Burgenländischer Jugendlandtag – Bildung

Eisenstadt, 10. 11. 2016 –

 

Als letzter Punkt beim Jugendlandtags wurde das Thema Bildung behandelt. Eine Lehrlingsoffensive soll her und die Lehrausbildung aufgewertet werden. Neue Lehrberufe in den Bereichen Energie, EDV, Soziales und Umwelt sollen geschaffen werden. Bei der Schulausbildung werden die alten Unterrichtsmethoden kritisiert. Jugendliche sollen auf die digitalisierte Arbeitswelt vorbereitet werden.

 

Antrag der Jugendabgeordneten Michael Mariel, Nadine Lenzinger, Caroline Pavitsits, Silvia Czech, Kevin Sifkovits, Jan Hoffmann, Wolf Steinhäusl und Sarah Glatz auf Fassung eines Beschlusses betreffend Bildung
Der Landtag wolle beschließen:

Beschluss
des Jugend-Landtages vom 10. November 2016 betreffend Bildung Bildung ist gesellschaftspolitisch eines der wichtigsten Themen. Vor allem Jugendliche müssen sich zwangsläufig mit Bildung befassen. Dabei gibt es
unterschiedliche Bildungswege, die eingeschlagen werden können: Von Schule über Lehre sind aber in etlichen Bereichen Verbesserungen und Adaptierungen notwendig.
Lehrlingsoffensive 2.0
Immer noch hat die Lehre in der Gesellschaft ein eher negativ verankertes Bild. Daher müssen etliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Lehrausbilung aufzuwerten. Angesetzt werden kann dabei bereits in der Unterstufe. Dort muss die Berufsorientierung adaptiert werden und auf die Vorteile von Lehrberufen aufmerksam gemacht werden.
Fakt ist, dass auch immer weniger Betriebe Lehrlinge ausbilden. Vor 20 Jahren bildeten im Burgenland noch 1.500 Betriebe Lehrlinge aus, 2015 sind es lediglich 780. Hier schlägt der Vorarlberger Ausbildungsfond in die richtige Kerbe. Bei diesem Ausbildungsfond zahlen Betriebe 0,24 Prozent der Bruttolohnsumme ein und erhalten Prämien, wenn sie Lehrlinge in ihrem Betrieb ausbilden. Auch im Burgenland muss solch ein Ausbildungsfond endlich realisiert werden, damit die Lehrlingszahlen nicht weiterhin sinken. Denn es gäbe auch im Burgenland genügend Betriebe, die Lehrlinge ausbilden könnten, sich aber ihrer Verantwortung entziehen. Daher würde solch ein Ausbildungsfond jene Betriebe belohnen, die Lehrlinge ausbilden, und jene die Pflicht nehmen, die sich dagegen wehren.
Eine weitere Initiative fürs Burgenland wäre die Schaffung von neuen Berufsfeldern im Lehrlingsbereich. In den kommenden Jahren werden neue Berufsbilder von Nöten sein.Daher müssen jetzt Lehrgänge, die sich beispielsweise auf Energie, Nachhaltigkeit, EDV, Soziales und Umwelt fokussieren, geschaffen werden. Dazu muss aber auch die Infrastruktur an den Lehrwerkstätten und in den Berufsschulen selbst adaptiert werden. Denn es fehlen oft moderne Unterrichtsmittel und dringend nötige Ausstattungen, wie moderne Computerprogramme und Smartboards. Weiters gibt ist für viele Berufsbilder zu wenig Ausbildungsplätze. Daher ist auch zu bedenken, dass zum Beispiel jungen Asylberechtigten der Zugang zur Lehrausbildung weiterhin erschwert wird. Aus diesem Grund soll sich der
burgenländische Landtag ihren Kompetenzen entsprechend dafür einsetzen, für diese den Zugang zu erleichtern und junge Geflüchtete für Lehrberufe zu begeistern.
Eine relevante Thematik für Lehrlinge sind oft auch die Ausbildungs-, und Internatsplätz. Die Infrastruktur dieser ist noch nicht im 21 Jahrhundert angelangt. Daher soll der burgenländische Landtag Maßnahmen ergreifen, um Ausbildungsplätze zu modernisieren und diese auch in Energiefragen nachhaltig auszustatten. Ziel wäre bis 2020 Ausbildungsstandorte mit Photovoltaikanlagen und anderen erneuerbaren Energiemethoden aufzurüsten. Weiters sollen auch für Lehrlinge finanzielle Erleichterungen geschaffen werden, da diese Internatskosten oft selbst übernehmen müssen. Hierbei soll sich der Landtag und Nationalrat für flächendeckende Übernahmen einsetzen.
Ein weiteres Anliegen ist die pädagogische, fachliche und methodische Weiterbildung der AusbildnerInnen. Die gegenwärtige Ausbildungsdauer beträgt einmalig 40 Stunden, ist daher oft unzureichend und entspricht nicht den modernen Methoden. Daher soll auch diese Weiterbildung ausgebaut und modernisiert werden, um Lehrberufe auch auf dem neuesten Stand zu halten. Diese soll in regelmäßigen Abständen stattfinden und neue Inhalte bieten.
Daher fordert der burgenländische Jugendlandtag:
 Die Einführung eines flächendeckend Ausbildungsfond nach Vorarlberger Vorbild
 Die Schaffung eines Fokus auf die Lehrberufe bei der Berufsorientierung
 Den Ausbau der Infrastruktur in den Berufsschulen und Lehrwerkstätten
 Die Entwicklung neuer Berufsbilder bei der Lehrlingsausbildung im Bereich Soziales, Umwelt, EDV, Energie und Nachhaltigkeit
 Die Erleichterung des Zugangs zur Lehre für Asylberichtigte
 Die Aufrüstung von Ausbildungsstandorten mit erneuerbaren und nachhaltigen Energiemethoden
 Die Übernahme von Internatskosten
 Die verpflichtende Weiterbildung für Ausbildende

Schule
Auch im Schulbereich sind einige Updates von Nöten. Das betrifft vor allem veraltete Unterrichtsmethoden. Auch hier müssen neue Möglichkeiten geschaffen werden, wie zum Beispiel die Erweiterung des schulischen Rahmenprogramms in den Bereichen Nachhaltigkeit, Soziales und EDV. Jugendliche sollen auf die heute digitalisierte Arbeitswelt vorbereitet sein und bestmöglich ausgebildet werden. Grundvoraussetzung bliebt dabei aber, dass allen SchülerInnen der freie Zugang zum Internet und zu technischen Geräten gewährt wird. Weiters sollen neue Schulprojekte in diesen Bereichen initiiert und gefördert werden. Schon in der Schule soll Bewusstsein im Energie-, und Nachhaltigkeitsbereich
geschaffen werden und ein jährlicher Preis für etwaige Projekte an Schulklassen überreicht werden.
Daher fordert der burgenländische Landtag:
 Die Modernisierung von Unterrichtsmethoden und Infrastruktur an den Schulen
 Erweiterung des schulischen Rahmenprogramms in den Bereichen Nachhaltigkeit, Soziales und EDV
 Die Initiierung eines Wettbewerbs an den burgenländischen Schulen für die besten Projekte im Bereich Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit. Die Preise sollen jeweils den SchülerInnen der Schulklassen zu Gute kommen.
Der Jugend-Landtag hat beschlossen:
Der Burgenländische Landtag wird aufgefordert, diesen Beschluss als 4. Teil eines Gesamtberichtes des Jugendlandtages im Burgenländischen Landtag zu behandeln.

 

 

 

 

 

 

 

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