Green Care Zertifizierung, Welttierschutztag

Bernstein,30. 9. 2016 –

Familie Kögl aus Langau/Bernstein erhielt die „Green Care“ – Zertifizierung

„Green Care als weit gefächerter Bereich einer sozialen Landwirtschaft reicht von der Einbindung therapiebedürftiger und sozial benachteiligter Menschen in Arbeitsprozesse bis hin zu Schulbauernhöfen, die junge Menschen bei der Erzeugung von Lebensmitteln einbeziehen. Auch Personen mit psychischen oder körperlichen Behinderungen, Langzeitarbeitslose und alte Menschen werden von Green Care angesprochen. Die Tätigkeit des Vereines Green Care ist sehr zu begrüßen, weil er eine Brückenbauerfunktion in unserer Gesellschaft einnimmt“, sagte der Vizepräsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Ök.-Rat Adalbert Resetar, anlässlich der Verleihung der ersten Green Care-Zertifizierungstafel im Burgenland am 29. September 2016 an den Betrieb von Gerlinde und Gregor Kögl in Langau/Bernstein.

„Das Angebot des Köglhofs passt hervorragend in die Philosophie von Green Care. Der Betrieb Kögl bietet mit seinem mannigfaltigen Angebot den Bauernhof als ganzheitlichen Erlebnis- und Wohlfühlort an. Durch das aktive Erleben der Arbeit am Bauernhof und den engen Kontakt zu den Tieren und der Natur wird der Bauernhof zum Bildungsort, an dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ihr Wissen über den Umgang mit unterschiedlichen Tierarten, die Produktion hochwertiger naturnaher Lebensmittel und das Thema Nachhaltigkeit vertiefen können. Ich gratuliere dem Ehepaar Kögl zur Green Care-Zertifizierung im Burgenland und wünsche für die Zukunft alles Gute“, so Vizepräsident Resetar abschließend.

Einmal weg vom Stress der fast jeden von uns umgibt, treiben lassen vom Einklang und der Ruhe der grünen Kraft. Diese Aussage steht im Sinne des Köglhofs. Am Köglhof und dem dazugehörigen Bauerngartl herrscht immer rege Betriebsamkeit, denn Gregor, Gerlinde und Sohn Lukas Kögl, sowie Tochter Tanja und Schwiegersohn Markus Schrabeck haben den Betrieb zu etwas Besonderem gemacht.

„Da sowohl mein Mann als auch meine Tochter eine pädagogische Ausbildung haben, stand für uns von vorneherein fest, unser Angebot stark auf Kinder auszurichten“, erzählt Gerlinde Kögl. Den Beginn machte man mit „Urlaub am Bauernhof“-Apartments (tragen mit vier Blumen die höchste Qualitätswertung), mit der Spezialisierung auf Familien mit Kindern, „damit diese die Natur besser kennenlernen“. Kulinarisch verwöhnt werden sie von der leidenschaftlichen Köchin und Brotbäckerin Gerlinde Kögl. Als Kräuterpädagogin vermittelt sie ihr umfangreiches Wissen in entsprechenden Kursen weiter. Bald darauf wurde das Angebot für die kleinen Besucher, basierend auf „Schule am Bauernhof“ und „Kinderbetreuung am Bauernhof“, erweitert. Dieses reicht von Mutter-Kind-Nachmittagen, bei denen das Zeit-für-einander-nehmen im Vordergrund steht, über die Förderung der Lesefreude, bis zum Brotbacken. Veranstaltet werden auch Ausflüge zur Erkundung von Wald und Wiese, Camps für Jungs und Mädchen sowie individuelle Kinderfeiern. Der Kontakt zu den drei Barockeseln, den Schafen, Hühnern und Hofhund Blues wird am Köglhof gefördert, denn sie wirken sich äußerst positiv auf das Wohlbefinden der kleinen und großen Gäste aus, deshalb ist hier Füttern auch ausdrücklich erlaubt.


Am 4. Oktober ist Welttierschutztag

„Tierschutz spielt eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft und reicht vom Schutz der Heim- bzw. Haustiere bis hin zu den Nutztieren auf unseren Bauernhöfen. Durch die oft idyllisch dargestellte Tierhaltung und verzerrte Bilder in der Werbung sowie vielen Medien erhalten viele Menschen ein Bild von Nutztierhaltung fern jeglicher Realität. Die Tierhaltung ist in unseren Bauernhöfen nach dem Tierschutzgesetz streng geregelt und wird von den zuständigen Behörden sowie der Agrarmarkt Austria nachhaltig kontrolliert. Neben einer guten Ausbildung nehmen unsere Landwirte immer wieder an verpflichtenden und freiwilligen Weiterbildungsveranstaltungen teil. Gesunde und vitale Tiere sind für einen Betriebserfolg in der bäuerlichen Tierhaltung eine unverzichtbare Voraussetzung. In der modernen Landwirtschaft wird daher dem Tierwohl eine ganz hohe Priorität eingeräumt“, sagt der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer Franz Stefan Hautzinger anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober.

Seit 2005 gibt es in Österreich ein einheitliches Bundestierschutzgesetz. EU-rechtlich ist die landwirtschaftliche Nutztierhaltung nur allgemein geregelt, von diesen allgemeinen Regelungen lassen sich keine direkten Maßnahmen ableiten.

„Österreich hat zum Wohle der Tiere ein sehr strenges Tierschutzgesetz. Bei uns gibt es für alle Nutztiere genaue Bestimmungen – von der Mindest-Fressplatzbreite über die Bodenstrukturen bis hin zum Auslauf“. so Hautzinger weiter.

„Tierschutz ist auch wichtiger Indikator für eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion. Unsere Bauern arbeiten mit höchsten Umwelt- und Tierschutzstandards. Wenn den Konsumenten sowie den Handelsketten der Tierschutz ein ehrliches Anliegen ist, müssen sie Produkten von heimischen Bauern beim Einkauf den Vorzug geben und diesen auch faire Preise zugestehen. Ansonsten wird unsere Versorgung zunehmend von Ländern mit geringeren Tierschutzstandards und mit tausenden Kilometern qualvollem Tiertransport abhängig werden, was wir alle sicher nicht wollen“, so Präsident Hautzinger abschließend.

 

Laut aktueller Statistik halten im Burgenland

2.000 Halter: 400.000 Legehennen  /  430 Halter: 20.500 Rinder

500 Halter: 46.000 Schweine  /  400 Halter: 5.900 Schafe und Ziegen

500 Halter: 3.000 Pferde  /  80 Betriebe: 1.500 Gatterwild

 

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