ÖVP fordert: Bessere medizinische Versorgung, Wahlärzte

Oberpullendorf, 3. 8. 2016 –

ÖVP fordert: Bessere medizinische Versorgung und mehr Betreuungsplätze für ältere Generation im Mittelburgenland

Im Bezirk Oberpullendorf leben laut Statistik Burgenland 11.064 Personen, die älter als 60 Jahre sind. Das ist fast ein Drittel der gesamten Bevölkerung. Darüber hinaus sind 47 Personen über 95 Jahre alt. „Die Volkspartei Mittelburgenland hat konkrete Maßnahmen für die ältere Generation erarbeitet. Durch diese Initiativen sollen die Seniorinnen und Senioren in Würde alt werden können“, so Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich und der Bezirksobmann des Seniorenbundes Albert Maschler unisono.

ÖVP

Nikolaus Berlakovich, Albert Maschler

Für die ÖVP ist der Platz älterer Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft und nicht an ihrem Rand. Die steigende Lebenserwartung ist eine Chance auf Selbstentfaltung im Alter. Davon sollen  der Einzelne und die ganze Gesellschaft profitieren. Ältere Menschen sollen in der Gesellschaft Schutz, Sinn und Lebenserfüllung finden.

„Von größter Bedeutung ist für die ältere Generation eine ordentliche medizinische Versorgung und eine ausreichende Anzahl von Betreuungsplätzen im Mittelburgenland. Hier bedarf es dringender Anstrengungen seitens der Landesregierung, um die Lage für die ältere Generation zu verbessern“, sagt Niki Berlakovich.

 

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Bezirk ist durch den Hausärztemangel in den kommenden Jahren gefährdet. Aktuell gibt es 35 Allgemeinmediziner in 17 Gemeinden. Davon sind 15 keine Kassenärzte. Von den niedergelassenen Kassenärzten werden zwei von drei Ärzten bis 2025 in Pension gehen. „Die ÖVP will eine wohnortnahe medizinische Versorgung im Bezirk sicherstellen. Wir fordern daher von der Landesregierung einen Masterplan, wie die gesundheitliche Versorgung im Mittelburgenland aufrechterhalten bleibt. Außerdem müssen Entwicklungen zu einer 2-Klassen-Medizin verhindert werden“, fordert Niki Berlakovich.

 

„Viele Patienten klagen über lange Wartezeiten in der Spitalsambulanz. Oft verpassen sie wegen dieser Wartezeiten den Autobus oder haben dadurch andere organisatorische Probleme. Auch hier muss der Masterplan der Landesregierung Antworten liefern, wie die Wartezeiten in den Ambulanzen verkürzt werden können. Aber auch eine bessere Vernetzung zwischen praktischen Ärzten, Fachärzten und Krankenhäusern wäre für alle Betroffenen von Vorteil“, sagt Niki Berlakovich.

 

Die Wiener Gebietskrankenkasse und die Volksanwaltschaft fordern aktuell eine Reform der Magnetresonanztomographien (MRT), um lange Wartezeiten zu vermeiden. Schon Anfang des Jahres hat die Volkspartei Burgenland auf dieses Problem aufmerksam gemacht. „Patienten müssen oft auf einen MRT-Termin lange warten. Das ist für viele Personen eine große psychische Belastung. Wir fordern von der Rot-Blauen Landesregierung, dass sie gegen die langen Wartezeiten etwas unternimmt“, so Berlakovich.

 

Altenbetreuung

„Die ÖVP und der Seniorenbund-Mittelburgenland fordern von der Landesregierung ein klares Konzept betreffend der Betreuungsplätze für die ältere Generation. Wie wir aus internen Erhebungen in unseren 30 Seniorenortsgruppen eruiert haben, wären pro 1000 Bewohner 10 Betreuungsplätze erforderlich“, erklärt Bezirksobmann Albert Maschler.

 

Es gibt derzeit im Mittelburgenland 8 Pflegeheime mit insgesamt 312 Betten. Der Bezirk Oberpullendorf hat in 28 Gemeinden ca. 37.700 Einwohner. „Für die Zukunft wären unbedingt mindestens 50 weitere Pflegeplätze erforderlich. Diese müssten in naher Zukunft geschaffen werden, denn die geburtenstarken Jahrgänge kommen demnächst ins pflegebedürftige Alter“, sagt Albert Maschler. Dabei soll laut Maschler bedacht werden, dass die Versorgung und Betreuung in der näheren Umgebung vom Heimatort der betroffenen Person ermöglicht wird. Die oft langen Fahrtwege für Familienangehörige, meist berufstätige Kinder, sollen somit nicht zu lang und zeitaufwendig werden.

 

Ein Kritikpunkt des Seniorenbundes ist das neue Krankenpflegegesetz. Es sorgt für eine bessere Ausbildung und eine Qualitätssteigerung des Personals. Aber es muss unbedingt etwas gegen die Überlastung und die Unterbesetzung des Personales getan werden. „Wenn uns die Sicherheit berechtigterweise etwas wert ist, dann kann es nicht sein, dass wir beim Thema Gesundheit und Altenpflege sparen. Man kann die Menschen nicht einfach in die Pension entlassen. Die ältere Generation hat es sich verdient, dass man sich um sie kümmert und für ihr Wohlergehen sorgt“, so der SB-Bezirksobmann.

 

Der Seniorenbund des Bezirkes Oberpullendorf hat 30 Ortsgruppen. Diese Ortsgruppen ermöglichen seinen Mitgliedern eine aktive Teilnahme am Dorfleben, an kulturellen sowie sportlichen Veranstaltungen. „Diese Aktivitäten passieren alle auf ehrenamtlicher Basis. Wir verrechnen bei unseren Betreuungsfahrten kein Kilometergeld und sind somit keine finanzielle Belastung für die öffentliche Hand“, sagt Bezirksobmann Maschler.

 

Weitere Ideen

  • Mehr Tagesbetreuungen
  • Mobilität für Pensionisten verbessern – Ruftaxis in Kooperation mit mehreren Gemeinden
  • 60plusTaxi ausbauen
  • rollstuhlgerechte öffentliche Verkehrsmittel (Busse)
  • „Jung lernt von alt“ – in Form von generationenübergreifenden Stammtischen soll „altes Wissen“ weitergegeben werden
  • Nachbarschaftshilfe stärken
  • Erweiterung des Sanierungschecks um die Kategorie „seniorengerechtes/barrierefreies Wohnen“

 

„Die Menschen werden älter und die Seniorinnen und Senioren bleiben länger vital. Die Generation 60+ soll sich in der Heimat wohl fühlen und zuhause alt werden können. Die Ideen der ÖVP und des SB-Mittelburgenland werden für mehr Lebensqualität im Bezirk sorgen“, so Berlakovich und Maschler abschließend.


Wahlärzte: SPÖ-Vorschlag würde Dramatik verschärfen

Die SPÖ möchte Wahlärzte abschaffen. „Würde man das Wahlarzt-System abschaffen, verschlechtert sich die die Versorgungslage. Der SPÖ-Vorschlag ist klar abzulehnen und würde den mittlerweile dramatischen Ärztemangel verschärfen“, kritisieren ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz und Gesundheitssprecher Georg Rosner.

„Die SPÖ ist für Bevormundung und gegen Wahlfreiheit – auch im Gesundheitsbereich. Wir wollen die Wahlfreiheit sichern und stellen uns gegen die SPÖ-Bevormundung“, so Christian Sagartz. „Zudem schaut das Land Burgenland tatenlos zu, während in immer mehr Regionen unseres Landes Ärzte fehlen.“ Denn die Lebensqualität einer Region bemisst sich auch daran, wie gut die ärztliche Versorgung gesichert ist. „Es gibt bereits große Schwierigkeiten bei Nachbesetzungen von allgemeinmedizinischen Kassenstellen im ländlichen Raum. Diese Situation wird durch die große Zahl der bevorstehenden Pensionierungen noch verschärft.“

Die ÖVP will den Hausarzt als erste Anlaufstelle flächendeckend im Burgenland erhalten! „Gesundheitslandesrat Darabos kennt die Fakten, bleibt aber untätig“, betont ÖVP-Gesundheitssprecher Georg Rosner. „Die Hausärzte haben vor allem im ländlichen Raum eine wichtige Bedeutung. Wir müssen daher gegen den zunehmenden Ärztemangel ankämpfen!“

 

Die Vorschläge der Volkspartei Burgenland im Überblick:

  • Gruppenpraxen erleichtern:

Kooperationen zwischen Hausärzten müssen genauso möglich sein wie zwischen Fachärzten und Gesundheitszentren.

 

  • Arzt-Arzt-Anstellungen:

Noch immer gibt es rechtliche Hürden bei der Anstellung. Berufsrechtlich können freiberuflich tätige niedergelassene Ärzte andere Ärzte (des gleichen Faches) anstellen.

 

  • Landesförderungen:

Junge Ärzte können sich oft die Einrichtung einer neuen Praxis nicht leisten. Hier muss das Land Burgenland gegensteuern und ein Konzept für Förderungen erstellen.

 

 

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