60 Jahre Brücke von Andau

Andau, 4. 11. 2016 –

Sie ist Wahrzeichen, Mahnmal und Symbol für die Freiheit in Europa!
Sie hat Ost und West verbunden – die Brücke von Andau“

 

Dazu gibt es eine leidvolle, traurige Vorgeschichte!

Es war ein trüber Sonntag im Oktober des Jahres 1956! Da holte Ungarns Volk zum Befreiungsschlag gegen die Besatzungsmacht der Sowjets aus. Der Aufstand wurde jedoch blutig niedergeschlagen. Was dann passierte ist heute noch tief in Ungarns Geschichte verwurzelt
und tragisch. Daraufhin flüchteten über 200.000 Ungarn außer Landes, 70.000 davon in’s benachbarte Österreich, in’s angrenzende Burgenland, nach Andau.

Die Brücke von Andau, die Verbindung zwischen Ungarn und Österreich, damals bestehend und notdürftig aus alten Telegrafen-Masten und Baumstämmen zusammengezimmert, wurde für diese Menschen so zum Fluchtweg.

Die Andauer Bevölkerung stand den Flüchtlingen hilfreich zur Seite versorgte sie mit Medikamenten, Kleidung, Decken, Nahrungsmitteln und Not-Unterkünften! Kurz darauf wurde die Brücke von den Besatzern zerstört, vom Österreichischen Bundesheer viele Jahre danach wieder neu errichtert.

Heute ist die Brücke von Andau Zeitzeuge eines traurigen Kapitels österreichischer und ungarischer Geschichte, in einem Teil von Österreich, der 30 Jahre vor diesen grauenvollen
Ereignissen noch ungarisches Terratoriums war!

Am 4.November 2016 gedachte man nun in einem grossen Festakt an dieses Geschehen am 4.November 1956, also genau 60 Jahre danach. Organisiert vom Andauer Otto Gruber!

Die Brücke von Andau wurde weit später aber ebenso Drehort von „Bockerer 3“ mit Karl Merkatz. An das Film-Geschehen können sich ebenso noch zahlreiche Andauer erinnern. So etwa der heutige Obmann des bekannten Reitclubs, Adi Gangl, und Vizebürgermeister Christian Alber! All das ist für Bürgermeister Andreas Peck und seine Gross-Gemeinde natürlich mehr als bedeutungsvoll. Drei Schauplätze sollten beim Festakt an den Flüchtlingsstrom aus Ungarn erinnern, die heutige Granz-Station, an der von den Andauern alte Kleider zur Erinnerung aufgehängt wurden, die Brücke selbst und die Gedenkfeier in „the Hall of Legends“ im wunderschönen Weingut Scheiblhofer im Herzen der heutigen Markgemeinde Andau!

An der Brücke von Andau, beinahe schon weltbekannt, legte zum Gedenken an die bei der Flucht umgekommenen und flüchteten Menschen Österreichs, Ungarns und Burgenlands Politspitze, unter dem Ehrenschutz des Österreichischen Bundesheeres, Kränze nieder! Ein grosser Tag für
Andau!

Zeitzeugen, wie der heute 85jährige Andauer Landwirt Johann Sattler und ältere Menschen
aus dem Nachbarland standen im Blickpunkt der Gedenk-Feierlichkeiten.

Ein Zelt mit Utensilien von 1956 sowie alte Uniformen, Waffen und Transport-Fahrzeuge sollten ebenso an die damalige Zeit erinnern. Und der, der diese schrecklichen Tage zwar nicht direkt miterlebt hat, aber darüber ein in diesen Tagen erscheinendes Buch verfasst hast, ist Wolfgang Bachkönig, heute Presseoffizier bei der Polizei, aber einst Gendarm! An den Dienst in seiner alten Uniform denkt er noch gerne zurück.

In der zum Bersten vollen Hall of Legends von Scheiblhofers, wo der ebenso schon weltberühmte „Rote namens Big John“ gekeltert wird, erinnerte sich die anwesende Prominenz an diese schrecklichen Tage und mahnte zugleich. Für Landeshauptmann Hans Niessl hat die Brücke von Andau und die damit verbundenen Geschehnisse ein immer wieder kehrendes Mahnen im Sinne der Freiheit in Europa.

In diesem Sinnes sieht das auch Verteidigungs-Minister Hans Peter Doskozil, selbst gebürtiger Burgenländer!

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer sieht diese Brücke als den ersten Schritt zu einem vereinten Europa und Österreichs Bundeskanzler Christian Kern sprach von einem wahren Sympol der Freiheit.

Ungarns Regierungs-Mitglied Zoltan Balog zeigte sich in einem lupenreinen Deutsch sehr erfreut darüber, dass Österreich und Ungarn in ihrer gemeinsamen Geschichte durch die Brücke von Andau nach Jahren einer politischen Trennung wieder in hilfreicher Art zusammengefunden haben!

Und so wird die Brücke von Andau, mit der kilometerweiten und von vielen Künstlern, mit ihren Skulpturen, geprägten Fluchtstrasse, zu einem mahnenden Sympol für Friede und Freiheit in Europa bleiben!

 

 

 

 

 

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