Das meinten die Parteien nach dem Jugendlandtag, SPÖ, Grüne, FPÖ

Eisenstadt, 10. 11. 2016 –

Jugendlandtag brachte junge Ideen zu Digitalisierung, Mobilität und Bildung

Brandstätter / Czech: „Breite Arbeitsgemeinschaft setzte auf konstruktive Diskussion!“

Der 7. Jugendlandtag im Burgenland brachte viele neue Ideen, die nun in die Politik des Landes einfließen, erklärt SPÖ-Jugendsprecher LAbg. Kilian Brandstätter: „Das unterscheidet den Jugendlandtag im Burgenland von jenem in anderen Bundesländern: Bei uns wandern die Ideen der Jugend-Abgeordneten nicht einfach ins Archiv, sondern werden im ‚regulären‘ Landtag diskutiert.“ Den Jugend-Abgeordneten spricht Brandstätter seinen Respekt aus: „Die Jugend-Abgeordneten haben überwiegend konstruktiv und im Interesse der Jugendlichen im Burgenland diskutiert. Nur die ÖVP-Delegierten versuchten zeitweise, den Jugendlandtag in einen Zirkus zu verwandeln – nur um ihn später als solchen zu denunzieren“, ärgert sich der SPÖ-Jugendsprecher. Die SPÖ-Klubobfrau der Jugend-Abgeordneten, Silvia Czech, ist mit der Leistung des Jugendlandtags insgesamt zufrieden und verweist auf die Beschlüsse zu den Themen Digitalisierung, Mobilität und Bildung.

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Jugend-Abgeordneten der SPÖ mit SPÖ-Jugendsprecher LAbg. Kilian Brandstätter (stehend, v.li.), Landeshauptmann Hans Niessl, Landtagspräsident Christian Illedits und Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf

„Mit den heurigen Initiativen können etliche Verbesserungen für junge Menschen im Burgenland erreicht werden“, meint Czech. So wurden unter dem Titel Mobilität etwa die Semesterticketförderung von allen Gemeinden eingefordert und die Idee einer Online-Plattform mit vergleichbaren Fahrschulangeboten forciert. Digitalisierung solle mit geförderten Co-Working-Spaces zur Chance für Start Ups im Burgenland werden. Außerdem forderten die Jugend-Abgeordneten eine Lehrlingsoffensive 2.0. Im Gesundheitsbereich erhielt kein Antrag eine Mehrheit, so Czech: „Das belegt die lebhafte und offene Diskussion im Jugendlandtag! Umso wichtiger war es, eine breite Arbeitsgemeinschaft aus den Jugendabgeordneten von SPÖ, FPÖ, Grüne und LBL zu bilden.“


Junges Engagement wird durch alte Rituale behindert

Grüne: Jugendlandtag muss reformiert werden

Wie schon in früheren Jahren kritisieren die GRÜNEN die aktuelle Form des Jugendlandtags und werden sich weiterhin dafür einsetzen, dass Jugendliche ihre eigene Form der politischen Debatte entwickeln. Die Jugendabgeordneten der Grünen haben sich, anders als die Jugendabgeordneten der ÖVP, trotz aller Kritik konstruktiv in die Vorbereitung des Jugendlandtags eingebracht.

Beeindruckt sind die Landtagsabgeordneten der GRÜNEN, Regina Petrik und Wolfgang Spitzmüller, von den vielfältigen politischen Talenten, die sich im Jugendlandtag quer durch die Parteien zeigen. „Viele Wortmeldungen der Jugendabgeordneten zeigen Sachkenntnis und gute Vorbereitung der Jugendlichen, jenseits aller unterschiedlicher politischer Ausrichtung“, stellt Wolfgang Spitzmüller fest, auf dessen Platz im Jugendlandtag der Pinkafelder Michael Günther sitzt.

„Es ist erschreckend zu beobachten, wie der politische Nachwuchs einerseits in unsinnige Kampfrituale eingeführt und andererseits für Eigenaktivitäten vom Landtagspräsidenten gerügt wird“, fasst Landtagsabgeordnete Regina Petrik weitere Beobachtungen zusammen, deren Platz im Sitzungssaal heute von der Eisenstädterin und Sprecherin der Jungen Grünen Sarah Glatz eingenommen wird.

Das Landtagsgeschehen von der Galerie aus zu beobachten ist für Petrik und Spitzmüller sehr spannend. „Die Jugendlichen halten uns schon auch einen Spiegel unseres eigenen Verhaltens als Abgeordnete vor. Wir werden das reflektieren und schauen, was wir daraus lernen können“, sagt Petrik. „Das ist ja auch eine Funktion des Jugendlandtags, dass wir Erwachsenen etwas von der Jugend lernen.“


Jugendlandtag: Fundamentalopposition auch von der JVP

Die Jungpolitiker beschäftigten sich nach der Fragestunde mit Themen, die vor allem die burgenländische Jugend betreffen wie Mobilität, Bildung, Gesundheit und Digitalisierung. Die Jugendlichen debattierten über die einzelnen Punkte und standen den „echten“ Abgeordneten um nichts nach. Leider auch nicht beim parlamentarischen Geplänkel. Die JVP zeichnete sich, wie ihre Mutterpartei, als Fundamentalopposition aus.

Am 10. November 2016 fand in Eisenstadt der 7. burgenländische Jugendlandtag statt. Für Aufsehen sorgte dabei der schlechte politische Stil der JVP.

Dazu der Landesobmann des Ringes Freiheitlicher Jugend (RFJ) Konstantin Langhans, der die Sitzung von den Zuschauerrängen aus beobachtete: „Die ÖVP hat es geschafft, den Ruf des Jugendlandtages in Verruf zu bringen. Einerseits in der Präsidiale für die Abhaltung des Jugendlandtages zu stimmen, aber in weiterer Folge dieses Gremium als Witz zu bezeichnen, ist meiner Ansicht nach schäbig“, so Langhans.

Dominik Reiter, Fraktionsvorsitzender der JVP, bezeichnete den Landtagspräsidenten Christian Illedits gleich einleitend als Zirkusdirektor.  „Die JVP hat sich durch destruktives Verhalten ausgezeichnet. Den Schritt in die Opposition noch immer nicht verdaut, stellt sich Klubobmann Reiter ans Rednerpult und beschimpft jenes Gremium, das für die Interessen der burgenländischen Jugend kämpft“, ärgert sich FPÖ-Jugendklubobmann Fabian Hauk.

In weiterer Folge stellte die Junge ÖVP Schilder ua. mit der Aufschrift „Schmähparade“ auf. „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Offensichtlich hat die JVP erkannt, dass ihr Auftritt im heurigen Jugendlandtag am besten mit dem Wort ‚Schmähparade’ zusammengefasst werden kann. Respektlosigkeiten, untergriffige Zwischenrufe und sinnlose Provokationen gegen andere Parteien waren die Grundessenz ihrer Beiträge“, fasst Landesobmann Konstantin Langhans zusammen. „Wenn Reiter geplant hat ein Kasperltheater aus dem Landtag zu machen, so ist ihm zumindest gelungen die Hauptrolle zu bekommen!“

Die „Junge Liste Burgenland“ zeichnete sich dagegen durch Zurückhaltung aus. „Mir stellt sich die Frage, warum die Kollegen der LBL ihre Redezeit nicht nutzten. Heute hätte man die Chance wahrnehmen können, seine eigenen Forderungen kundzutun. Schade, dass man das nicht gemacht hat“, wundert sich Jungabgeordnete Tatjana Schraml.

„Die Jungabgeordneten der LBL kassierten zwar ihre Tagesgage, leisteten aber keinen Beitrag und blieben stumm. Vermutlich hat der Herr Abgeordnete Kölly bereits alle Redeminuten der Liste für diese Legislaturperiode aufgebraucht“, so Langhans.

„Im Großen und Ganzen war der Jugendlandtag ein voller Erfolg. Einige der Kollegen haben bewiesen, dass Ideologie und Partei nicht bestimmend sind. Das Wohlergehen der burgenländischen Jugend stand für viele im Vordergrund. Es war eine tolle Erfahrung!“, schließt Fabian Hauk, der als FPÖ-Klubobmann fungierte.

 

 

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