SPÖ: Politisches Engagement kennt kein Geschlecht

Eisenstadt, 25. 10. 2016 –

Neuer überparteilicher Lehrgang soll mehr engagierte Frauen für die Politik begeistern

 

Frauen sind gerade dort, wo Entscheidungen fallen, unterrepräsentiert – dies gilt in besonderem Maße für Politik und Wirtschaft. Um mehr engagierte Frauen für die Politik zu begeistern, startet auf Initiative von Frauenlandesrätin Verena Dunst das Referat Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung in Kooperation mit der Akademie Burgenland einen Lehrgang für politikinteressierte Frauen und Frauen die in die Politik wollen. „Entscheidungen werden für alle getroffen, unabhängig vom Geschlecht. Aber dort, wo die Entscheidungen fallen, sind kaum Frauen zu finden. Auch in politischen Gremien sind sie stark unterrepräsentiert – obwohl Frauen auch im Burgenland mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellen. Gelebte Demokratie braucht das Engagement von vielen Beteiligten, auch von Frauen. Der neue, überparteiliche Lehrgang soll ihnen das notwendige Handwerkszeug vermitteln, um gute und mutige Politik zu machen und ihre Anliegen engagiert zu vertreten“, so Frauenlandesrätin Verena Dunst, die gemeinsam mit Mag.a (FH) Bettina Frank, Geschäftsführerin  der Akademie Burgenland, und Mag.a Karina Ringhofer, Leiterin des Referats Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung, über Details zum neuen Lehrgang informierte. Der Lehrgang „G‘scheite Frauen wissen mehr“ besteht aus vier Modulen und deckt ein breites Themenfeld ab: von der Vermittlung von politischem Basiswissen über Projektmanagement und Social Media bis zu Rhetorik und Öffentlichkeitsarbeit. Modul 1 „Frauenpolitik und Gender Mainstreaming“ startet am 28. Jänner 2017. Interessierte Frauen können sich bis 16. Dezember 2016 beim Referat Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung (Tel. 057 600 2156, E-Mail: post.a7-frauen@bgld.gv.at ) für den Lehrgang anmelden.

Frauen, die nicht politisch sozialisiert wurden, fehle oft das Selbstvertrauen in die Politik einzusteigen, betont Ringhofer. Der Lehrgang solle auch dazu beitragen, noch immer bestehenden Hemmschwellen abzubauen und Frauen dabei zu unterstützen, mehr Selbstsicherheit zu erlangen. Ein Grund am Frauenmangel in politischen Gremien auf allen Ebenen sei auch, dass Frauen oft eine Scheu vor Macht hätten, so Dunst. „Macht bedeutet aber nichts anderes als Verantwortung zu übernehmen. Genau das tun Frauen aber Tag für Tag in ihrem privaten Umfeld, sei es in der Familie bei der Kinderbetreuung oder beim ehrenamtlichen Engagement in unterschiedlichsten Vereinen. Warum also nicht auch in der Politik?“  

Gründe für mehr Frauen in der Politik gebe es viele, betont Dunst. So würden Frauen  andere Themen und Fragen in die Politik einbringen und das Spektrum der politischen Diskussion erweitern. Durch die Sichtweisen der Frauen würden neue Perspektiven andere Ideen ermöglichen.
Ziel des neuen Lehrganges sei es, im Vorfeld der Gemeinderatswahlen im Herbst 2017 mehr Frauen für die Gemeindepolitik zu begeistern, so Dunst. Derzeit stellen Frauen nur 26% der GemeindemandatarInnen in den burgenländischen Gemeindestuben (576 von 2231). 171 Gemeinden stehen nur sieben Bürgermeisterinnen gegenüber, Vizebürgermeisterinnen gibt es 27 (16%) im Burgenland.  Auch in den höchsten politischen Gremien des Burgenlandes sind Frauen im Hintertreffen. Von 36 Landtagssitzen entfallen nur acht auf Frauen, in der Landesregierung steht es 5:2 für die Männer.

Bildungshindernisse sowie Schwierigkeiten bei der Teilnahme an einer Aus- und Weiterbildung würden es Frauen schwer machen, Kurse in Erwachsenbildungseinrichtungen zu besuchen, erklärt Frank. Gründe dafür nennt die Erwachsenenbildungserhebung der Statistik Austria von September 2013. So gaben 3,2% der befragten Frauen das Fehlen von Voraussetzungen, um zu einer Ausbildung zugelassen zu werden an. Weitere Gründe die die Teilnahme an Aus- und Weiterbildung erschweren sind: Ausbildung zu teuer; mangelnde Unterstützung durch den Arbeitgeber; kein passendes Ausbildungsangebot in erreichbarer Nähe; Ausbildung nicht mit Arbeitszeiten vereinbar bzw. zu einer ungünstigen Zeit stattfindet (12,6 % Frauen); keine Zeit aufgrund von familiären Verpflichtungen (17,5 % Frauen und 8,2 % Männer). 56% aller Kurse in Erwachsenenbildungseinrichtungen werden von Frauen im Alter von 25 bis 64 Jahren besucht.
An der Akademie Burgenland  wurden in den letzten zwei Jahren etwa 400 Seminare und Lehrgänge durchgeführt: „Wir konnten rund 7.300 SeminarteilnehmerInnen begrüßen, davon sind 53% Frauen. In den Altersklassen 21 bis 40 Jahre dominieren die Frauen mit 65%. Das ist eine sehr weiterbildungsaffine Gruppe“, so Frank.

G‘scheite Frauen wissen mehr“ – der Lehrgang
Der Lehrgang „G‘scheite Frauen wissen mehr“ ist in die vier Module gegliedert und findet an der FH Eisenstadt sowie bei größerem Interesse auch am FH-Standort in Pinkafeld statt. Vor Ort werden auch Kinderbetreuungsmöglichkeiten angeboten. Die Module finden jeweils an einem Samstag statt. Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt. Nähere Informationen und Anmeldung beim Referat Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung  unter Tel. 057 600 2156 oder E-Mail:
post.a7-frauen@bgld.gv.at.

 

 

 

 

 

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