Therme Lutzmannsburg, ÖVP: Konzept fehlt, SPÖ: ÖVP will Ausverkauf

Eisenstadt, 17. 8. 2016 –

Privatisierung Therme Lutzmannsburg-Frankenau:
Zukunftskonzept für die Region fehlt!

„Unprofessionell, ideenlos und konzeptlos. So will Rot-Blau Landeseigentum verscherbeln“, kritisieren Landesparteiobmann Thomas Steiner und Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich die rot-blauen Privatisierungsversuche der Therme Lutzmannsburg.

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Landesparteiobmann Thomas Steiner und Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich

Das Land Burgenland hat den Verkauf der Therme Lutzmannsburg-Frankenau im Amtsblatt ausgeschrieben – ohne, dass der noch immer fehlende Ruhebereich in der Therme realisiert wurde. „Seit Monaten fordern wir ein Zukunftskonzept für die Gesamtregion und Investitionen in den fehlenden Ruhebereich. Doch seit dem ersten unprofessionellen Verscherbelungs-Versuch rund um die Therme herrschte Funkstille. Dass nun die Privatisierung erneut ohne Konzept und Information ausgeschrieben wird, zeigt die rot-blaue Planlosigkeit. Das ist unprofessionell!“

„Viel zu lange sind keine Entscheidungen getroffen und die dringend notwendigen Investitionen in einen Ruhebereich nicht getätigt worden“, so Steiner. „Die Investition ist überfällig. Das hat Vorrang und ist wichtiger als eine überstürzte Privatisierung!“

Die Volkspartei Burgenland verlangt drei konkrete Punkte:

  • Mindestpreis von 40 Millionen Euro
  • Betriebs- und Arbeitsplatzgarantie für die Beschäftigten
  • Transparenz im Vergabeverfahren

„Ansonsten trete ich dafür ein, dass das Land selbst Betreiber bleibt und die gewinnbringende Therme weiterführt“, betont Thomas Steiner.

 

ÖVP ist und bleibt starke Alternative

Zur angeblichen Tourismus-Offensive des Landes hält Thomas Steiner fest: „Wir sind die starke Alternative! Monatelang haben wir eine Aufstockung der finanziellen Mittel gefordert. In mühsamen und kleinen Schritten erkennt auch Rot-Blau die Notwendigkeit und kümmert sich um die Tourismuswirtschaft.“ Vor allem die kleinen Tourismusbetriebe brauchen finanzielle Unterstützung für notwendige Investitionen.

„Die ÖVP-Forderung nach einem Investitions- und Kraftpaket war richtig. Wie immer bleibt Rot-Blau jedoch auf der Hälfte des Weges stehen: Wir setzen uns für ein Investitionspaket in Höhe von zehn Millionen Euro ein, um den burgenländischen Thermen- und Tourismusstandort nachhaltig zu stärken!“

 

Berlakovich: Alle Gemeinden an einen Tisch bringen

„Vor der Privatisierung der Therme Lutzmannsburg-Frankenau verlangen wir ein Zukunftskonzept. Rot-Blau will die Therme verscherbeln, ohne eine Idee für die künftige Ausrichtung zu haben“, so Bezirksparteiobmann NR Niki Berlakovich. Die Gemeinden müssen möglichst rasch an einen Tisch gebracht werden. „Denn die Gemeinden, die Teilhaber der Therme sind, wurden über diese Privatisierung nicht informiert. Diese geplante Privatisierung erfolgt völlig konzeptlos. Ein Zukunftskonzept fehlt ebenso wie eine Information der beteiligten Gemeinden.“

Berlakovich fordert Rot-Blau zudem auf, endlich die Zeichen der Zeit zu erkennen und in den Tourismus zu investieren: „Wo sind die konkreten Initiativen? Warum wurde der fehlende Ruhebereich in der Therme Lutzmannsburg-Frankenau noch nicht gebaut? Seit Monaten fordern wir ein Zukunftskonzept für die Gesamtregion sowie Investitionen in den fehlenden Ruhebereich. Doch seit dem unprofessionellen Verscherbelungs-Versuch rund um die Therme herrscht Funkstille“, bedauert der ÖVP-Bezirksparteiobmann.


Therme Lutzmannsburg: ÖVP wollte Ausverkauf, Regierung geht es um beste Zukunftslösung

SPÖ-Landesgeschäftsführer Schuster: „Neue Ausschreibung beinhaltet keinen Verkaufszwang.“

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LGF Helmut Schuster, SPÖ

„Gerade bei der Therme Lutzmannsburg hätte die ÖVP Burgenland allen Grund, sich große Töne zu sparen. Immerhin waren die früheren VP-Zuständigen in der Landesregierung und in der WIBAG für den letzten Privatisierungsprozess verantwortlich, der von der neuen Regierung gestoppt werden musste, um einen Scherbenhaufen zu verhindern“, zeigt sich SPÖ-Landesgeschäftsführer Helmut Schuster verwundert über die Aussagen des VP-Duos Steiner-Berlakovich. Ein Privatisierungsauftrag bestehe seit Jahren und sei noch unter dem früheren VP-Wirtschaftsreferenten Franz Steindl vorgegeben worden. „Anders als beim letzten, noch von der ÖVP verantworteten Anlauf, der fast zu einem Ausverkauf unter Wert und ohne jede Standortgarantie geführt hätte, wurde jetzt aber ein seriöses und ergebnisoffenes Verfahren gestartet. Dabei gibt es keinerlei Verkaufszwang und steht nur ein Ziel im Zentrum: die beste Zukunftslösung für die Region zu finden und diesen wichtigen Arbeitsmarkt- und Tourismusmotor weiter zu stärken“, betont Schuster.

Von Seiten der Landesregierung sei klargestellt worden, dass aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Sonnentherme keine Notwendigkeit einer Privatisierung besteht. „Es geht aber um die grundsätzliche Festlegung von Bedingungen und Kriterien, mit denen dieser Standort optimal weiterentwickelt werden kann. Daher richtet sich die aktuelle Ausschreibung der BLH auch ausdrücklich nur an Touristiker. Finanzinvestoren, Immobilienmakler oder Vermittler sind dezidiert nicht erwünscht. Auch das ist ein gravierender Unterschied zum zuletzt gestoppten Verfahren“, erläutert Schuster.

>> Steiner soll sich um Tourismus-Negativtrend in Eisenstadt kümmern!

Die SPÖ bekenne sich zur Therme Lutzmannsburg als touristischem Leitbetrieb im Mittelburgenland. Der Volkspartei gehe es nur um parteipolitisches Kleingeld – ihr jahrelanges Desinteresse an der Entwicklung des Standortes könne sie damit nicht kaschieren. „Die ÖVP hat sich nie darum gekümmert, wer von den Arbeitsplätzen vor Ort profitiert oder ob Lehrlinge ausgebildet werden. Jetzt fährt der Zug unter neuer Geschäftsführung endlich in die richtige Richtung“, so Schuster, der vor allem VP-Obmann Steiner empfiehlt, sich auf die touristische Entwicklung in seinem Verantwortungsbereich zu konzentrieren: „Während das Burgenland insgesamt deutliche Nächtigungszuwächse erzielt, verzeichnet die Landeshauptstadt Eisenstadt im bisherigen Jahresverlauf ein sehr schlechtes Ergebnis. Steiner könnte seine Kompetenz als ‚ÖVP-Tourismussprecher‘ unter Beweis stellen, indem er vor der eigenen Tür kehrt und sich um diesen Negativtrend kümmert.“

 

 

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