Weitere Ausgrabungsfunde in Mattersburg, Radweg in der Feldgasse

Mattersburg, 3. 10. 2016 –

Wieder Ausgrabungsfunde in Mattersburg

Die Archäologin Dr. Dorothea Talaa hat in Mattersburg weitere spektakuläre Funde gemacht. „ Es handelt sich um vor allem um Waffen und Schmuckgegenstände aus dem 7. und 8. Jahrhundert“, berichtet die Grabungsleiterin. Gefunden wurden die wertvollen Stücke auf dem Gebiet des sogenannten „Mattersburger Friedhofs“ beim Ried Stückl, der 2010 entdeckt und seither systematisch archäologisch untersucht wurde.

Auf engstem Raum konnten hier Gräber des ausgehenden 7., 8. und beginnenden 9. Jahrhunderts n. Chr., das heißt aus der Zeit der Erstnennung von Mattersburg ausgegraben werden. „Hier gibt es noch viel zu entdecken. Die Funde sind ob ihrer historischen Aussagekraft wirklich sensationell“, meint Talaa.

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Die Grabungsleiter Ingomar Herrmann und Dr. Dorothea Talaa mit Bgm. Ingrid Salamon bei den Grabungen

Das awarische Gräberfeld von Mattersburg

Neben Waffen, Kampfbeil, Pfeilspitzen und dem seinerzeit gefürchteten awarischen Bogen, sind es silberne Gürtelbeschläge in den Kriegergräbern, Silberschmuck und Perlenketten, aber auch zum Teil geschmackvoll verzierte Gefäße in den Frauen- und Kindergräbern, die Einblick in das awarische Totenritual geben. Spuren von teilweise angekohlten Särgen bzw. Holzkohle in den Gräbern lassen ein schamanistisches Feuerritual vermuten. Der Teil des Friedhofes, der zurzeit gegraben wird, dürfte bereits im 7. und beginnenden 8. Jahrhundert n. Chr. belegt worden sein. Die mit Edelmetall ausgestatteten Gräber dieser Zeit sind im Unterschied zu anderen zeitgleichen Gräberfeldern in Mattersburg weitgehend unberaubt, sodass die wertvollen Beigaben erhalten sind und nach Abschluss der Restauration und wissenschaftlichen Bearbeitung wieder im Rathaus ausgestellt werden können.

 

Ausstellung im Rathaus

Im Rathaus in Mattersburg sind seit Juni 2016 Funde früherer Grabung zu besichtigen. „Ausgestellt sind die Beigaben der awarischen Gräber und die Funde aus der Siedlung. Die Ausstellung kann jederzeit während der Amtsstunden besichtigt werden,“ so Bürgermeisterin Ingrid Salamon.

Seitens der Stadtgemeinde werden pro Jahr 10.000 Euro in die archäologische Arbeit investiert. Begonnen wurde mit den Grabungen 2008.


Ausbau des Radweges in der Feldgasse

Der im Verkehrskonzept der Stadtgemeinde Mattersburg beschlossene Ausbau diverser Radwege wird im Herbst weiter umgesetzt.

Dieses Verkehrskonzept wurde nach einer zweijährigen Diskussions- und Erhebungsphase gemeinsam mit der Bevölkerung, dem Gemeinderat und anerkannten Experten erarbeitet. „Ich verstehe nicht, warum jetzt einzelne Maßnahmen wie der Ausbau des Radweges in der Feldgasse hinterfragt werden“, meint Bürgermeisterin Ingrid Salamon.

 

Der Kritik der Grünen und den Vorschlägen einer Wiener Neustädter Landschaftsplanerin kann Salamon nicht viel abgewinnen. „Man muß das Gesamtkonzept sehen und darf nicht einzelne Maßnahmen herausgreifen, dass sollte man als Landschaftsplanerin wissen.“ So würde die von der Landschaftsplanerin angedachten Einbahn in der Feldgasse zu einer massiven Verkehrsüberlastung beim sensiblen Bereich Bahnübergang Hirtengasse führen. In der Aussendung der Grünen wird die Feldgasse als „Schleichweg“ bezeichnet – das war sie nie. Die Feldgasse ist eine wichtige Verbindungstraße im Stadtgebiet. Weitere  Fakten, die in der Presseaussendung der Grünen übersehen werden:

  • Es wird kein einziger zusätzlicher Parkplatz errichtet.
  • Insgesamt werden im Zuge der Baumaßnahmen drei Pappeln gefällt. Im Gegenzug werden mindestens drei neue Bäume gepflanzt.

Es handelt sich bei der geplanten Baumaßnahme in der Feldgasse nicht um einen Fahrradweg, sondern um einen Mehrzweckstreifen. Die dafür gesetzlich vorgegebene Fahrbahnbreite wird eingehalten. Die rote Farbe des Streifens erhöht die Aufmerksamkeit der VerkehrsteilnehmerInnen.

 

 

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