Wirtschaftsparlament tagte: Herausforderungen als Chance

Eisenstadt, 22. 11. 2016 –

Heute trafen sich die Delegierten zum Burgenländischen Wirtschaftsparlament in der Wirtschaftskammer in Eisenstadt. Im Fokus standen die Herausforderungen für die heimische Wirtschaft, wie etwa die Gewerbeordnungsnovelle, sowie die Maßnahmen zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Burgenland.

 wko

Schwerpunktthemen des heutigen Wirtschaftsparlaments in der Wirtschaftskammer in Eisenstadt waren die Gewerbeordnungsnovelle, die Ausbildung sowie die Rahmenbedingungen und Aktivitäten der Wirtschaftskammer für den Standort Burgenland.

 

Gewerbeordnung: Änderungen mit Bedacht

„Derzeit sind viele Dinge im Umbruch – das bringt auch viele Chancen. Wir müssen damit jedoch klug umgehen. Eine große Herausforderung ist die Gewerbeordnungsnovellierung“, so Präsident Ing. Peter Nemeth. Außer Streit stehe, dass sich auch die Interessenvertretung – so wie jedes erfolgreiche Unternehmen – den sich ändernden Marktbedingungen anpassen müsse. „Qualität ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Nemeth, „das betrifft Österreichs Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen, die weltweit für ihre Qualität bekannt sind, ebenso wie das duale Ausbildungssystem, das mit der Änderung der Gewerbeordnung nicht in Gefahr gebracht werden darf. Es soll hier nicht der gleiche Fehler gemacht werden, wie bei der Registrierkassenpflicht, wo Stück für Stück nachgebessert wurde. Die Änderungen müssen mit Bedacht auf die langfristigen Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und die Ausbildung erfolgen.“

 

Burgenland als Klassenbester – Steigende Exporte

Die burgenländische Wirtschaft hat sich bietende Chancen in den letzten Jahren bravourös verwertet. „Im Burgenland haben wir es geschafft, den Anschluss zu finden, und in manchen Bereichen sogar Klassenbester zu werden“, lobt der Wirtschaftskammerpräsident. „Die burgenländische Exportwirtschaft leistet mit

rund 2 Mrd. Euro Exportvolumen schon jetzt Beachtliches. Und ich bin überzeugt, beim Export geht noch mehr“, so Nemeth, der in diesem Zusammenhang einmal mehr eine landeseigene Internationalisierungsförderung einforderte. Ebenso kritisierte er Handelsschranken und Ausgrenzungen.

Die Wirtschaftskammer habe kürzlich die Zahlen der aktuellen Kaufkraftstudie vorgestellt. „Danach retten die ungarischen Konsumenten ganz eindeutig unsere Handelsbilanz. Wir müssen uns weiter öffnen, müssen unsere Märkte erweitern – im Handel und Tourismus ebenso, wie im produzierenden Gewerbe und in der Industrie. Handelsbarrieren sind hier die falsche Antwort“, so Nemeth.

 

WK-Aktivitäten für den Wirtschaftsstandort

Gemeinsam mit dem Land Burgenland wurde ein Standort-Dialog gestartet.

Themen sind: Infrastruktur und Verkehr, Arbeitsmarkt und Fachkräfte, Standort-Wettbewerb, Verfahren und Bürokratie, Dienstleistungen und Förderungen sowie  die Positionierung des Wirtschaftsstandorts und die Pflege des Unternehmerimages in der Öffentlichkeit.

 

Im Rahmen einer Gemeinde-Besuchsoffensive werden die Gemeindevertreter in allen 171 Gemeinden des Burgenlands über verschiedene Themen aus der Wirtschaft informiert und sie für die Anliegen der regionalen Unternehmer sensibilisiert. Durch diese Besuchstour möchte die Wirtschaftskammer Burgenland aktiv zur Stärkung des Unternehmerimages beitragen, aber auch mit konkreten Angeboten die Gemeinden unterstützen..

 

Anträge

7 Anträge wurden beim Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Burgenland von den Delegierten angenommen:

  • Gewerbeordnung – Modernisierung ja, Kahlschlag nein (Innungsmeister Ing. DI (FH) Gerhard Paul Köppel, ÖWB):
    Die Bundesregierung plant, die Gewerbeordnung zu novellieren, den Zugang zum Unternehmertum zu erleichtern sowie bürokratische Hürden zu senken, dabei darf jedoch Qualifikation, Qualität und Ausbildung nicht beeinträchtigt werden.
  • Arbeitszeitflexibilisierung (Spartenobfrau Kommerzialrätin Andrea Gottweis, MSc, ÖWB):
    Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sollen für maßgeschneiderte Arbeitszeitmodelle geschaffen sowie die Entscheidungskompetenz auf betrieblicher und individueller Ebene gestärkt werden.
  • Erleichterungen beim Arbeitnehmerschutz (Spartenobmann-Stv. Innungsmeister Anton Putz, ÖWB):
    Die Bürokratie im Bereich des Arbeitnehmerschutzes soll abgebaut und in die Eigenverantwortung des Arbeitnehmers übertragen sowie die Haftungen für Unternehmer reduziert werden.
  • Investitionsförderung für Klein- und Mittelbetriebe im Bereich Gastronomie und Hotellerie (Spartenobmann-Stv. Martina Wende, ÖWB):
    Beim zuständigen Landesrat für Tourismus soll die rasche Umsetzung von Fördermaßnahmen für Klein- und Mittelbetriebe im Bereich Gastronomie und Hotellerie eingefordert werden.
  • Internationalisierungsförderung für burgenländische Betriebe (Spartenobmann-Stv. Manfred Gerger, MSc, Industrie):
    Die Wirtschaftskammer soll sich bei der Burgenländischen Landesregierung für eine rasche Beschlussfassung neuer Richtlinien für eine Internationalisierungsförderung des Landes einsetzen.
  • Erhöhung der Mindesthandelsspannen für Trafikanten und Tabakverkaufsstellen (Kommerzialrat Peter Springsits, SWV):
    Ein neues Spannenmodell des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten soll zur Anhebung der Handelsspannen rasch umgesetzt werden.
  • Steuerliche Anreize für investierende Betriebe (Kommerzialrat Siegfried Fleischacker, SWV):
    Investitionsanregende Maßnahmen, wie beispielsweise die vorzeitige Abschreibung von Abnutzungsgütern im 1. Jahr, soll als Dauerrecht eingeführt werden, ebenso soll die vorzeitige Abschreibung auch für immaterielle Güter ermöglicht werden.

 

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