SPÖ: Krank im Urlaub

Eisenstadt, 6. 8. 2016 –

Krank im Urlaub frisst Urlaubsanspruch nicht auf!

Hergovich: „Viele Burgenländer verschenken die 6. Urlaubswoche.“

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LAbg. KO Robert Hergovich, SPÖ

Derzeit ist praktisch der Höhepunkt der diesjährigen Sommer-Urlaubszeit. Mit der Entspannung treten aber auch die bis dahin unterdrückten Krankheiten zu Tage. Wer im Urlaub aber schon nicht von Krankheit verschont wird, der schont zumindest sein Urlaubstage-Konto, erklärt SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Klubobmann Robert Hergovich: „Unter bestimmten Voraussetzung verlieren kranke Arbeitnehmer im Urlaub keine Urlaubstage: Die Krankheit muss länger als 3 Kalendertage dauern, der Arbeitgeber muss innerhalb von 3 Tagen davon in Kenntnis gesetzt werden und nach Wiederantritt des Dienstes muss unaufgefordert eine Krankenstandsbestätigung vorgelegt werden.“ Viele Menschen wissen zudem nicht, dass ihnen durch Anrechenzeiten bereits eine 6. Urlaubswoche zustehen würde, warnt Hergovich.

Die krankheitsbedingte Unterbrechung verlängert den Urlaub allerdings nicht automatisch, weiß der SPÖ-Arbeitsmarktsprecher: „Sobald der vereinbarte Urlaub zu Ende ist und der Arbeitnehmer wieder gesund ist, muss der Dienst wieder angetreten werden. Die Urlaubstage, an denen der Arbeitnehmer krank war, werden dem bestehenden Urlaubsguthaben zugerechnet. Wann die verlorenen Urlaubstage nachgeholt werden können, muss mit dem Arbeitgeber neu vereinbart werden.“

>>> 6. Urlaubswoche nicht verschenken!

In Österreich habe ein Arbeitnehmer erst nach 25 Jahren beim selben Arbeitgeber Anspruch auf die sechste Urlaubswoche – so die weitverbreitete Meinung. Das ist aber meist falsch, erklärt Hergovich: „Was viele nicht wissen: Durch Anrechnungen kann die Wartezeit auf die sechste Urlaubswoche deutlich verkürzt werden. So reichen oft 18 Jahre, bei Akademikern sogar nur 13 Jahre im selben Unternehmen. Viele der gut 58.000 burgenländischen Beschäftigten über 44 Jahren haben dadurch oft ohne ihr Wissen Anspruch auf mehr Urlaub.“

So können Schulzeiten (nicht die neun Pflichtschuljahre), Studienzeiten, Arbeitsverhältnisse bei anderen Arbeitgebern in Österreich und im EWR-Raum angerechnet werden. „Verschenken Sie Ihre 6. Urlaubswoche nicht! Im Zweifelsfall können Sie sich von den Experten bei der Arbeiterkammer oder Gewerkschaft beraten lassen“, rät Hergovich und fordert eine Vereinfachung der Regelung: „Nach 25 Jahren Bildungs- und Arbeitszeit ab der Pflichtschule sollte jeder Anspruch auf die sechste Urlaubswoche haben – also in der Regel im 39. Lebensjahr!“

 

 

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