SPÖ: Gemeindefinanz Statistik 2015, KH Oberwart Patientenbehandlung

Eisenstadt, 13. 9. 2016 –

Burgenlands Gemeinden auf solidem finanziellen Fundament

Gemeindefinanzstatistik 2015: Schuldenstand weiter gesenkt, Investitionen gesteigert, positiver Finanzierungssaldo.

Die Gemeindefinanzstatistik 2015, die Gemeindereferentin Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf heute präsentierte, weist für die burgenländischen Gemeinden eine positive Entwicklung der Finanzgebarung aus. Der öffentliche Schuldenstand konnte weiter verringert, die Investitionen konnten gesteigert und eine höhere freie Finanzspitze – der finanzielle Spielraum in einem Haushaltsjahr – erwirtschaftet werden. Derzeit läuft in den Gemeinden die Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik; diese soll die Haushaltsführung moderner und transparenter machen und künftig eine gesamthafte Darstellung des Gemeindehaushalts samt ausgegliederter Gesellschaften gewährleisten.

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Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf präsentierte gemeinsam mit Mag.a Brigitte Novosel, Vorständin der Abt. 2 im Amt d. Bgld. LReg. (li.) und Mag.a Andrea Deutsch, Leiterin der Gemeindeabteilung (re.)

„Unsere Gemeinden haben in Summe den positiven Weg der letzten Jahre erfolgreich weitergeführt“, bilanzierte Eisenkopf. „Trotz höherer Investitionen, stagnierender Ertragsanteile, steigender Sozialkosten und trotz ungleicher Behandlung des Burgenlandes im aktuellen Finanzausgleich konnte der öffentliche Schuldenstand weiter verringert werden“.

Überschuss von 92 Mio. Euro
Demnach stehen Gesamteinnahmen aller 171 burgenländischen Gemeinden von rund 646 Mio. Euro Gesamtausgaben von rund 563 Mio. Euro gegenüber. 92 Mio. Euro standen für Investitionen in Infrastrukturprojekte zur Verfügung – um 7 Mio. mehr als 2014. Ein Drittel davon fällt auf den Bildungs- und Sozialbereich (z.B. Schulen, Kindergärten, Angebote der Freizeitgestaltung), zwei Drittel wurden für die Daseinsvorsorge (Straßenbau, Müll- und Abwasserentsorgung, Wasserversorgungsnetz, Hochwasserschutz usw.) aufgewendet.

Schulden weiter verringert, höhere freie Finanzspitze erwirtschaftet
Der Schuldenstand konnte von 313,1 im Haushaltsjahr 2014 auf 312,3 verringert werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung beläuft sich damit auf 1.086 Euro. Auch die von den Gemeinden übernommenen Haftungen sind im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2 Mio. Euro auf rund 196 Mio. Euro gesunken. Positiv entwickelt hat sich auch die freie Finanzspitze, der finanzielle Spielraum in einem Haushaltsjahr. Dieser betrug mit 46 Mio. Euro um 5 Mio. mehr als 2014.

Maastricht-Ergebnis übertroffen, Gemeinden als Wirtschaftsmotor
Der Finanzierungssaldo, auch Maastricht-Ergebnis, bezeichnet die Neuverschuldung des öffentlichen Haushalts. Diese darf nach dem Stabilitätspakt die Null-Grenze nicht unterschreiten. Die burgenländischen Gemeinden übertrafen dieses Ergebnis und erzielten im Jahr 2015 einen Finanzierungssaldo von rund 3,3 Mio. Euro. „Dieses positive Ergebnis konnten die Gemeinden nur aufgrund ihres sparsamen, wirtschaftlichen und zweckmäßigen Einsatzes der zur Verfügung stehenden Mittel erreichen“, betonte Eisenkopf. „Die Zahlen beweisen, dass trotz schwieriger Zeiten viel Geld in die wichtigen Bereiche Bildung und Daseinsversorge, aber auch in unsere Wirtschaft investiert wird. Damit fungieren unsere Gemeinden einmal mehr als heimischer Wirtschaftsmotor“, so die Gemeindereferentin.

Doppik für mehr Transparenz
Um die Haushaltsführung der Gemeinden, die aktuell als Einnahmen- Ausgabenrechnung erfolgt, moderner und transparenter zu gestalten, wird derzeit auf die Doppik umgestellt, wie sie in der Wirtschaft üblich ist. 2019 soll die Umstellung abgeschlossen sein. „Erst dann ist eine gesamthafte Darstellung des Gemeindehaushalts gewährleistet, samt den ausgegliederten Gesellschaften, die derzeit nur im Ausweis über die Beteiligungen sichtbar sind. Das Vermögen und die Schulden der Beteiligungen sind im Rechnungsabschluss der Gemeinde derzeit nicht dargestellt. Darum brauchen wir auch dort Transparenz“.

Sprechtage für die Gemeinden im Herbst
Für den Herbst kündigte Eisenkopf wieder themenbezogene Sprechtage in den Bezirken an, bei denen die Experten der Gemeindeabteilung den Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite stehen.  „Die Aufgaben einer Gemeinde werden immer umfangreicher und komplexer. Speziell Bauprojekte stellen große Herausforderungen dar. Wir wollen deshalb die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und die Gemeindebediensteten dabei unterstützen und die vorausschauende und beratende Projektbegleitung forcieren. Das Angebot der wohnortnahen und unkomplizierten Beratung soll weiter ausgebaut werden“, so Eisenkopf. Ziel sei es, die Gemeindeabteilung verstärkt als wirkliche Servicestelle zu positionieren.
Die Gemeindefinanzstatistik 2015 ist ab sofort auf der Homepage des Landes abrufbar.


Im KH Oberwart wird die Patientenbehandlung nach der medizinischen Dringlichkeit gereiht

Neues System am KH Oberwart erhöht die Patientensicherheit

Um die Patientensicherheit zu erhöhen, wurde mit 1. Juni 2016 das „Manchester Triage System“ im Krankenhaus Oberwart eingeführt. Unter Ersteinschätzung (Triage) versteht man eine Methodik, mit der man binnen kürzester Zeit den Schweregrad einer Verletzung oder einer Erkrankung feststellt, um dann in weiterer Folge die Behandlungsdringlichkeit festzulegen. Details dazu präsentierten Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos, KRAGES-Geschäftsführer DI (FH) Mag. René Martin Schnedl und der Pflegedirektor des KH Oberwart, Andreas Schmidt, heute, Dienstag, in Oberwart.

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Pflegedirektor des KH Oberwart, Andreas Schmidt, MSc mit LR Mag. Norbert Darabos und KRAGES-GF DI (FH) Mag. René Martin Schnedl

Seit Jahren ist ein österreichweit steigendes Patientenaufkommen in den Notfallambulanzen
zu bemerken. Im Krankenhaus Oberwart wurde im Jahr 2015 mit 47.972 Patientenkontakten in der Notaufnahme ein neuer Höhepunkt der Patientenversorgung erreicht. „84 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer sind mit dem Gesundheitssystem im Burgenland sehr zufrieden oder zufrieden. Das heißt, 15 Prozent sind weniger bis gar nicht zufrieden. Wir wollen auch diese mit ins Boot holen und dort ansetzen, wo noch Verbesserungsbedarf besteht“, so Darabos. So sei es im Krankenhaus Oberwart gelungen, die Wartezeiten bei MRT- und CT-Untersuchungen zu verringern. Auch das neue System werde dazu beitragen, die Patientenzufriedenheit zu erhöhen, ist Darabos überzeugt. „Wir haben das neue System im Krankenhaus Oberwart eingeführt, um die Patientinnen und Patienten schneller und bedarfsgerechter zu behandeln und in Akutfälle und Kontrollbesuche zu trennen, um einerseits die Abläufe effizienter gestalten zu können und andererseits Wartezeiten für Patientinnen und Patienten zu optimieren.“ Eine generelle Verringerung der Wartezeit sei dabei nicht primäres Ziel, erklärt Pflegedirektor Andreas Schmidt, sondern „die Behandlung der Patienten nach medizinischer Dringlichkeit zu reihen. Kritisch kranke oder verletzte Patienten werden vorgezogen und werden so rasch wie möglich behandelt.“ Das erhöhe die Patientensicherheit, da in kritischen Fällen Patienten nicht unnötig lange warten müssten, ergänzt Darabos.

So funktioniert das „Manchester Triage System“
MTS ist ein standarisiertes Ersteinschätzungsinstrument, welches Patienten in Notaufnahmen nach Behandlungsdringlichkeit einschätzt. Alle AkutpatientInnen werden zunächst in der Zentralen Aufnahme- und Erstversorgungsschalter (ZAE) administrativ erfasst. In Folge werden in der Ersteinschätzung die aktuellen Symptome und Beschwerden der PatientInnen durch eigens dafür geschultes Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal (DGKP) erhoben. Anhand von festgelegten Logarithmen erfolgt die Festlegung der Behandlungsdringlichkeit, welche in fünf Dringlichkeitsstufen dargestellt ist: beginnend mit der Behandlungsdringlichkeit „Rot-Sofort“, wo der Arztkontakt sofort zu erfolgen hat (keine Wartezeit), bis zu Behandlungsdringlichkeit „Blau-Nicht dringend“, wo der Patient bis zu 120 Minuten warten kann. Das betrifft alle Patienten, die mit einem Akutgeschehen ins Krankenhaus Oberwart kommen. Davon ausgenommen sind PatientInnen, die mit dem Notarztwagen oder dem Notarzthubschrauber Christophorus16-Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden, Schwangere und Kinder.
Die PatientInnen werden informiert, welcher Dringlichkeitsstufe sie zugeordnet wurden. „Diese Information ist wichtig. Damit wissen die Patientinnen und Patienten, mit welcher Wartezeit sie rechnen müssen“, sagt Schmidt.

MTS ist ideales System für Krankenhäuser mit hoher Patientenfrequenz
„Das , Manchester Triage System‘ ist eine wunderbare Option für große Krankenhäuser mit einer hohen Patientenfrequenz, um die Effektivität zu steigern“, sagt KRAGES-GF DI (FH) Mag. René Martin Schnedl. In den kleinen Krankenhäusern sei ein anderes System besser. Dort werde man die Ambulanzen zentral organisieren. „Es wird einen Anlaufpunkt geben, der von einer erfahrenen Kraft besetzt sein wird. Der Patient kann dort den Grund für seinen Krankenhausbesuch vorbringen. Es ist wichtig, dass der Patient nach Betreten des Krankenhauses so rasch wie möglich eine Ansprechperson hat.“ Im Krankenhaus Oberpullendorf wird die Umsetzung dieses System bereits vorbereitet.

 

 

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