Neue Betrugswelle: Kanzlei Schmidt fordert für Urheberrechtsverletzung 950 Euro

Mattersburg, 22. 9. 2016 –

Eine Berliner Anwaltskanzlei setzt heimische Unternehmen unter Druck. Per Fax wird zur Zahlung von 950 Euro für das Abrufen eines Erotikfilms aufgefordert. Ein perfider Betrugsversuch.

Vielen burgenländischen Unternehmern ist dieser Tage ein Fax ins Haus geflattert, das nur auf ersten Blick seriös wirkt. Die Berliner Kanzlei Schmidt mahnt per Fax, dass sich der Empfänger einen Erotikfilm illegal im Netz angeschaut beziehungsweise diesen über seinen Internetanschluss „verfügbar gemacht hat“.

Um die Urheberrechtsverletzung vergessen zu machen, bietet die Kanzlei einen Vergleich an. Wenn der Empfänger eine Unterlassungserklärung unterschreibt und einen Vergleichsbetrag von 950 Euro überweist, sei das Thema erledigt.

Ein solches Schreiben ging bereits an hunderte österreichische Firmen. „Es sind vor allem Unternehmen betroffen, die ihre Faxnummer in Telefonbüchern oder online hinterlegt haben“, sagt Thomas Kornfeind vom ServiceCenter der Wirtschaftskammer Burgenland, der vor diesem Betrugsversuch nachdrücklich warnt.

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© Lichtbild Bundesministerium für Inneres

In den letzten Wochen werden kostenpflichtige Abmahnungen und Unterlassungserklärungen durch die Kanzlei eines angeblichen Rechtsanwalt Jörg SCHMIDT aus Berlin wegen einer Urheberrechtsverletzung versandt. Vor allem Firmen erhielten ein dubioses Abmahnungsschreiben dieser Kanzlei. Auch ein burgenländischer Bauunternehmer aus dem Bezirk Oberpullendorf erhielt so ein Schreiben und erstattete Anzeige.

Diese Aufforderungen werden fast ausschließlich in Form eines FAX (Massen-FAX) verschickt. Im Schreiben selbst wird auf eine Urheberrechtsverletzung durch die unerlaubte Verwertung des Erotikfilms „Girl & Girl Pee Marigold & Christiana“ und daraus entstandenen Rechtsansprüchen verwiesen. Die Schreiben sind alle gleich gestaltet. Die Androhung und Vorrechnung beinhaltet Ersatzansprüche in der Höhe von € 8.483,24. In weiterer Folge soll ein „Kulanzbetrag“ in der Höhe von 950 Euro als Unterzeichnung der Unterlassungserklärung überwiesen werden. Die angeführte Anwaltskanzlei ist nicht existent. Die Polizei rät, solche FAX-Nachrichten als gegenstandslos zu betrachten und im Fall einer finanziellen Schädigung Anzeige zu erstatten.

 

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