Glashaus Projekt Frauenkirchen

19Frauenkirchen, 18. 11. 2016 –

 

Glashaus-Projekt Frauenkirchen: „Kreislaufführung des Bewässerungswassers der geplanten Anlage vorbildlich, Übernutzung ausgeschlossen“

Niessl: „Wasser ist das wichtigste Gut, Wertschöpfung und Jobs im Land halten“

In der Diskussion um das geplante Glashaus-Projekt der Firma Perlinger in Frauenkirchen melden sich nun renommierte Wasserexperten zu Wort. Ihr Resümee: sowohl eine Beeinträchtigungen der Grundwasserqualität als auch eine Übernutzung des Grundwassers sei auszuschließen. Perlinger arbeite mit einem  geschlossenen Wassersystem, das ein Eindringen von Stoffen ins Erdreich und somit ins Grundwasser verhindere. Landeshauptmann Hans Niessl betont abermals, hinter dem  Glashaus-Projekt zu stehen. Noch dazu sei es wichtig, hochwertige Lebensmittel in Österreich zu produzieren. „Wir wollen gesunde Lebensmittel im Land, in Frauenkirchen produzieren und nicht aus dem Ausland importieren. Wir wollen die Wertschöpfung und die Arbeit im Land, vor der Haustüre halten.“

Aus wasserwirtschaftlicher und mengenmäßiger Sicht gebe es keine Einwände gegen das Projekt, sagt Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Alfred Paul Blaschke (TU Wien). Die Kreislaufführung des Bewässerungswassers der geplanten Anlage sei vorbildlich. „Dabei wird das Drainagewasser in Rinnen aufgefangen und dem Bewässerungswasser zu 100% wieder zugeführt“, ergänzt DI Hans Urban. Bei Störfällen wird der Alarmeinrichtung ein zu hoher oder zu niedriger Wasserverbrauch gemeldet und die Bewässerungsstation unverzüglich gestoppt. Die Speichertanks für das Rücklaufwassers sowie der Tagesvorratstank werden mit Leckerkennungseinrichtungen ausgestattet. Rund 1 ha der Gesamtfläche des Projektes wird für die Speicherung des Regenwassers genutzt, wobei sämtliche Dachflächen der Anlage herangezogen werden. Diese Vorgangsweise sei insbesondere für den Seewinkel der richtige, zukunftsweisende Weg, sagt Blaschke. Eine Gefahr für das Grundwasser schließt der Experte aus.

Um das Glashaus zu betreiben müssen zusätzlich zum Regenwasser 83.000 m3 Wasser aus Brunnen entnommen werden. Dies sei im Vergleich zu der zur Verfügung stehenden Menge ein geringer Wert, sagt DI Gerald Hüller, Leiter der Fachgruppe Wasser, Umwelt und Ländliche Struktur am Am der Burgenländischen Landesregierung: „Derzeit sind 900.000 m3 der Grundwasserneubildung ungenutzt. Wird das Projekt umgesetzt bleiben noch immer über 800.000 m3 ungenutzt.“ Zur Überprüfung sind zwei Grundwassersonden im Abstrom der Anlage bez. im Zustrom zur Brunnenanlage Frauenkirchen des Wasserleitungsverbandes vorgesehen. „Sinkt der Wasserspiegel über das vordefinierte Niveau ab, werden strikt  abgestufte Maßnahmen gesetzt. Das kann bis zum absoluten Beregnungsverbot gehen“, so Hüller. Im Teilabschnitt Frauenkirchen sei noch nie der Fall gewesen.

Größter Wasserentnehmer in der Region ist der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland. Maximal dürfen täglich 412 m3 Wasser pro Tag  oder maximal 4,5 Liter Waser/sec entnommen werden.  „Der Schutz des Wassers hat für uns höchste Priorität. Wir haben im Gespräch mit dem Unternehmen auch zusätzliche Auflagen definiert. Von unserer Seite gibt es Einwände gegen das Projekt“, so der Obmann der Plattform Wasser Burgenland, DI Dr. Helmut Herlicska.

„Der Kreislauf der Bewässerung  und die Nutzung von Regenwasser und Windstrom machen diese Projekt zu einem der ökologischsten Projekte die es auf diesem Gebiet gibt“, so Niessl abschließend.

 

 

 

 

 

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