Medizinernachwuchs im Burgenland sichern

Eisenstadt, 30. 9. 2016 –

LR Darabos: „Bund bei der Sicherung des Medizinernachwuchs gefordert“

Studienplätze aufstocken, Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium abschaffen, eine Verlängerung der Quotenregelung sicherstellen

Durch kostenlose Vorbereitungskurse für die Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium oder durch freiwillige monatliche Zuschüsse für angehende Mediziner in burgenländischen Spitälern während des klinisch-praktischen Jahres leiste das Burgenland einen großen Beitrag zur Sicherung des Medizinernachwuchses im Burgenland, betonte Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos heute, Freitag, in Eisenstadt. Um die Ausbildung nachhaltig abzusichern, sei nun aber auch der Bund gefordert, so Darbos. „Ich fordere den Bundesminister für Wissenschaft auf, die Anzahl der Studienplätze aufzustocken und auf EU-Ebene eine Verlängerung der Quotenregelung für den Studienzugang zum Medizinstudium sicherzustellen. Sowie die Abschaffung der Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium, damit der diskriminierungsfreie Zugang zum Medizinstudium gewährleistet werden kann.“ In der nächsten Sitzung des Burgenländischen Landtags werde ein Entschließungsantrag der SPÖ behandelt der diese beiden Forderungen beinhaltet. „Wir müssen mehr Medizin-Studienplätze in Österreich schaffen, um jungen Menschen die den Arztberuf ausüben wollen eine Ausbildung im Land zu ermöglichen“, meint Darabos.

Grundsätzlich sei die burgenländische Bevölkerung medizinisch gut versorgt, sowohl im stationären Bereich, als auch im Bereich der niedergelassenen Ärzte, erklärt Darabos. 83 % der burgenländischen Bevölkerung seien mit der Gesundheitsversorgung im Burgenland insgesamt zufrieden, dies würden die Ergebnisse der Befragung im Rahmen des Gesundheitsbarometers zeigen. Aber man müsse in die Zukunft blicken und „jeder muss seine Hausaufgaben machen, damit das hohe Niveau der Gesundheitsversorgung gehalten wird.“

Seine Forderungen an den Bund begründet Darabos damit, dass es durch die Einführung der Medizineraufnahmetests für das Medizinstudium zu einer Beschränkung der Anzahl der auszubildenden Ärzte in Österreich gekommen sei. Mit der Konsequenz, dass freie Studienplätze, nachdem eine StudentIn ihr Studium beendet hat, nicht nachbesetzt werden könne. Zudem sei es mit der Einführung von Zugangsbeschränkungen auch zu einer Einführung von Quotenregelungen gekommen. „75 % der Studienplätze gehen an Inländer, 20% der Plätze gehen an Studierende aus dem EU-Ausland, 5% an Drittstaatsangehörige“, erläutert Darabos. Durch die geringere Anzahl der ausgebildeten Ärzte komme es „zu einem Rosinen picken“. Ärzte besetzen bevorzugend Wahlarztstellen im Vergleich zu Allgemeinmedizinerstellen oder im Krankenhaus. Laut Ärztekammer praktizieren im Burgenland 1.143 Ärzte, davon 627 Fachärzte, 563 praktische Ärzte und 196 Turnusärzte. In den burgenländischen Krankenhäusern sind aktuell 512 Ärzte, in der BGKK 238.

Nachwuchs fördern
Das Burgenland unterstützt die Ausbildung burgenländischer Jungärzte schon jetzt engagiert –durch kostenlose Vorbereitungskurse für die Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium oder durch monatliche Zuschüsse in der Höhe von 645 Euro für angehende Mediziner in burgenländischen Spitälern während des klinisch-praktischen Jahres. Für Vorbereitungskurse zum Medizinstudium wendet das Land insgesamt 13.000 Euro jährlich auf.

Im Bereich der Allgemeinmedizin habe das Burgenland Probleme pensionierte Ärzte zu ersetzen. Viele ÄrztInnen würden lieber in Deutschland arbeiten, da die Bezahlung dort besser und die nachfolgende Ausbildung weniger komplex sei. Laut Ärztekammer werden in den nächsten 5 Jahren 84 Ärzte im niedergelassenen Bereich in Pension gehen.

Mix aus Kassen- und Wahlärzten hat sich bewährt
Die Forderung von SPÖ Gesundheitssprecher Michael Spindelberger, das Wahlarztsystem abzuschaffen, lehnt Darabos vehement ab. Vielmehr brauche es eine intensivere Kooperation zwischen den niedergelassenen Ärzten, die auch ergänzende Synergien schaffen Könne. Eine Abschaffung des Wahlarztsystems „wäre vor allem für den ländlichen Bereich problematisch, da sich dadurch noch weniger Ärzte ansiedeln würden. Aufgrund des in den letzten Jahren festzustellenden stärkeren Wachstums des Wahlarztbereichs, wäre in meinen Augen, eine Diskussion über Maßnahmen zur Regelung dieses Bereiches längst überfällig“ betont der Gesundheitslandesrat.

Das bestehende System mit einem Mix aus Kassen- und Wahlärzten habe sich bewährt und sei der richtige Weg. Wichtig sei auch, dass „den PatientInnen ein Teil der Behandlungskosten rückerstattet wird. Außer Frage steht jedenfalls, dass die Sicherstellung einer umfassenden Versorgung im vertragsärztlichen Bereich im Vordergrund steht“, so Darabos.

Gesundheitsversorgung sichern
Aus gesundheitspolitischer Sicht sei die flächendeckende Gesundheitsversorgung durch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte im Burgenland einer der wichtigsten Eckpfeiler der Gesundheitspolitik, so Darabos, der auch daran erinnert, dass „die österreichischen Steuerzahler die Ausbildung der österreichischen Medizinuniversitäten mit dem Hintergrund finanzieren, im Falle von Krankheit ein intaktes Gesundheitssystem, insbesondere ausreichend Ärzte, vorzufinden.“ Sollte dies nicht der Fall sein, weil der Arzt nach Ende der Ausbildung nicht in Österreich praktiziert oder lediglich eine Privatordination betreibt, sollte es die Möglichkeit geben, dass die Republik die Ausbildungskosten der Ärzte zurückfordert, schließt Darabos.

 

 

 

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