des Kulturzentrums“, sagt Mattersburgs Vizebürgermeister Michael Ulrich.

Als „Eklat der Extraklasse“ bezeichnet Michael Ulrich zudem den Ablauf der heutigen SPÖ-Pressekonferenz. Vertreter der Bürger-Plattform, die für einen Erhalt des KUZ-Gebäudes eintreten, wollten sich bei der Pressekonferenz informieren – ihnen wurde der Zugang jedoch verwehrt. „Die SPÖ-Zensur ist nicht auszuhalten. Weder die Opposition, noch interessierte Bürger erhalten Informationen zum Ablauf der Sanierung: Bleibt die Substanz des Gebäudes erhalten, wie 2.000 von der Bürgerplattform gesammelten Unterschriften fordern? Wird sich Landtagsabgeordnete Bürgermeisterin Salamon bei ihrem Parteikollegen Landesrat Bieler einsetzen, dass ein rascher Baubeginn erfolgt und die Forderungen der Bürgerplattform erfüllt werden?“

„Die SPÖ hat 2014 das Kulturzentrum mutwillig geschlossen. Zuerst wollten Bieler und Salamon das KUZ abreißen, jetzt scheitern sie an der Sanierung. Es ist unglaublich, der SPÖ täglich beim Scheitern zusehen zu müssen“, wundert sich der ÖVP-Vizebürgermeister. „Wer soll dieser SPÖ noch glauben, dass wir 2019 endlich wieder ein Kulturzentrum in Mattersburg haben?“

Die Mattersburger und Walbersdorfer wollen einen fixen und permanenten Gastronomen im Kulturzentrum. „Durch die SPÖ-Zensur ist es aber leider vollkommen unklar, ob wieder ein permanenter Pächter die Gastronomie übernimmt. SPÖ-Landesrat Bieler kam bislang kein klares Bekenntnis für einen fixen Pächter über die Lippen. Wie in Eisenstadt wird scheinbar ein Catering angedacht – das will die Bevölkerung aber nicht!“


Grüne besorgt über aktuelle Entwicklungen:

KUZ wird zum potemkinschen Dorf!

„Dies ist nun wirklich der Höhepunkt einer jahrelangen Verschleierung von Absichten,“ reagiert Dir. Sonja Sieber, Gemeinderätin der Grünen auf die jüngst präsentierten Pläne bzgl. der Sanierung des KUZ Mattersburg. „Von LR Bieler abwärts wurde der Bevölkerung im Rahmen mehrerer Veranstaltungen versichert, dass „wesentliche Teile des Baus“ erhalten bleiben würden. Was jetzt stehen bleiben soll, ist ein potemkinsches Dorf!“

Sieber reagiert damit auf die Pressekonferenz am vergangenen Freitag, bei der LR Helmut Bieler, SPÖ-Bezirksparteiobmann Christian Illedits und Bürgermeisterin Ingrid Salamon die aktualisierten Pläne präsentierten. Dort wurde die Öffentlichkeit über ein Gutachten des Bundesdenkmalamtes informiert, das nun dazu dient, im wesentlichen nur einige Aussenfassaden an der Nordseite zu erhalten, hinter denen man das Gebäude völlig neu errichtet.

„Experten aus ganz Europa haben sich für den Erhalt dieses einzigartigen Baus ausgesprochen,“ ärgert sich die grüne Gemeinderätin. „Interessant ist, dass nun ein Gutachten – erstellt vom   Architekturpublizisten Albert Kirchengast und dem Wiener Architeken Stefan Tenhalter, das mit höchster Wahrscheinlichkeit für einen Gesamterhalt des Komplex plädiert, der Bevölkerung von Landesrat Bieler und der BELIG vorenthalten wird! Ja – es wird sogar dessen Existenz verleugnet!“

Die Grünen fordern daher eine umgehende Veröffentlichung dieses Gutachtens. Es weiterhin unter Verschluss zu halten würde eine sachliche und fachliche Diskussion verhindern.

„Es liegt nun an der Weitsicht und Weisheit der handelnden PolitikerInnen,“ so Dir. Sieber abschließend. „Wollen sie dafür verantwortlich sein, dass ein Bau, der InteressentInnen aus aller Welt anzieht und dessen kulturgeschichtliche Bedeutung einzigartig für das Burgenland ist, zur Fassade mit neuem Inhalt wird, oder beweist man endlich Mut und steht zur sanften Renovierung dieses Gesamtkunstwerkes? Denn – das Gutachten des Denkmalamtes definiert ja nur jene Teile, die auf jeden Fall erhalten bleiben müssen. Es besagt aber nicht, dass das restliche Gebäude trotzdem abgerissen werden muss!“

 

 

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