Rettet die Vereinsfeste – Ziel erreicht

Eisenstadt, 31. 8. 2016 –

Kritik an neoständestaatlichen Akteuren: „Neue Sozialpartnerschaft statt sturer Sozialgegnerschaft notwendig“

Initiative Rettet die Vereinsfeste erreicht ihr Ziel

Nach einem Jahr ist die burgenländische Bürgerinitiative „Rettet die Vereinsfeste“ endgültig am Ziel angekommen – zumindest im östlichsten Bundesland. Der 10-Punkte-Forderungskatalog der überparteilichen Plattform wurde im Wesentlichen erfolgreich umgesetzt. Neben der großen umfassenden Reform auf Bundesebene, haben sich ergänzend dazu auch auf Landesebene die weiteren Forderungen durchgesetzt.

Im Februar kündigte die Plattform „Rettet die Vereinsfeste“ die Ausweitung der Vereinsrebellion an, was ihr schließlich auch mit einer Pressekonferenz Ende April in Wien, mit 15 Organisationen, gelang. Im April wurde auch das neue Veranstaltungsgesetz beschlossen, im Juli folgte dann der große Wurf auf Bundesebene mit dem Entlastungspaket für Vereine und Wirte. Zuletzt wurden im Burgenland weitere Schritte umgesetzt, etwa was Aufklärungs- und Unterstützungsmaßnahmen betrifft – womit die Vorschläge der Initiative umgesetzt wurden. „Von den zehn Punkten wurden praktisch alle zehn Forderungen erfüllt. Vor einem Jahr hätte kaum jemand mit diesem Riesenerfolg unserer Initiative gerechnet. Das Ergebnis ist im Sinne einer jeden Dorfgemeinschaft und fördert eine positive Entwicklung der ländlichen Region“, freut sich Sascha Krikler, der Initiator von Rettet die Vereinsfeste.

Die burgenländischen Landtagsparteien waren österreichweit die ersten, welche die Probleme der Ehrenamtlichen ernst genommen und aktiv Akzente gesetzt haben. Die burgenländische SPÖ hat mit ihrem der Koalitionspartner, der FPÖ Burgenland, aktiv das neue Veranstaltungsgesetz erarbeitet, welches einstimmig abgesegnet wurde. Darüber hinaus wurde eine Rechtsberatung eingerichtet und ein vom Land geförderter Lehrgang zum „Zertifizierten Vereinsfunktionär“ geschaffen. Die ÖVP Burgenland hat sich von Beginn an für vereinsfreundlichere Regelungen sowie ein Miteinander mit der Gastronomie stark gemacht und sich auf Bundesebene in den Verhandlungen erfolgreich durchgesetzt. Auf Landesebene wurde den Ehrenamtlichen mittels einer Vereinsservice-Broschüre sowie Info-Veranstaltungen geholfen.

Die Installierung eines „Landesbeirates der Vereine und Verbände“, welcher als Interessenvertretung der Ehrenamtlichen und beratendes Gremium auftritt, wäre ein letzter wünschenswerter Schritt. Dem Organ, welches zumindest einmal im Jahr zusammentreten sollte, sollten etwa die Feuerwehr, der Blasmusikverband, die Sportverbände sowie die wichtigsten Jugendorganisationen angehören.

rdv

Konstantin Langhans, Sascha Krikler, Simon Gartner

 

Bernd Strodl, Bezirksjugendreferent im Bezirk Mattersburg

„Die im Burgenland gesetzten Maßnahmen sind vorbildlich für ganz Österreich. Die Wirtschaftskammer hat mit ihrer Linie allerdings zahlreiche Unternehmer und auch Gastronomen, welche mehrheitlich in Partnerschaft mit den Vereinen leben, an den Kopf gestoßen.“

 

Martin Öhler, gf. Landesobmann der Bauernbund Jugend Burgenland

„Der Volkspartei Burgenland hat als aktiver Vorkämpfer, vor allem auf Bundesebene, den Weg frei für das große Reformpaket gemacht. Neben den positiven Fortschritten für unsere Ehrenamtlichen haben wir auch für unsere Bauern sowie Wirte wichtige Erleichterungen durchgesetzt.“

 

Konstantin Langhans, Generalsekretär der RFJ Burgenland

„Durch die juristische Hilfe, vonseiten des Landes, erhalten unsere Vereine auch die notwendige Unterstützung. Leider handeln viele Kammerfunktionäre nicht im Sinne der österreichischen Gesellschaft sondern nur der eigenen Institution, deren Legitimation zu hinterfragen ist.“

 

Simon Gartner, Vorstand der LBL Jugend

„Der burgenländischen Bürgerinitiative ist es gelungen die Vereinsrebellion auf die anderen Bundesländer in Österreich auszudehnen – mit Erfolg. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für eine positive Zukunft des Ehrenamtes in unserem gesamten Land gelegt.“

 

Neue Sozialpartnerschaft und Abschaffung der Zwangsbeiträge

Vor allem einige Funktionäre der Wirtschaftskammer traten verstärkt gegen vereinsfreundlichere Regelungen auf und setzten auf Konfrontation statt Lösungen. Diese ruderten aber in den letzten Monaten mit ihren gesellschaftsschädigenden Attacken immer weiter zurück. Am Anfang des Jahres gerieten noch alle Verbände und Vereine ins Visier mancher Kammerfunktionäre, später insbesondere die Jugendorganisationen und zuletzt waren vor allem die Ehrenamtlichen in kleinen Ortsparteien sowie Bürgerlisten Ziel der Angriffe. Die Initiative fordert daher in ihrem Resümee einen Aufbruch der überholten neoständestaatlichen Strukturen und eine neue Sozialpartnerschaft – bei welchem das Miteinander im Vordergrund steht, was auch ein positivere Entwicklung Österreich ermöglichen würde.

„Einige abgehobene Funktionäre der Wirtschaftskammer treten als Lobby der kommerziellen Neidgesellschaft auf und betreiben auf Kosten des Ehrenamtes eine Sündenbockpolitik. Es ist eine neue Sozialpartnerschaft statt der sturen Sozialgegnerschaft notwendig, daher sind mutige Strukturreformen erforderlich. Dies sollte auch die Abschaffung der Zwangsbeiträge beinhalten, die vorherrschenden neoständestaatlichen Blockadestrukturen sind unzeitgemäß für das moderne 21. Jahrhundert und offensichtlich ein Reformhindernis“, hält Initiator Sascha Krikler abschließend fest.

 

 

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